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Das bunte Ergebnis des Workshops: Auf der Wand sind der Name des Museums, das Logo, die Skyline der Stadt sowie Motive wie ein Olchi, ein Pokémon und die Ilmenau zu sehen. Mitgestaltet haben sie (von links) Emily Bähr (14), Felina Dunker (13), Graffiti-Künstler Simon Hirmer, Jacob Eggers (13) und Clemens von Bresinski (12). Foto: en
Das bunte Ergebnis des Workshops: Auf der Wand sind der Name des Museums, das Logo, die Skyline der Stadt sowie Motive wie ein Olchi, ein Pokémon und die Ilmenau zu sehen. Mitgestaltet haben sie (von links) Emily Bähr (14), Felina Dunker (13), Graffiti-Künstler Simon Hirmer, Jacob Eggers (13) und Clemens von Bresinski (12). Foto: en

Das Pokémon und die Bombe

Von Annkristin Engelbrecht
Lüneburg. Im Kreativstudio des Museums Lüneburg herrscht wildes Treiben: Spraydosen fliegen durch den Raum, Zeichenpapier und Stifte füllen die Tische und die zwölf Mädchen und Jungen buhlen um die Aufgabe, erneut sprayen zu dürfen. „Sonst zeichne ich zu Hause immer mit Acrylfarbe auf Leinwänden, aber diese neue Erfahrung macht auch super viel Spaß“, erzählt die zwölfjährige Jamina Bizi begeistert von den zwei Workshop-Wochenenden mit dem Lüneburger Graffiti-Künstler Simon Hirmer.

Das Angebot traf den Nerv der 12- bis 14-jährigen Teilnehmer. „Wir wollten die kahle Wand unseres Kreativstudios verschönern und sind mit dem heutigen Endergebnis super zufrieden. Die Jugendlichen haben ihrer Kreativität freien Lauf gelassen“, sagt Museumspädagogin Dr. Kerstin Batzel.

Scha­blonen entwickelt

Hirmer hat sein Hobby zum Beruf gemacht, er gibt seit zwei Jahren Kurse in Jugendzentren und Museen, sprüht Graffiti im Auftrag, für Autohändler genauso wie für Umweltorganisationen oder Pizzerien. Mit seiner Hilfe haben die Jugendlichen Scha­blonen entwickelt, Sprühtechniken erlernt und bunte Bilder an die kahle Wand gebracht. „Im unteren Bereich sieht man die Skyline von Lüneburg: den Wasserturm, die St.-Johanniskirche, Giebelhäuser und den Alten Kran“, erklärt Jacob Eggers (13) das Werk. Dr. Kerstin Batzel ergänzt, dass beispielsweise ein Pokémon für den derzeitigen Internet-­Hype steht und eine Bombe an die im Museum ausgestellte, kürzlich erst gefundene Bombe des zweiten Weltkrieges erinnert. Am Haken des Krans hängen die Initialen der Stadt: LG.

Spende des Soroptimist International Club Lüneburg

Die Euphorie der Teilnehmer lässt nicht nach. Immer wieder gibt es etwas zu verbessern oder eine neue Idee, die noch schnell umgesetzt werden soll, bevor die Eltern sich das Kunstwerk ansehen. Simon Hirmer hilft geduldig. „Die Arbeit mit den Jugendlichen macht sehr viel Spaß“, erzählt er — und schaut begeistert auf das Endprodukt des Workshops.

Maja Baumgardt (12) ist aus Barendorf für die zwei Wochenenden extra nach Lüneburg gekommen. „Es macht wahnsinnig viel Spaß, Simon erklärt und hilft uns viel. Außerdem zeigt er uns auch Bilder von ihm, das ist total spannend.“ Durch eine Spende des Soroptimist International Club Lüneburg über 1500 Euro konnten sie und die anderen Jugendlichen kostenlos teilnehmen — inklusive Verpflegung.