Aktuell
Home | Lokales | Initiative fordert Verkehrskonzept für Bereich um den Brockwinkler Weg
Weniger Verkehrslärm, mehr Sicherheit auf den Straßen und ein umfassendes Verkehrskonzept für das Gebiet um den Brockwinkler Weg fordern (v.l.) Heike Dammann,  Markus Lauenroth, Dr. Beate Friedrich, Stefan Pröhl und Gerard McGovern von der Initiative Brockwinkel. Foto: t&w
Weniger Verkehrslärm, mehr Sicherheit auf den Straßen und ein umfassendes Verkehrskonzept für das Gebiet um den Brockwinkler Weg fordern (v.l.) Heike Dammann, Markus Lauenroth, Dr. Beate Friedrich, Stefan Pröhl und Gerard McGovern von der Initiative Brockwinkel. Foto: t&w

Initiative fordert Verkehrskonzept für Bereich um den Brockwinkler Weg

Von Ulf Stüwe
Lüneburg. Wer den Brockwinkler Weg nahe dem Areal der Psychiatrischen Klinik kennt, weiß, dass es diese eher kleine Straße in sich hat. Weil Reppenstedter sie gern als Abkürzung auf ihrem Weg nach Lüneburg nutzen, kommt es dort immer wieder zu Situationen, die Stefan Pröhl als „zumindest kritisch“ bezeichnet. Pröhl ist Mitbegründer der „Initiative Brockwinkel“, die durch die Ausweisung neuer Baugebiete eine weitere Zuspitzung der ohnehin schon angespannten Verkehrssituation am Brockwinkler Weg und am Wienebütteler Weg befürchtet. Von der Stadt fordert sie deshalb die Entwicklung eines Verkehrskonzepts — und die frühzeitige Einbindung der betroffenen Anwohner — womöglich auch in der Hoffnung, im aktuellen Kommunalwahlkampf Unterstützung aus der Politik zu bekommen.

Verkehrskonzept gefordert

Zwar hat die Stadt auf eine Anfrage von Pröhl erklärt, man sei dabei, im Zuge der Errichtung des Neubaugebiets am Wienebütteler Weg ein entsprechendes Konzept zu entwickeln. Die Anregungen der Initiative wolle man bei der öffentlichen Beteiligung aufnehmen, die etwa im Oktober geplant sei.

„Es macht keinen Sinn, wenn wir erst dann angehört werden, wenn die Pläne schon auf dem Tisch liegen“, sagt Dr. Beate Friedrich mit Blick auf laufende Überlegungen der Stadt, am Wienebütteler Weg weitere 260 Wohneinheiten zu errichten. Wie Pröhl ist auch sie Anwohnerin am Brockwinkler Weg und ebenfalls Mitstreiterin der Initiative, die eine „unkoordinierte Zunahme des motorisierten Verkehrs sowie eine stetig steigende Lärmbelästigung“ beklagt. Täglich finde am Brockwinkler Weg ein Kampf zwischen Autofahrern, Fußgängern, Radfahrern und Schulkindern statt, beschreibt Pröhl die Situation. Es werde viel zu schnell gefahren, die Tempo-30-Zone häufig ignoriert. Autofahrer wagten riskante Überholmanöver, häufig werde die Einfahrt in den Weg geschnitten, „jegliche Straßenüberquerung wird zu einem unübersichtlichen Risiko“.

Doch anders als in Lüneburgs Neubaugebieten fehlten hier Maßnahmen zur Beruhigung des Verkehrs, klagen die Initiatoren. „Die Belastungsgrenze ist bereits überschritten“, heißt es in einem Positionspapier, das von der ­Initiative kürzlich beschlossen wurde und schon mehr als 50 Unterstützer während einer noch laufenden Unterschriftenaktion fand. Weil nun aber mit dem geplanten Baugebiet am Wienebütteler Weg zusätzliche Wohneinheiten und damit weitere Autos hinzukommen sollen, außerdem Baugebiete in Reppenstedt und in Vögelsen in Planung seien, fordert die Initiative ein umfassendes Verkehrskonzept.

Blick auch auf andere Gebiete richten

„Warum bindet man uns nicht jetzt schon ein? Als Anwohner kennen wir doch die Situation vor Ort am besten“, fragt Mit­initiator Markus Lauenroth. Außerdem dürfe der Blick nicht nur auf das jeweilige Baugebiet gerichtet werden, auch die Verkehrsströme der angrenzenden Gemeinden müssten berücksichtigt werden. „Es fehlt ein durchdachtes Verkehrskonzept“, sind sich die Initiatoren einig. Überdies lehnen sie eine Bebauung am Wienebütteler Weg ohne Vorlage eines entsprechenden Klimagutachtens ab, wie es in dem Acht-Punkte-Papier heißt.

Die Stadt sah sich am Mittwoch nicht in der Lage, dazu eine Stellungnahme abzugeben. Das Thema sei in Arbeit, hieß es.
Am 7. September will sich die Initiative Brockwinkel erneut zusammensetzen, „vielleicht liegt dann ja auch ein Angebot der Stadt zur Mitwirkung vor“, sagt Stefan Pröhl. Da man sich aber nicht auf die Stadt allein verlassen wolle, habe man vorsorglich auch die Lüneburger Parteien angeschrieben. Antworten seien bis Mittwoch aber noch nicht eingegangen.