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Das starke Niedrigwasser der Elbe und die heftigen Sandablagerungen am Grund machen es möglich, dass Elbfischer Eckhard Panz in der Flussmitte zwischen Hohnstorf und Lauenburg durch das Wasser waten kann. Foto: vbm
Das starke Niedrigwasser der Elbe und die heftigen Sandablagerungen am Grund machen es möglich, dass Elbfischer Eckhard Panz in der Flussmitte zwischen Hohnstorf und Lauenburg durch das Wasser waten kann. Foto: vbm

Elbe geht das Wasser aus

Von Malte Lühr
Lüneburg. Seit Wochen schon gehen die Wasserstände an der Elbe zurück, auch in Niedersachsen zwischen Schnackenburg und Geesthacht. Am Donnerstag betrug der Wasserstand am Pegel Neu Darchau gerade einmal 107 Zentimeter. Grund zur Sorge gibt es laut Jörn Abel vom NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) in Lüneburg jedoch nicht. „Niedrigwasserlagen sind in dieser Jahreszeit nicht ungewöhnlich.“

Doch ist Abel auch sicher: Der Trend setzt sich fort. „Zurzeit gehen wir davon aus, dass der Wasserspiegel im niedersächsischen Elbeabschnitt in den nächsten Tagen wegen fehlender Niederschläge weiter fallen wird.“  Das Niveau ist am Pegel Neu Darchau alleine im August um etwa 60 Zentimeter gesunken. Es liegt damit aktuell etwa 1,80 Meter unter dem Mittelwasser (MW) und 20 Zentimeter unter dem Mittleren Niedrigwasser (MNW). Abel erwartet, dass der Wasserspiegel in der kommenden Woche unter die Ein-Meter-Marke fällt.

Die niedrigen Wasserstände haben nicht nur Auswirkungen auf die Schifffahrt. Ein Niedrigwasser beeinflusst auch die Gewässergüte. „Der Zustand der Elbe wird routinemäßig das ganze Jahr überwacht. Das Labor des NLWKN führt regelmäßige Kontrollen an der Messstation Schnackenburg durch“, erläutert Abel. Am Donnerstag beschlossen der Bund, die betroffenen Länder sowie die Flussgebietsgemeinschaft Elbe, die Überwachung des Stroms wegen des außergewöhnlichen Niedrigwassers zu erweitern. Das „Elbemessprogramm Extreme“ sieht eine verstärkte Gewässergüteüberwachung bei extremen Hoch- und Niedrigwasserlagen an zehn ausgesuchten Messstandorten entlang des Flusses vor. Am kommenden Montag werden die Ergänzungsuntersuchungen erstmals auch in Schnackenburg durchgeführt.

Derzeit kein Anlass zur Sorge

Die Untersuchungsergebnisse von Freitag geben derzeit keinen Anlass zur Sorge. „Die Messungen der Sauerstoffgehalte und pH-Werte sind für die Fische unkritisch und typisch für die Jahreszeit. Bei den augenblicklichen Wassertemperaturen um etwa 21 Grad sind in den kommenden Tagen auch bei weiter sinkenden Wasserständen keine kritischen Sauerstoffverhältnisse im tidefreien Bereich der Elbe zu erwarten“, sagt Abel.

Niedrige Abflüsse zeigen auch wichtige Nebenflüsse der Elbe wie die Ilmenau oder die Jeetzel: In Bienenbüttel und Niendorf (Stederau) liegen die Abflusswerte der Ilmenau mit 4,83 Kubikmeter je Sekunde (m³/s) beziehungsweise 0,56 m³/s etwa im Bereich des langjährigen mittleren Niedrigwasserabflusses. Vom bisher niedrigsten Abfluss der 60-jährigen Messreihe für den Pegel Bienenbüttel mit 3,1 m³/s ist die Ilmenau aktuell noch weit entfernt. In Lüchow an der Jeetzel liegt der Abfluss bei 1,4 m³/s und damit etwas über dem mittleren Niedrigwasserabfluss von 1,27 m³/s.

Die Ergebnisse des Sondermessprogramms werden auf der Internetseite der Flussgebietsgemeinschaft Elbe veröffentlicht. Zu finden ist die Seite unter www.fgg-elbe.de

2 Kommentare

  1. Bei 1.10 m Tauchtiefe dort dürften die Stiefel nicht ausreichen. Zeitung…..

  2. in den dienstvorschriften der bundeswehr steht, man sollte bei einer wassertiefe von 1,50 m automatisch mit schwimmbewegungen beginnen. eine der wenigen vorschriften dort, die anscheinend sinn machen. ( upps) kann man sinn machen? schmunzel