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Sie waren mit ihren vierbeinigen Kollegen dabei, Mitglieder der Lüneburger Hundestaffel des Deutschen Roten Kreuz: (v.l.) Regina Rodegerdts mit Hund Bruno, Birgit Bengsch mit Shirty, Jan-Bennet Voltmer mit Suki und Tim Zeitel mit Bommel. Foto. be
Sie waren mit ihren vierbeinigen Kollegen dabei, Mitglieder der Lüneburger Hundestaffel des Deutschen Roten Kreuz: (v.l.) Regina Rodegerdts mit Hund Bruno, Birgit Bengsch mit Shirty, Jan-Bennet Voltmer mit Suki und Tim Zeitel mit Bommel. Foto. be

Deutsches Rotes Kreuz präsentiert sich

Lüneburg. Blut kann Niclas Kahrs und Andreas Rothgeber nicht schrecken: Ruhig und professionell leisten die beiden Helfer des Deutschen Roten Kreuz aus Bremervörde dem „Verletzten“ Erste Hilfe. Mit geradezu grandiosem Erfolg: Denn der junge Mann, der eben noch ziemlich blass auf der Trage gelegen hatte, kann schnell wieder lachen. Trotz „Nasenbeinbruchs“ und mächtig viel Kunstblut im Gesicht.

Die Verletzung war nicht echt, die Helfer vom DRK schon: „Katastrophenschutz heute“, lautete das Motto der Veranstaltung, zu der gestern das Deutsche Rote Kreuz auf das Gelände der 4. Bereitschaftspolizeihundertschaft in Lüneburg eingeladen hatte. Es war eine Leistungsschau der besonderen Art. Acht DRK-Kreisverbände aus dem Bereich der Polizeidirektion Lüneburg präsentierten Material und Gerät, mit dem sie im Katastrophenfall ausrücken, um Menschenleben zu retten.

Organisiert wurde die Veranstaltung für Besucher, die ebenfalls vom Fach sind: Polizei, Feuerwehren, Technisches Hilfswerk, aber auch für die Soldaten aus den Kreisverbindungskommandos, die im Katastrophenfall ebenfalls als Berater mit in den Stäben sitzen.

Die Hundestaffel ist gerüstet

Präsentation der Ressourcen

„Wir wollen mit dieser Veranstaltung den Behörden zeigen, auf welche Ressourcen des DRK sie im Ernstfall zugreifen können“, sagt Jan Bauer, DRK-Kreisbereitschaftsleiter aus Harburg. Eine ähnliche Veranstaltung habe es zuletzt vor etwa zehn Jahren gegeben. „Da kann eine Auffrischung nicht schaden“, sagt Bauer.
Denn dass auch das Deutsche Rote Kreuz über eine Reiterstaffel verfügt, dürfte sich noch nicht überall rumgesprochen haben: Kirsten Köhler, Mareike Keese und Jennifer Eckelmann vom DRK-Ortsverein Jesteburg sind auf ihren Island-Pferden denn auch vielgefragte Ansprechpartner: „Wir sind überall dort gefragt, wo man mit dem Auto nur schwer hinkommt“, sagt Mareike Keese und nennt ein Beispiel „etwa in der Heide.“

Rettungshelfer Niclas Kahrs (l.) und und Sanitätshelfer Andreas Rothgeber zeigen, was sie gelernt haben – auch wenn es nur eine Übung ist. Foto: be
Rettungshelfer Niclas Kahrs (l.) und und Sanitätshelfer Andreas Rothgeber zeigen, was sie gelernt haben – auch wenn es nur eine Übung ist. Foto: be

Und die Pferde sind nicht die einzigen Vierbeiner in Diensten des DRK: Einige Meter weiter präsentiert sich die Hundestaffel des DRK-Kreisverbandes Lüneburg: 33 Einsätze hatten die „Retter mit der kalten Schnauze“ im vergangenen Jahr absolviert, 14 sind es bereits in diesem.
Längst hat das Deutsche Rote Kreuz auch die Luft erobert mit Hilfe von ferngesteuerten Drohnen: „Die setzen wir bei Großveranstaltungen ein, bei der Personensuche, aber auch zur Eigensicherung“, erläutert Bauer.

Einsatz auf Hurricane Festival

Die Reiterstaffel aus Jesteburg mit Kirsten Köhler, Maeike Keese und Jennifer Eckelmann. Foto: be
Die Reiterstaffel aus Jesteburg mit Kirsten Köhler, Maeike Keese und Jennifer Eckelmann. Foto: be

Selbst in unwegsamem Gelände kommen die DRK-Helfer dank ihres Fahrzeugparks gut zurecht: Der Blick fällt auf einen Unimog mit Kofferaufbau: „Mit dem Fahrzeug sind wir regelmäßig beim Hurricane Festival unterwegs“, sagt Fahrer Thomas Knabbe und sein Kollege Steven Renken vom DRK-Kreisverband Stade ergänzt: Auch beim jüngsten Festival waren wir damit im Einsatz!“

Natürlich kann das DRK im Ernstfall auch auf einen gut ausgestatteten Werkstattwagen zurückgreifen. Selbst ein Motorrad mit DRK-Kreuz auf dem Tank hatten die Helfer dabei. Fällt durch eine Katastrophe der Strom aus, funktionieren auch Handy, Funk und Telefon nicht mehr. Dann muss auf Block und Kradmelder zurückgegriffen werden, um wichtige Nachrichten zu transportieren. Das DRK jedenfalls, das hat die Veranstaltung gestern gezeigt, scheint auch auf solche Situationen vorbereitet.

Von Klaus Reschke