Aktuell
Home | Lokales | Handorfs Bürgermeister sichert Grundstücksfläche für Kita, Krippe und Jugendzentrum
Bei der Gemeinderatssitzung stand Peter Herm zwischenzeitlich alleine da. Vor der Sitzung auch, allerdings nur, um das für die Gemeinde erworbene Grundstück zu präsentieren. Foto: dth
Bei der Gemeinderatssitzung stand Peter Herm zwischenzeitlich alleine da. Vor der Sitzung auch, allerdings nur, um das für die Gemeinde erworbene Grundstück zu präsentieren. Foto: dth

Handorfs Bürgermeister sichert Grundstücksfläche für Kita, Krippe und Jugendzentrum

Von Dennis Thomas
Handorf. Ein Wechselbad der Gefühle war der Abend der letzten Ratssitzung vor der Kommunalwahl für Handorfs Gemeindebürgermeister Peter Herm (CDU). Die Ratsrunde am Dienstagabend im Gasthaus Benecke stimmte dafür, dass sich die Samtgemeinde Bardowick auch im Namen Handorfs an der Betreibergesellschaft des geplanten Windparks nordwestlich von Bardowick beteiligen darf. Allein Bürgermeister Herm blieb bei seiner ablehnenden Haltung, Steuergeld einem wirtschaftlichen Risiko auszusetzen. Daran konnte auch der Vortrag von CDU-Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann nichts ändern. Dabei drohte der Sitzung zunächst der Abbruch — aus formalen Gründen. Hatte Herm zu Beginn der Sitzung noch gut gelaunt von einem bedeutenden Grundstückskauf für die Gemeinde Handorf berichtet, vermieste das formale Gezerre sein Stimmungshoch.

Nach einer „gefühlten Unendlichkeit“, so Herm, oder fast zwei Jahren Verhandlungsdauer „ist es mir gelungen, die Grundstücksfläche neben der Grundschule an der Hauptstraße zu erwerben“. Zu den Zielen der Gemeinde sagte der Bürgermeister: „Dort steht für den Bau des Kindergartens, einer Krippe und des Jugendzentrum eine Grundstücksfläche von fast 4500 Quadratmetern zur Verfügung.“ Über den Preis schwieg er sich auch auf Nachfrage aus. Tatsächlich wurde im Gemeinderat immer wieder über einen möglichen Kindergarten-Neubau diskutiert.

Laut Herm könnten sich aus dem angestrebten Neubauprojekt aller drei Einrichtungen auch Vorteile für die Samtgemeinde Bardowick als Trägerin der Grundschule ergeben: „Die Räume im Obergeschoss der Grundschule, in denen bisher das Jugendzentrum untergebracht ist, könnten künftig als Mensa und für die nachschulische Betreuung genutzt werden“, sagte der Bürgermeister. Bis dahin sei es aber noch ein langer Weg. Er hoffe, dass die Planungen auch nach der Kommunalwahl fraktionsübergreifend mitgetragen würden. Doch zunächst wurde der gesundheitlich angeschlagene Herm fraktionsübergreifend heftig kritisiert.

Rat für Windparkbeteiligung

Ulrich Großer (Grüne) rügte den Bürgermeister dafür, dass die Ratssitzung nicht durch eine Sitzung des Verwaltungsausschusses (VA) vorbereitet worden war. Mit Verweis auf die einwöchige Ladungsfrist sagte Herm forsch: „Dann brechen wir das hier ab!“ Soweit kam es aber nicht. Herm, Großer sowie Martina Sommer (SPD) zogen sich für 20 Minuten zurück, holten die VA-Sitzung nach. Dabei ging es auch um die Aufgabenübertragung an die Samtgemeinde zur weiteren Beteiligung am Bardowicker Windpark. Mehrheitlich empfahl der VA dem Rat Zustimmung.

Samtgemeindebürgermeister Luhmann legte dar, dass die Samtgemeinde schon an der Projektentwicklungsgesellschaft beteiligt sei und durch die Baureife der Windräder bereits Anspruch auf eine Auszahlung von 480.000 Euro habe, „und dabei haben wir nicht einmal 100.000 Euro eingezahlt“. Das wirtschaftliche Risiko bei einer weiteren Beteiligung an der Betreibergesellschaft sei „deutlich überschaubar“. Auch wenn die Ratsmitglieder Details des Beteiligungsvertrages bisher nicht kennen, stimmte der Rat, bis auf Herm, geschlossen dafür.