Aktuell
Home | Lokales | Adendorf | Zwei Initiativen für eine Verkehrsberuhigung setzen sich in Adendorf ein
Mitglieder des Arbeitskreises zur Verkehrsberuhigung Im Suren Winkel/Lindenweg/Grüner Weg präsentieren das neue Logo mit dem Hinweis auf ihre neue Webseite. Foto: nh
Mitglieder des Arbeitskreises zur Verkehrsberuhigung Im Suren Winkel/Lindenweg/Grüner Weg präsentieren das neue Logo mit dem Hinweis auf ihre neue Webseite. Foto: nh

Zwei Initiativen für eine Verkehrsberuhigung setzen sich in Adendorf ein

Von Ingo Petersen
Adendorf. Die einen fordern Tempo 30 im Adendorfer Straßenzug Im Suren Winkel/Lindenweg/Grüner Weg und sind schon seit zwei Jahren in einem Arbeitskreis aktiv. Die anderen wären schon zufrieden, wenn an ihrer Straße, dem Kirchweg, Tempo 50 eingehalten und auch entsprechend kontrolliert würde. Erst seit wenigen Wochen gibt es die Interessengemeinschaft (IG) Kirchweg, für die Sprecher Frank-Armin Bederke während der Ratssitzung am Donnerstag eine Unterschriftenliste an Bürgermeister Thomas Maack übergab. Maack nahm die Liste entgegen und sicherte zügige Prüfung zu.

In ihrer Unterschriftenliste, unterzeichnet von 100 Bürgern, fordern die Kirchweg-Anlieger: „Stoppt die Raserei im Kirchweg!“ Gleichzeitig sprechen sie sich für ein Ende der Diskussion über Tempo 30 in ganz Adendorf aus. Das sei rechtlich nicht durchsetzbar, ist Frank-Armin Bederke überzeugt. Neben der Dorfstraße sind der Kirchweg und der Straßenzug Im Suren Winkel/Lindenweg/Grüner Weg die drei innerörtlichen Hauptverkehrsadern in Adendorf.

Die IG Kirchweg kritisiert in ihrem Schreiben an die Gemeinde: „Der Wechsel von der Teerpassage auf die Backsteinbepflasterung an den Straßeneinmündungen führt zu unnötigem Lärm.“ Und weiter: „Anliegerhäuser haben Risse bekommen, wackeln oder haben andere Probleme bei Lkw-Transporten. Lärm und Verkehr haben den Wert unserer Immobilien im Kirchweg stark reduziert.“

An der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises zur Verkehrsberuhigung Im Suren Winkel/Lindenweg/Grüner Weg nahmen erstmals auch Mitglieder der IG Kirchweg teil. AK-Sprecher Reinhard Wolff: „Nach ausführlichem Meinungsaustausch konnten wir die Gruppe um Frank-Armin Bederke davon überzeugen, dass wir mit unserem Ansinnen zur Verkehrsberuhigung gar nicht so weit auseinanderliegen.“

Frank-Armin Bederke (r.) von der Interessengemeinschaft Kirchweg übergibt Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack während der jüngsten Ratsitzung eine Unterschriftenliste mit der Forderung nach einer Verkehrsberuhigung im Kirchweg. Foto: pet
Frank-Armin Bederke (r.) von der Interessengemeinschaft Kirchweg übergibt Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack während der jüngsten Ratsitzung eine Unterschriftenliste mit der Forderung nach einer Verkehrsberuhigung im Kirchweg. Foto: pet

Viel weiter scheinen die gemeinsamen Interessen aber nicht zu gehen. Denn während der AK Im Suren Winkel „Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in Adendorf“ fordert, lehnt die IG Kirchweg das ab besonders für den Straßenzug Im Suren Winkel. Im Schreiben an die Gemeinde heißt es: „Wir verlangen Schadensbegrenzung im Kirchweg und keine Schadenserweiterung durch Tempo 30 im Suren Winkel/Lindenweg/Grüner Weg.“ Weiter weist die Interessengemeinschaft Kirchweg darauf hin: „Im Gegensatz zum Suren Winkel gibt es im Kirchweg keine Blumeninsel oder einen kurvigen Verlauf, Radfahrer haben ihren eigenen Radweg. Das lädt Autofahrer zum Rasen ein.“

