Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Doreen Wolter (Mitte) ist die neue Heidekönigin. Gemeinsam mit ihren Hofdamen Sophie Pfitzner (r.) und Elisa Kiesecker führte sie gestern den Festumzug durch Wittorf an. Foto: t&w
Doreen Wolter (Mitte) ist die neue Heidekönigin. Gemeinsam mit ihren Hofdamen Sophie Pfitzner (r.) und Elisa Kiesecker führte sie gestern den Festumzug durch Wittorf an. Foto: t&w

Eine neue Königin in Wittorf

Von Klaus Reschke
Wittorf. Das Thermometer ist auf über 30 Grad geklettert. Es ist drückend heiß. Doreen Wolter aber scheint das Klima wenig auszumachen. Obwohl die 19-Jährige noch einen purpurnen Samtmantel um die Schulter gelegt hat. Ihre neue „Dienstkleidung“. Fröhlich winkt sie aus der weißen Königskutsche den Wittorfern am Straßenrand zu. In der Nacht zu Sonntag wurde die angehende Veranstaltungskauffrau zur neuen Heidekönigin gewählt. Der traditionelle Heideblütenfest-Umzug durch den Ort war ihre erste Amtshandlung und eine gute Einstimmung auf ihre Aufgaben im kommenden Jahr.

Rund 25 Termine wird die Brietlingerin in den nächsten Wochen und Monaten absolvieren müssen. Sie freut sich darauf, schließlich ist für sie mit der Wahl ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen: „Jedes Mädchen träumt doch davon, einmal im Leben Königin zu sein“, sagt sie.

Die Wahl einer Heidekönigin und der Umzug durch den Ort haben eine lange Tradition: Seit 1955 richten die Mitglieder des Sparclubs „Up de Heid“ dieses Fest aus, das auch am Sonntag wieder zahlreiche Besucher lockte.

Bunte Motivwagen in Wittorf zu bestaunen

Tausende säumten den Straßenrand, als die zehn Motivwagen, die Spielmannszüge, die vielen Wägelchen der Kinder und die Fußgruppen durch den Ort zogen. Allen voran die neue Heideköngin mit ihren beiden Hofdamen Elisa Kiesecker und Sophie Pfitzner. Im Gefolge sechs weitere „gekrönte Häupter“ aus der Region. Die Bardowicker Wurzelkönigin etwa präsentierte sich genauso wie der Lüneburger Sülfmeister oder auch die Eisköngin aus Adendorf (mit Prinzessinnen). Auch die Dittmarscher Kohlregentin machte der neuen Heidekönigin ihre Aufwartung, ebenso das Scharmbecker Erntepaar. Darüber hinaus gab es natürlich wieder bunte Motivwagen zu bestaunen. Vorgaben beim Bau bekommen die Wagenbauer kaum — bis auf die Auswahl des Materials: „Unsere Wagen sollten mit Heidekraut und Dahlien geschmückt werden“, sagt Marlene Blesse vom Sparclub „Up de Heid.“ Ansonsten gelte: Erlaubt, ist was gefällt.

Welcher Wagen ihr persönlich am besten gefällt? Da hält sich die Wittorferin zurück — „das entscheidet eine Jury von Wagenbauern aus Scharmbeck“, sagt Blesse und fügt hinzu: „So kommen wir gar nicht erst in den Verdacht von Mauscheleien.“ Schließlich winken für die drei Erstplatzierten als Lohn der Arbeit Pokale als Preise.

Und der größte geht in diesem Jahr an die Wagenbaugruppe „Moor Hühner“, die mit ihrem Adler die Jury überzeugten. Platz zwei holte die Wagenbaugruppe „De Melkerbank“ mit der „Lok Emma“, Rang drei ging an die „Milkakuh“ der Wagenbaugruppe „Die Heide.“

37 Kinder mit 25 Motiven

Aber auch der Nachwuchs ist in Wittorf vom Wagenbau-Virus befallen. 37 Kinder mit 25 Motiven hatten sich beim Kinderfest am Sonnabend präsentiert. Da fiel der Jury das Urteil erwartungsgemäß schwer: Auf Platz eins kamen Lars und Leonie Rieckman mit ihrem Pfau, gefolgt von Jannik und Felix Schmidt, die einen Leuchtturm gebaut hatten. Den dritten Platz teilten sich Henri Scholz mit seinem Wikingerschiff und Tom und Emil Twesten, die eine Schatzkiste gebaut hatten.

Und auch sonst gabs noch Preise– schließlich wurden auch die Haus- und Gartenbesitzer mit einbezogen, ihre Vorgärten rechtzeitig zum Fest mit „Sprüchen und Weisheiten“ zu schmücken: Das haben Margret und Marion Twesten, die Melkerbank und Marlene Blesse wohl am besten hinbekommen. Sie wurden für ihre Arbeiten ausgezeichnet.

Fotos: t&w