Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Hier, an der Lüneburger Straße 16 in Reppenstedt, kurz vor dem Abzweig Wiesenweg, will die Samtgemeinde Gellersen der Lüwobau das Grundstück zur Errichtung einer Wohnanlage zur Verfügung stellen. Foto: dth
Hier, an der Lüneburger Straße 16 in Reppenstedt, kurz vor dem Abzweig Wiesenweg, will die Samtgemeinde Gellersen der Lüwobau das Grundstück zur Errichtung einer Wohnanlage zur Verfügung stellen. Foto: dth

Haus mit 18 Wohnungen in Reppenstedt geplant

Von Dennis Thomas
Reppenstedt. Ein Grundstück von mehr als 1900 Quadratmetern im Reppenstedter Ortskern will die Samtgemeinde Gellersen der Lüwobau für kleines Geld zur Verfügung stellen und zwar in Erbpacht — ein Euro pro Quadratmeter und Jahr. Als Erbbauberechtigter solle das Wohnungsbauunternehmen der Stadt Lüneburg dort eine Wohnanlage mit 18 Einheiten errichten, um dem Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum in der Kommune zu begegnen. Dafür sprach sich jetzt der Samtgemeinderat aus bei seiner jüngsten und in dieser Wahlperiode wohl letzten Sitzung. Die CDU-Fraktion hatte sich dagegen ausgesprochen, an dem Standort den Bau einer weiteren Kindertagesstätte gefordert — vergeblich. Ursprünglich war dort ein Flüchtlingswohnheim angedacht.

Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers (parteilos) verwies auf die Wohnungsmarktanalyse im Auftrag des Kreises Lüneburg, wonach bis 2030 in Stadt und Landkreis 4900 neue Wohnungen gebaut werden müssten. Röttgers: „Das wird in der nächsten Wahlperiode eine große Herausforderung für alle Gemeinden.“ Auf Gellersen entfielen rund 400 neu zu schaffende Wohneinheiten. „Wir tun mit der geplanten Wohnanlage jetzt einen ersten Schritt.“

Die Fördermittel von Land und Landkreis stehen bereit

Ursprünglich stand das Grundstück an der Lüneburger Landstraße 16 als Standort für ein Flüchtlingswohnheim zur Debatte. Nun soll es nach dem Willen der Ratsmehrheit für sozialen Wohnungsbau herhalten, „für Leute mit kleinem und mittlerem Einkommen“, sagt Bonin (SPD): „Die Fördermittel von Land und Landkreis stehen bereit.“ Die sollten nach dem „Windhundprinzip“ nun „abgegriffen werden“. Vorgesehen ist ein mehrgeschossiges Gebäude mit 1000 Quadratmetern Wohnfläche, aufgeteilt auf 18 Wohneinheiten, darunter neun Zwei-Zimmer-Wohnungen mit zirka 50 Quadratmetern und sechs Drei-Zimmer-Wohnungen mit 60 Quadratmetern. Jürgen Hesse (SOLI) vermisste eine Diskussion über die genaue Art des Wohnraums: „Wir machen hier schon einen Blindflug.“ Er vertraut wie andere darauf, dass die Gemeinde Reppenstedt mit einem Bebauungsplan alles Weitere regelt. Oliver Glodzei (Grüne) sagte: „Wir senden ein Signal, dass wir in den Lüneburger Randgemeinden mit dem Wohnungsbau beginnen.“

Peter Bergen (CDU) sagte: „Wir sind auch für sozialen Wohnungsbau.“ Aber: „Wir wollen eine systematische Untersuchung des Samtgemeindegebietes auf geeignete Standorte.“ Die jetzige Entscheidung kritisierte er als Freifahrtschein. Fraktionskollege Eckhard Dittmer sagte: „Ich kann doch nicht über einen Vertrag mit der LüWoBau beschließen, den ich noch nicht mal gesehen habe.“ Doch der Rat stimmte mehrheitlich für den Abschluss eines Erbbaurechtsvertrags mit der Lüwobau für eine Dauer von 99 Jahren.

Mit dem Anbau der Mensa an der Grundschule Reppenstedt hatte die Kommunalpolitik schon die Weichen gestellt. Jetzt sprach sich der Rat dafür aus, bei der Landesschulbehörde für das Schuljahr 2017/18 die Aufnahme des offenen Ganztagsschulbetriebs, mit zunächst drei Tagen pro Woche, zu beantragen.

In der wohl letzten Sitzung des Samtgemeinderats kam es noch einmal zum Stühlerücken. Neu als Ratsmitglied verpflichtet wurde Jens Böttcher (CDU). Er ist Nachrücker für den kürzlich verstorbenen Ratsherren Klaus Olshof. Als 2. stellvertretende Ratsvorsitzende wurde Ute Klingenberg (CDU) benannt.

3 Kommentare

  1. Schade um den alten, bis heute gepflegten, Garten und die Bäume. In Reppenstedt fehlt der Sinn für den Charme der alten ländlichen Bauwerke. Lieber werden neue Gebäude mit Wellblechverkleidung gebaut, die sich nahtlos in den kühlen 70er Jahre Beton des Zentrum mit dem seit Jahren leerstehenden Penny Markt einreihen.

  2. Wieder werden keine Bürger gefragt oder mit einbezogen. Dabei wird an dieser Stelle der Charakter des Ortes erheblich verändert. Zu den genauen Finanzen schweigen sich alle aus, weitere Informationen werden ebenfalls nicht gegeben. Schon komisch.

    • Der Reppenstedter Charakter ist längst völlig verändert lieber Bürger. Mir fällt nichts ein das noch an ein ehemaliges Dorf erinnern würde. Es ist längst ein neuzeitlicher Vorort Lüneburgs wie Vögelsen oder Adendorf. Lediglich Bardowick hat sich in einigen Bereichen zum Glück noch einen ländlichen Character bewahrt. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass die Bardowicker Gemüsebauern noch relativ gut bis sehr gut von ihrer Arbeit und ihren Produkten leben können. Wer lebt in Reppenstedt noch von Landwirtschaft?

      Ich meine auch dass man es mit Bürgerbeteiligungen übertreiben kann. So sehe ich das in diesem Fall. Wenn hier wirklich sozialer Wohnungsbau durchgeführt wird und die späteren Mieten dem auch entsprechen, so ist das absolut bedarfsgerecht und zwingend notwendig. Wenn ich den Artikel richtig verstehe gehört das Grundstück ohnehin der Gemeinde. Eine Erbpacht für einen Euro pro qm und pro Jahr ist wirtschaftlich zwar zweifelhaft zu betrachten, aber sozial ausgerichtet hat es Bestand. Und Herr oder Frau Bürger: Man sollte nicht immer nur an sich selbst denken, sondern auch mal an den Bedarf von Wohnraum für sozial „Schwächere“. Auch sie haben Anspruch auf einen bezahlbaren und vernünftigen Wohnraum.