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Zufrieden mit der runderneuerten Brücke sind die Verwaltungsmitarbeiter und Bauausschussmitglieder (v.l.) Stadtbaurätin Heike Gundermann, Fachbereichsleiterin Uta Hesebeck, Eberhard Manzke, Alfons Bauer-Ohlöberg, Ingenieur Jörg-Dieter Silex und Dirk Eschen. Foto: t&w
Zufrieden mit der runderneuerten Brücke sind die Verwaltungsmitarbeiter und Bauausschussmitglieder (v.l.) Stadtbaurätin Heike Gundermann, Fachbereichsleiterin Uta Hesebeck, Eberhard Manzke, Alfons Bauer-Ohlöberg, Ingenieur Jörg-Dieter Silex und Dirk Eschen. Foto: t&w

Teufelsbrücke wieder frei: Lüneburgs älteste Querung saniert

Von Alexander Hempelmann
Lüneburg. Aus dem hellen Türkis am Geländer ist ein sattes Grün geworden, dafür sind die neuen Holzbohlen heller als ihre Vorgänger: Die Teufelsbrücke präsentiert sich jetzt runderneuert. Seit 1. August war die Querung über die Ilmenau gesperrt, nun ist der Weg für Fußgänger und Radfahrer wieder freigegeben.

Die Teufelsbrücke ist 1893/1894 gebaut worden, damit ist sie die älteste der 58 Brücken in Lüneburg. „Für 200 Mark hatte der Verschönerungsverein sie damals in Stahlkonstruktion errichtet, weitere 200 Mark kamen für den Damm vom Düvelsbrooker Weg durch die Ilmenauwiesen hinzu“, weiß Stadtbaurätin Heike Gundermann aus Aufzeichnungen des Arbeitskreises Lüneburger Altstadt. Ganz unumstritten sei der Bau nicht gewesen. Das Lüneburger Tageblatt übte in seiner Ausgabe vom 9. Mai 1894 harsche Kritik an der Gestaltung wegen der massiven und vierschrötigen Form. Ähnliche Stimmen kennen heutige Lüneburger von jüngeren Brückenneubauten wie an der ehemaligen Nordlandhalle.

24 Meter lang, 1,90 Meter breit

Damals wie heute ist die 24 Meter lange und 1,90 Meter breite Brücke eine wichtige Verbindung für Spaziergänge in den Tiergarten, heute neben dem Kurpark beliebtestes Naherholungsgebiet im Grünen bei den Lüneburgern. Ende des 19. Jahrhunderts war sie auch einzige Verbindung in dem Gebiet, denn an der Roten Schleuse gab es zu der Zeit nur eine Fähre, die dortige Brücke wurde erst im Jahr 1908 gebaut.

Zuletzt hatte ihr biblisches Alter der Teufelsbrücke, die in den Anfangsjahren noch „Schwarze Brücke“ genannt wurde, arg zugesetzt. 1994 war zuletzt der Korrosionsschutz erneuert, 2008 der Boden ausgetauscht worden. „Wir haben lange überlegt, ob wir sie erneuern oder erhalten“, erinnert Heike Gundermann. „Wir haben uns dann sehr angestrengt, um sie zu erhalten.“ 60.000 Euro hat sich die Stadt das kosten lassen. Arbeiter haben in den vergangenen vier Wochen erst von Pontons im Flussbett aus Stahlteile ausgetauscht und die weniger von Korrosion befallenen Teile vom Rost befreit, schließlich neue Farbe aufgebracht und die Holzbohlen ausgetauscht. Ein neues Schild gibt zudem einige Informationen zur Geschichte der Querung.

Die Stadt bittet darum, nicht erneut Liebesschlösser am Geländer zu befestigen. Brückenexperte Jörg Silex begründet: „Durch die Schlösser nutzen die Beschichtungen viel schneller ab, dann rostet die Brücke. Auch das Gewicht der Schlösser summiert sich.“