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Werben für das Fest, das die Behindertenarbeit des Kirchenkreises am Sonntag, 4. September, in und um St. Nicolai feiert (v.l.): Diakon Ulrich Beuker, Diakonin Elke Bode und Pastor Eckhard Oldenburg. Foto: be
Werben für das Fest, das die Behindertenarbeit des Kirchenkreises am Sonntag, 4. September, in und um St. Nicolai feiert (v.l.): Diakon Ulrich Beuker, Diakonin Elke Bode und Pastor Eckhard Oldenburg. Foto: be

Behindertenarbeit im Kirchenkreis existiert 40 Jahre

Von Rainer Schubert
Lüneburg. Jeder Mensch hat ein Recht auf Religion. Vor mehr als 40 Jahren allerdings waren Menschen aus Stadt und Kreis Lüneburg mit geistiger oder körperlicher Behinderung von der Konfirmation quasi ausgeschlossen. Erst 1976 ging aus einer Konfirmandenguppe an St. Nicolai die Behindertenarbeit des Kirchenkreises Lüneburg hervor. Der 40. Geburtstag dieser Einrichtung wird am Sonntag, 4. September, gefeiert.

Mittlerweile gibt es drei Gruppen mit Menschen mit und ohne Behinderung, die sich mittwochs sowie freitags morgens und abends treffen. Eine Gruppe ist für Jugendliche bestimmt, in den anderen Gruppen kommen Erwachsene zusammen. Ansprechpartner für sie sind Diakonin Elke Bode, die seit zehn Jahren in der Behindertenarbeit aktiv ist, Diakon Ulrich Beuker und Pastor Eckhard Oldenburg. „Langsam dringt die Inklusion bei uns durch“, sagt Elke Bode, Schüler machten bereits Praktika und kümmerten sich auch um Menschen mit Mehrfachbehinderungen: „Das stört heute keinen mehr.“ Rund 80 Teilnehmer kommen pro Woche zu den Treffen.

Bei den Treffen spielen, singen oder basteln die Teilnehmer, sie diskutieren über den Glauben und werden natürlich auf die Konfirmation vorbereitet. Einer der Höhepunkte ist eine christliche Freizeit, die einmal im Jahr angeboten wird. In diesem Jahr gings ins Ostseebad Laboe, Elke Bode: „Wir hatten mit 18 Teilnehmern Spaß am Strand, beim Spielen und Singen. 13 von ihnen haben eine geistige oder eine körperliche Behinderung, einige von ihnen haben auch Mehrfachbehinderungen, sind auf eine Assistenz angewiesen, können beispielsweise nicht alleine essen. Untergebracht waren wir in einem barrierefreien Haus.“

Soziale Kompetenz im Konfirmandenunterricht

Die Behindertenarbeit wirkt eng mit der St.-Nicolai- und der Martin-Luther-Gemeinde zusammen. Elke Bode weiß, dass es in anderen Gemeinden schwierig ist, Behinderte in die Konfirmandengruppen zu integrieren — aber es ist nicht unmöglich. In Embsen hat es beispielweise geklappt, auch in St. Michaelis wurde es bereits probiert. „Die Vorbereitung auf den Konfirmandenunterricht dauert da zwar länger, aber alle Beteiligten erfahren dabei eine soziale Kompetenz.“ In solchen Fällen ist Elke Bode die Ansprechpartnerin für die Kirchengemeinden. Sie kann Verantwortlichen Tipps geben und auch Materialien zur Verfügung stellen.

Zum Nico-Treff, dem Treff am Freitagabend, kommen auch Erwachsene, die schon vor 30 Jahren dabei waren. „Für sie gehört das zu ihrem Leben“, sagt Bode. Die Behindertenarbeit geht bei den jeweiligen Treffen auch auf die Wünsche der Teilnehmer ein, dann geht es mal gemeinsam in die Stadt, zum Tanzen oder ins Theater. So zeigen die Teilnehmer, dass sie trotz ihrer Behinderung mitten im Leben stehen.

Das Programm

Das Fest beginnt mit einem Gottesdienst um 10 Uhr in der St.-Nicolaikirche einschließlich der Bürgerkanzel mit der Vorsitzenden die Lebenshilfe, Dagmar Pitters. Anschließend sind Grußworte im Pfarrgarten von Superintendentin, Christine Schmid, Landrat Manfred Nahrstedt, Folker Thamm (Pastor im Ruhestand) und der Vorsitzenden des Kirchenvorstandes, Kirsten Ahrens-Imhorst, geplant. Danach gibt es unter anderem eine amerikanische Versteigerung mit Bildern, die im Kunstworkshop entstanden sind, und ein gemeinsames Mittagessen. Und gegen 14.50 Uhr übergibt die Bürgerstiftung St. Nicolai ihre Förderurkunden für Projekte.