Aktuell
Home | Lokales | Whisky im alten Schulamt
Whisky
Das alte Schulamt der Stadt Lüneburg. Künftig soll hier ein Hotel entstehen. Foto: t&w

Whisky im alten Schulamt

Lüneburg. Gut drei Jahre ist es her, dass der Bleckeder Unternehmer Stephan Scheer das denkmalgeschützte Haus an der Egersdorffstraße gekauft hat, in dem einst das Schulamt der Stadt untergebracht war. Seine Idee: Ein kleiner Hotelbetrieb soll dort entstehen, in einem Nebengebäude eine Whisky-Destille nebst kleinem Restaurant. Ein anspruchsvolles Projekt, auch weil der Bauherr Altes bewahren möchte. „Nun liegt Herrn Scheer die Baugenehmigung vor“, sagt Stadtbaurätin Heike Gundermann. Mit der Sanierung und dem Umbau soll im Oktober begonnen werden.

So soll der Komplex nach dem Umbau, Blick von Straße Hinter der Bardowicker Mauer, aussehen. Bild: jörg hilmer
So soll der Komplex nach dem Umbau, Blick von Straße Hinter der Bardowicker Mauer, aussehen. Bild: jörg hilmer

Vergangene Woche habe es noch einmal abstimmende Gespräche zwischen der Bauverwaltung, dem Bauherrn sowie dem bauleitenden Architekten Jörg Hilmer gegeben, der auch den Wiederaufbau des Lösecke-Hauses betreut. Eigentlich wollte Scheer bereits im Frühjahr mit den Arbeiten an dem Gebäude in der Egersdorffstraße beginnen, doch es waren noch Umplanungen notwendig, erläutern Stadtbaurätin und Bauherr. Das Haus, das seit Jahren in einem bedauerlichen Zustand ist, hat seinen Ursprung im Jahr 1438. Damals wurde es auf dem sogenannten Winterberg für den Syndicus der Stadt errichtet.

Ursprünge gehen auf 1438 zurück

Beim Freilegen und Sichern der Bausubstanz traten hinter den neuzeitlichen Tapeten alte Wandbemalungen sowie historisches Mauerwerk zu Tage. Diese Schätze sowie die historischen Malereien an den Holzbalkendecken will Scheer erhalten. In enger Absprache mit der Denkmalpflege der Stadt sollen nun die restauratorischen Sicherungsarbeiten im Vorfeld der Sanierung erfolgen.

Umgewandelt werden soll das Gebäude an der Egersdorffstraße in ein Hotel mit 35 Zimmern. Links daneben angedockt wird ein Gebäude, das in den Winterberg hineingebaut wird. Lediglich die Glasfront wird zu sehen sein. Dort soll dann laut Scheer das Restaurant und die Destille einziehen. Derzeit ist er dabei, für die Gewerke Angebote einzuholen, um abschließend Sicherheit in die Baukosten zu bekommen. Scheer weiß darum, wie anspruchsvoll die Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden ist. In seiner Heimatgemeinde Bleckede hat er bereits einige Projekte umgesetzt. Dazu gehören das Café Zeitraum, das Restaurant „Wohnküche“ und das Haus Marsch-Deich Nr. 1. Inzwischen hat er auch das Einzeldenkmal in der Breiten Straße 43 gekauft, in dem ehemals der Discounter Aldi eine Filiale hatte, und restauriert dieses seit einigen Monaten.