Bei ihrer Forderung nach Tempo 30 für Adendorf bleibt indes der AK Im Suren Winkel. Sprecher Reinhard Wolff: „Die rechtlichen Bedingungen für die Einrichtung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in den Kommunen werden sich voraussichtlich ab November dieses Jahres deutlich verbessern. Es ist zu erwarten, dass die Bundesländer dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung der Straßenverkehrsordnung zustimmen werden.“

Der neue Internetauftritt des Arbeitskreises zur Verkehrsberuhigung der Straßen Im Suren Winkel/Lindenweg/Grüner Weg, in der sich der Zusammenschluss der Anwohner für ein neues Verkehrskonzept in ganz Adendorf ausspricht, soll in wenigen Tagen unter http://www.adendorf-pro30.de zu finden sein.

Mehr Wohnraum auf dem Katzenberg

Kurz vor der 11 000-Einwohnermarke steht die Bevölkerungszahl von Adendorf — jetzt kann der Ort wieder ein Stück wachsen. Mit den Stimmen der SPD und gegen das Votum von CDU und Grünen fasste der Rat am Donnerstag den Satzungsbeschluss zur 5. Änderung des Bebauungsplans Nr. 24 auf dem Katzenberg.

Dadurch wird es Anliegern der Kastanienallee möglich, im rückwärtigen Bereich ihrer Grundstücke ein weiteres Wohnhaus zu errichten. Möglich wird die zusätzliche Bebauung der Grundstücke, die meist 1200 Quadratmeter und mehr messen, in einem knapp 400 Meter langen Streifen entlang der Kastanienallee.

Im Norden wird die Fläche begrenzt von der Käthe-Kollwitz-Straße, im Süden endet sie auf Höhe der Helene-Lange-Straße. Rund ein Dutzend Grundstücke sind betroffen.
Möglich ist künftig im hinteren Bereich der bis zu 70 Meter langen Grundstücke der Bau von Wohnhäusern, die Mindestgrundstücksgröße beträgt 600 Quadratmeter.
Für die SPD begrüßte Ronald Steinberg die Änderung, freute sich, dass Anwohner auf die Gemeinde zugekommen waren und die Gemeinde so keine Kosten für die Änderung zu tragen habe. Ganz anders sah das Bärbel Sasse von den Grünen. Die Planungen für das Gebiet widersprächen, so Sasse, den Richtlinien der Gemeinde für das Bauen in zweiter Reihe. Außerdem seien für die neue Bebauung wieder keine Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. „Die Einwände der Unteren Naturschutzbehörde sind abgebügelt worden.“ Ob in dem Gebiet seltene Vogelarten oder Fledermäuse leben, sei außer Acht gelassen worden.

Auch die CDU sprach sich gegen die Änderung des Bebauungsplans aus. Axel Pfeiffer monierte, dass die Einführung einer 600-Quadratmeter-Mindestgröße unnötig sei, weil sich durch die Gesamtgröße der Grundstücke diese ohnehin ergebe. Weiter sei eine flächenmäßige Beschränkung möglicher Einliegerwohnungen auf zwei Drittel der Fläche der Hauptwohnung unnötig. pet

2 Kommentare

  1. gerade auf der Dorfstraße wäre die Einrichtung einer 30 Zone sinnvoll, damit dies wilde geparkte endlich aufhört. Ich würde diese Straße lieber mit 30 fahren als wie es jetzt ist mit 50 und permanent gefährliche Situationen. Von daher kann ganz Adendorf (Außer 209) zu einer 30er Zone gemacht werden.

    • Richtig. Aber das wollen die Dorfpolitiker nicht. Denn dann würde auffallen: es fehlt an einem Gesamt-Konzept. Denn es müsste die B 209 mit einbezogen werden.
      Die Lösung könnte nur in einer Umgehungsstraße liegen, etwa von Elba zur A39. Bevor die kommt, muss aber erst der Verkehr zusammengebrochen sein. Und dann müsste ein Jahrzehnt des Rechtsstreits mit BUND und Konsorten abgewartet werden. Dann machen die Politiker lieber gar nichts anderes als auf ihre Pöstchen zu achten…