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Neue Marken, neue Kästen: Lukasz Czapla (l.), verantwortlich für den Vertrieb beim Lüneboten, und Lünebote-Geschäftsführer Jens Vasicek wollen den Post-Markt aufmischen. Foto: t&w
Neue Marken, neue Kästen: Lukasz Czapla (l.), verantwortlich für den Vertrieb beim Lüneboten, und Lünebote-Geschäftsführer Jens Vasicek wollen den Post-Markt aufmischen. Foto: t&w

Der Lünebote steigt ins Privatpostgeschäft ein

Von Alexander Hempelmann
Lüneburg. Die Konkurrenz für den gelben Riesen ist knallrot und seit 20 Jahren in Lüneburg verwurzelt: Der Lünebote steigt ins Privatpostgeschäft ein. Die Postkarte mit Urlaubsgrüßen aus der Hansestadt für Oma Frieda oder der Brief an den Kumpel in Bayern — sie können ab sofort über das Lüneburger Unternehmen zugestellt werden, und zwar bundesweit. Was bislang Geschäftskunden und Behörden vorbehalten war, ist jetzt für alle Lüneburger und Lüneburg-Touristen möglich. Und das Ganze ist auch noch etwas günstiger als bei der Post. Für den Standard-Brief sind 63 statt 70 Cent, für die Postkarte 43 statt 45 Cent fällig.

Unternehmen kooperiert mit 134 Partnern

Egal ob Postkarte, normaler Brief, Groß- oder Maxibrief, ob nach Bayern, Sachsen oder Nordrhein-Westfalen — im Regelfall ist die Post am übernächsten Tag da, manchmal schon am nächsten, verspricht Lünebote-Geschäftsführer Jens Vasicek. Möglich macht es ein bundesweites Netzwerk von Postdienstleistern, denn der Lünebote hat zwar eigene Zusteller in der Hansestadt, nicht aber in Würzburg oder Hannover. „Nachts fahren die Lkw von Stadt zu Stadt und tauschen die jeweilige Post untereinander aus. Wir kooperieren mit 134 Partnern und können — stand heute — 79 Prozent des gesamten Bundesgebietes abdecken.“ Doch auch wenn ein Brief in den wenigen weißen Flecken Deutschlands zugestellt werden soll, geht er nicht verloren, sagt Vasicek zu: „Dann frankieren wir ihn, und er wird über die Deutsche Post zugestellt.“

Die ersten eigenen Briefkästen haben er und seine Mitarbeiter bereits aufgestellt: Ein großer Kasten steht am Platz Am Sande direkt am Eingang zur Bäckerstraße zwischen zwei gelben Briefkästen der Deutschen Post — laut Vasicek „ein perfekter Standort für uns“ — , ein zweiter steht vor dem Landgericht am Marktplatz. Kleinere Kästen, in London ausrangierte Oldies und damit passend zum historischen Ambiente Lüneburgs, hängen bei der LZ vis-a-vis dem Eingang zum Ticketshop am Platz Am Sande, bei Edeka Bergmann in Adendorf und im Heidemarkt in Eppensen an der B4, weitere Kästen und Standorte etwa in Bardowick und Reppenstedt sollen folgen. Täglich ab 17.30 Uhr werden sie geleert.

Zum Start gibt es fünf Motive

Wichtig: Wer seine Post mit dem Lüneboten schicken möchte, benötigt dafür auch andere Briefmarken. Die sind etwas größer als jene der Post. Zum Start gibt es fünf Motive: das Rathaus, den Wasserturm, das Wasserviertel, den Alten Kran und eine Heidelandschaft. Schon jetzt sind sie bei Sammlern gefragt, vier Großhändler hätten sich bereits eingedeckt mit den ersten Marken. Über die Internetseite des Lüneboten lassen sich im Übrigen auch individuelle Marken kreieren. Zum Beispiel mit dem eigenen Antlitz für die Geburtstagseinladung oder mit dem Brautpaar für die individuelle Einladung zur Hochzeitsfeier.

Der Lünebote hat Erfahrung in der Zustellung, ist seit nunmehr zwei Jahrzehnten am Markt. „Wir sind Deutschlands ältester privater Briefdienst“, sagt Vasicek stolz. Rund 50.000 Postsendungen laufen schon heute — ohne bundesweite Privatpost — durch das Verteilzen­trum an der Stadtkoppel. 60 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge sieht die Expansion mit Wohlwollen. „Es ist immer schlecht, wenn man einen Monopolisten hat, deshalb begrüße ich den Wettbewerb. Die Lüneburger haben jetzt eine Alternative. Das Gute ist hier: Beim Lüneboten bleibt das Geld in Lüneburg. Wir als Stadt sind ja schon lange Kunde und da kann ich sagen: Es hat immer gut und verlässlich geklappt.“

Hier gibt es die Lüneboten-Briefmarken

Einzeln oder in 10er-Bögen sind sie erhältlich auf der Seite www.luenebote.de, im Service-Center der LZ, bei der Lünepost, in der Buchhandlung Lünebuch, bei der Tourist-Info am Rathaus und im Heidemarkt in Eppensen.

So funktionierts

Wer seine Post mit dem Lüneboten verschicken möchte, muss sie mit der entsprechenden Lüneboten-Briefmarke frankieren und in einen der roten Lüneboten-Briefkästen einwerfen. Vasicek bittet: „Die Briefmarke möglichst nicht ganz oben rechts, sondern etwas tiefer auf die rechte Seite des Umschlags kleben.“ So bliebe in der Ecke noch Platz für eine Briefmarke der Deutschen Post, falls der Adressat in einem der wenigen Landstriche wohnt, wo das Netzwerk der Privaten noch nicht präsent ist. „Das würde aber ganz automatisch passieren, es entstehen für den Kunden keine weiteren Kosten.“ Und auch wenn mal Post durchei­nander gerate, also jemand einen Brief mit Lüneboten-Marke in den gelben Kasten wirft oder umgekehrt, „ist das nicht tragisch, wir reichen das weiter und werden von der Post unsere Sendungen auch bekommen“.

One comment

  1. Die Web-Adresse ist falsch. Es muss http://www.luenebote.de heißen.