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Das ehemalige Sparkassen-Gebäude in Reppenstedt wird demnächst im Auftrag der Samtgemeinde umgebaut. Foto: dth
Das ehemalige Sparkassen-Gebäude in Reppenstedt wird demnächst im Auftrag der Samtgemeinde umgebaut. Foto: dth

Samtgemeinde Gellersen investiert 885.000 Euro in Sparkassengebäude

Reppenstedt. Nachdem die Sparkasse ihren Umzug innerhalb der Gemeinde Reppenstedt vollzogen hat, ist der Weg für die Samtgemeinde Gellersen frei, das ehemalige Sparkassengebäude an der Dachtmisserstraße gegenüber dem Rathaus nach ihrem Gusto umzubauen. Wie berichtet, soll der alte Filialstandort nicht nur der Gellerser Verwaltung zusätzlichen Platz bieten, sondern darin auch ein öffentliches Forum entstehen für Vereinssitzungen, Ausstellungen und Lesungen. Bei der jüngsten Sitzung des Samtgemeinderates Gellersen teilte Verwaltungschef Josef Röttgers (parteilos) mit, dass nun die Aufträge für den Umbau vergeben wurden.

Bereits im Sommer 2014 hatte die Samtgemeinde Gellersen, mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Reppenstedt, das Sparkassen-Gebäude gekauft. Das Kreditinstitut war seitdem nur noch Mieter der Immobilie und die Samtgemeinde nutzte bereits Teile des Bürotraktes. Den Auszugstermin der Sparkasse in ihre neue Filiale und den Umbau hat Samtgemeindebürgermeister Röttgers schon lange herbeigesehnt. Denn die Verwaltung wächst stetig und der Platz im Rathaus für die Mitarbeiter wird immer beengter.

Umbauarbeiten sollen am 9. September beginnen

885.000 Euro, inklusive Architektenhonorar, werden für die Umgestaltung benötigt, sagte Röttgers auf LZ-Nachfrage. Davon entfielen rund 780.000 Euro auf die Baukosten und 105.000 Euro auf die Ausstattung. Die offizielle Übergabe der restlichen Räume an die Samtgemeinde sei für den 16. September vorgesehen, der Baubeginn für den 19. September. Zuvor müssen die zwei Verwaltungsmitarbeiter vom Amt für Kinder, Jugend und Senioren, die dort bereits ihre Büros eingerichtet hatten, vorrübergehend wieder ins Rathaus zurückziehen. Röttgers: „Wir werden beim Umbau alle Räume anfassen müssen.“

Zuletzt hatte es im Frühjahr zwischen den Fachausschüssen von Samtgemeinde und Gemeinde auf der einen Seite und der Samtgemeindeverwaltung auf der anderen Seite Auseinandersetzungen gegeben. Die Kommunalpolitiker sperrten sich zunächst, die nötigen Haushaltsmittel für einen zügigen Umbau freizugeben und forderten darüberhinaus, die Filiale in eine Bürgerbegegnungsstätte umzuwandeln. Der zwischenzeitlich gefundene Kompromiss berücksichtigt weiterhin acht Büroräume für die Verwaltung. Sie fallen aber zugunsten eines öffentlichen Bereichs kleiner aus. So soll künftig auch der große Besprechungsraum für öffentliche Zwecke zur Verfügung stehen. Auf Wunsch der Politik wird mit dem Umbau zudem die energetische Sanierung des Gebäudes in Angriff genommen. dth

7 Kommentare

  1. Wie bei wohl fast allen öffentlichen Bauvorhaben ist auch hier vermutlich der Wunsch Vater des Gedankens. 885.000 Euro soll es kosten. Ich bin gespannt auf die Endabrechnung. Und wenn darin die Kosten für die Architektenleistung enthalten sind, so wurde der mit rund 73.000 Euro auch nicht gerade bescheiden belohnt. Aber es sind doch alles nur Steuergelder.

    Doch Hauptsache die Verwaltung und Bürokratie kann wachsen und gedeihen. Ach ich liebe sie.

    • Das Geld is ja nicht weg !! (Hat nur ein Anderer) 🙁

    • Die 73.000 Euro für den Architekten stimmen wohl nicht. Es werden nach HAOI wohl ca. 120.000 Euro sein, da es sich um einen Umbau handelt. Warum es fast eine Million Euro bedarf ein bestehendes Gebäude umzubauen, dass erschließt sich mir nicht. Ein schlank geplanter Neubau wäre nicht teurer gewesen, nachhaltiger und die energetische Bilanz wäre besser.

      • Hallo don,
        so über den Daumen lässt sich das selten sagen, ob Neubau oder Bestandsumbau
        a) monetär günstiger bzw.
        b) ökobilanziell ressourcensparender
        ist.

        Ein Abriss und Neubau kann bei einem – nach Foto geschätzt – 30 Jahre altem Gebäude deutlich mehr „Graue Energie“ verbrauchen, weil neben Dämmung / Haustechnik eben auch der Verbrauch von Energie und Materialien für die Baustoffe selbst zu beachten wären.

        In diesem Fall könnte Gemeinde eben die Schalterhalle als „Bürgeramt“ gut nachnutzen, ob jedoch die Nebennutzungen gebraucht werden, müssen die Bürger und Politiker entscheiden. Neubauten für Kunstausstellungen und Events sind in Lüneburg und umzu ja offensichlich en vouge: Kulturbäckerei, Museum, Alte Musikschule… um nur drei zu nennen.

        Inwiefern bei Erwerb durch die Gemeinde das Gebäude z.B. um zwei Wohnetagen aufgestockt werden kann, um so im Ortszentrum das Grundstück effektiv auszunutzen, und dabei eben auch „bezahlbarer Wohnraum“ geschaffen werden kann z.B. für Familien – das wäre mit dem Architekten zu klären.

        Warum in diesem Forum gleich in Vergangenheitsform gesprochen wird, anstatt sich konstruktiv mit guten Ideen an die bekannten Verantwortlichen zu wenden, verstehe ich manchmal nicht.

        Beste Grüße,
        Michael Recha

  2. Warum wächst denn die Bürokratie in Gellersen so stark? Das vorhandene Gebäude ist ja nicht gerade klein und nun wird noch das relativ große Sparkassengebäude zusätzlich benötigt? Wieviel Verwaltungsbeamte werden denn noch zusätzlich eingestellt und wie hoch sind die laufenden Kosten hierfür?
    Ich sehe das sehr kritisch. Der Staat sollte eher Gelder einsparen anstatt die Bürokratie noch weiter zu vergrößern.

  3. Ha, das erinnert mich an die ausufernden Kosten des Vereinsheim in Barendorf.