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Sigrid Vossers sieht sich zwei Tage vor Amtsantritt in ihrem neuen Büro im ersten Stock der Kreisverwaltung um. Noch ist der Blumenstrauß von Landrat Manfred Nahrstedt der einzige Farbtupfer in dem Raum, doch die 44-Jährige schmiedet auch in Sachen Einrichtung bereits Pläne. Foto: t&w
Sigrid Vossers sieht sich zwei Tage vor Amtsantritt in ihrem neuen Büro im ersten Stock der Kreisverwaltung um. Noch ist der Blumenstrauß von Landrat Manfred Nahrstedt der einzige Farbtupfer in dem Raum, doch die 44-Jährige schmiedet auch in Sachen Einrichtung bereits Pläne. Foto: t&w

Sigrid Vossers tritt ihr Amt als Lüneburger Kreisrätin an

Von Anna Sprockhoff
Lüneburg. Dienstag, kurz nach 12 Uhr, Sigrid Vossers betritt Raum 13 im ersten Stock der Lüneburger Kreisverwaltung. Die 44-Jährige stellt ihre Handtasche auf den Besprechungstisch, legt den dunklen Nadelstreifen-Blazer daneben, schaut sich um. Regale, Schreibtisch, ovaler Besprechungstisch, viel weiße Wand. Für den Geschmack der neuen Kreisrätin eindeutig zu viel. Sie überlegt, die maritimen Bilder aufzuhängen, die sie kürzlich von einer Freundin geschenkt bekommen hat. Oder doch ein Leih-Kunstwerk? Auf jeden Fall wird mit der parteilosen Juristin aus Hamburg neue Farbe in das Büro ziehen. Und das wird kaum die einzige Veränderung bleiben.

Am 20. Juni hatte der Kreistag Sigrid Vossers als neue Kreisrätin gewählt, am Dienstag übergab Landrat Manfred Nahrstedt (SDP) die Ernennungsurkunde. Am Donnerstag hatte sie ihren ersten Arbeitstag. Die Erwartungen an die ehemalige Leiterin des Zentrums für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt im Bezirksamt Wandsbek sind groß. Daran, dass sie diejenige ist, „die die Probleme, die es in einigen Fachbereichen zweifellos gibt“ (Franz-Josef Kamp, SPD-Fraktionschef), beheben kann. Und dass sie hält, was sich die Politik von der „mit Abstand besten Kandidatin“ (Gisela Plaschka, FDP) erwartet: „Qualität im Haus“ (Kamp).

„Das Bauamt neu aufstellen“

Sigrid Vossers kennt die Erwartungen, hat die Lobeshymnen im Kreistag noch im Ohr. Doch die 44-Jährige ist nicht die Art Frau, der das Angst einjagt. „Ich habe Respekt vor der Aufgabe, das ja“, sagt sie, „aber in erster Linie freue ich mich darauf.“ Sie sei ein Mensch, der gerne etwas voranbringt, der gestalten will. „Hier habe ich das Gefühl, dass man mir die Freiheit gibt zu gestalten.“ Ihre erste Amtshandlung? „Leute kennenlernen, den Status quo ermitteln, Strategien entwickeln.“ Erst dann will sich die neue Kreisrätin an das machen, was konkret von ihr erwartet wird: „Das Bauamt neu aufstellen“, gemeinsam mit dem neuen Amtsleiter für mehr Kundenorientierung sorgen.

Fünf Monate war der Posten der Kreisrätin unbesetzt, nachdem der Lüneburger Kreistag Vorgängerin Monika Scherf im vergangenen Oktober mit rotgrüner Stimmenmehrheit vor die Tür gesetzt hatte. Die Suche nach einer Nachfolgerin erwies sich zunächst als recht zäh, die Ausschreibungsfrist musste verlängert, die Stelle sogar überregional ausgeschrieben werden. Am Ende lagen 34 Bewerbungen vor — Sigrid Vossers setzte sich durch.

Ihren Wohnsitz in Bergedorf wird die dreifache Mutter behalten, die rund 90 Kilometer nach Lüneburg und zurück täglich pendeln. „Super gerne wäre ich ja wieder mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren“, sagt sie. Das allerdings wird wohl vorerst nichts. Doch Sigrid Vossers hat sich vorgenommen, die Landschaft des Landkreises nach und nach mit dem Fahrrad zu erkunden. Besonders freut sie sich darauf, das Amt Neuhaus kennenzulernen. Und wer weiß? Vielleicht findet sie ja dort das perfekte Motiv für Raum 13 im ersten Stock der Kreisverwaltung.