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Von der 2a an die 1a: Die Zweitklässler der Grundschule Lüne überreichten ihre Lesetüten an die Abc-Schützen. Foto: t&w
Von der 2a an die 1a: Die Zweitklässler der Grundschule Lüne überreichten ihre Lesetüten an die Abc-Schützen. Foto: t&w

Lesespaß aus der Lesetüte

Lüneburg. Es ist mucksmäuschenstill in der Klasse 1a der Grundschule Lüne, als die Schüler der 2a den Klassenraum betreten. Jeder von ihnen hat eine bunte Tüte in der Hand, eine farbenfroher als die andere, liebevoll von den Zweitklässlern mit individuellen Motiven bemalt. Das Wichtigste aber steckt in den bunten Papiertüten: Lesestoff für die Schulanfänger, dazu weitere Dinge, die beim Lesenlernen helfen sollen. Rund 1000 dieser „Lesetüten“ werden in diesen Tagen kostenlos an Erstklässler verteilt.

1000 Exemplare an Abc-Schützen überreicht

„So viele hatten wir noch nie“, freut sich Irene Donning. Die Pädagogin ist Mitarbeiterin bei Lünebuch, seit sechs Jahren betreut sie die Aktion „Lesetüte“, eine Initiative des Sortimenter-Ausschusses im Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Rund 100.000 dieser Tüten werden bundesweit pro Jahr verteilt.  Etwa 800 davon gehen regelmäßig zum Schuljahresbeginn an die Erstklässler in Lüneburg. Hier werden sie von Irene Donning und ihren Kollegen mit Inhalt bestückt und verteilt. Erstmals erhielten auch 200 Abc-Schützen im Raum Salzhausen eine Lesetüte von Lünebuch.

„Lesen ist der Schlüssel zu allen Bereichen der Bildung. Wir möchten mit dieser Aktion die Erstklässler gleich zu Beginn ihrer Schulzeit neugierig aufs Lesen machen“, erläutert Donning die Idee. Die scheint aufzugehen, denn die Freude über die bunte Überraschung ist bei den Schülern stets groß. „Ich war sehr aufgeregt und hab gleich alles ausgepackt“, erzählt die sechsjährige Leonie. Sie freut sich, dass es mit dem Lesenlernen nun endlich losgeht. Mitschüler Jaro findet das Buch klasse, das in der Tüte lag, eine Abenteuergeschichte mit Pirat Krabbe, mit vielen Bildern und kurzen Textabschnitten in großer Fibelschrift, die das Lesen erleichtern.

Neben dem Buch, einem Gutschein für einen Leseausweis in der Jugendbücherei, einem Stundenplan und einem Lesezeichen beinhaltet die Lesetüte einen Brief, der sich an die Eltern richtet. „Wir möchten die Eltern anregen, ihre Kinder beim Lesenlernen zu unterstützen“, sagt Irene Donning. Vor allem das regelmäßige Vorlesen, die Begleitung bei den ersten Leseübungen und der Austausch über das Gelesene seien wichtig, „es ermutigt die Kinder, die gerade das gemeinsame Lesen schätzen“. Verteilt werden die Elternbriefe auch auf Türkisch, Arabisch und Russisch.

Charlotte ist eine echte Leseratte

Die Aktion startet jeweils gegen Ende eines Schuljahres. „Dann bringen wir die Tüten in die Schulen, wo sie von den Erstklässlern, die nach den Sommerferien Zweitklässler sind, bemalt und an die neuen Erstklässler übergeben werden“, erläutert die Pädagogin und Buchhändlerin das Procedere. In diesem Jahr konnte die siebenjährige Charlotte die von ihr bemalte Tüte weitergeben, Lesen ist für sie inzwischen eine Selbstverständlichkeit: „Ich habe schon einen ganzen Schrank und Kisten voller Bücher“, erzählt sie. Ihre Lieblingsbücher sind Abenteuergeschichten. Sie freut sich schon, sich darüber auch mit ihrer Patin Mia aus der 1a auszutauschen, der sie jetzt ihre Lesetüte überreicht hat. us