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Die Grafik verdeutlicht, wie die aus gesundheitlicher Sicht beste Sitzhaltung am Schreibtisch aussehen sollte. Grafik: bikom
Die Grafik verdeutlicht, wie die aus gesundheitlicher Sicht beste Sitzhaltung am Schreibtisch aussehen sollte. Grafik: bikom

Überleben im Büro mit Yoga

Lüneburg. Wenig Bewegung, langes Sitzen und Bildschirmarbeit führen nicht nur zu einer schlechten Körperhaltung, sondern auch zu muskulären Problemen und Konzentrationsschwierigkeiten. Auch geht die Büroarbeit nicht spurlos an der Psyche vorbei. Carolin Wüllner, ehemals wissenschaftliche Mitarbeiterin der Leuphana Universität Lüneburg, hat sich während ihrer Elternzeit intensiv mit dem Thema beschäftigt und mittlerweile ein Buch veröffentlicht. „YogaBreak Überleben im Büro“ lautet der Titel.
Die 34-Jährige, die als Coach und Yoga-Trainerin arbeitet, sieht ihr 192 starkes Werk als Selbsthilfebuch für Vielsitzer an. Mit kurzen Pausen will sie Bürobeschwerden vertreiben. Im LZ-Interview gibt sie einige Tipps und räumt mit Vorurteilen auf.

Interview

Carolin Wüllner hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Lüneburger Uni gearbeitet. Jetzt hat sie ein Buch herausgegeben mit Tipps für Vielsitzer. Foto: nh
Carolin Wüllner hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Lüneburger Uni gearbeitet. Jetzt hat sie ein Yoga- Buch herausgegeben mit Tipps für Vielsitzer. Foto: nh

Was ist die Kernbotschaft Ihres Buchs?
Carolin Wüllner: Man sollte nach jeder Arbeitsstunde eine fünfminütige aktive Pause einlegen, tief durchatmen und sich kurz bewegen. Dadurch schafft man einen Arbeitszeitgewinn. Denn wer kurz innehält, bleibt den Tag über konzentrierter, vermeidet also auch Fehler und verhindert so Mehrarbeit. Ohne Pausen stürzt man nachmittags meist in ein Energieloch, fühlt sich abends ausgelaugt und verspannt.

Kann es nicht zu Problemen mit dem Arbeitgeber führen, wenn Angestellte so häufig Pausen einlegen?
Wüllner: Nein, denn die Idee ist, die Pausen mit dem zu kombinieren, was man eh tut. Während der Arbeit steht jeder mal auf, um zum Beispiel zur Toilette zu gehen, sich einen Kaffee zu holen. Das sind letztlich kurze Unterbrechungen der Arbeit, die man unbewusst ohnehin macht. Diese kann man auch bewusst und so zum eigenen Vorteil nutzen. Die Übungen sind so konzipiert, dass sie in den Arbeitsalltag hineinpassen.

Welche Übungen lassen sich denn gut einbinden?
Wüllner: Im Gehen die Schultern oder den Nacken kreisen, die Arme und Hände ausstrecken oder sie hinter dem Rücken zu falten. Das gibt einem das Gefühl von Freiheit. Im Sitzen kann man beispielsweise gut den Kopf zur Seite drehen, diesen Zustand einige Atemzüge halten, um die Wirbelsäule zu entlasten. Den Kiefer zu bewegen, löst Anspannungen im Gesicht. Ebenso hilfreich ist es, den ganzen Körper für einige Sekunden anzuspannen und wieder loszulassen. Unter dem Schreibtisch kann man auch die Füße auf und ab bewegen, nach langem Sitzen werden die Beine schwer.

Was sind gängige Ausreden?
Wüllner: „Dafür habe ich überhaupt keine Zeit“ das höre ich oft. Viele fühlen sich unter Druck gesetzt, in ihrer Arbeitszeit beschnitten. Andere wollen nicht bei den Übungen gesehen werden, es ist ihnen peinlich. Dabei fallen die meisten Übungen gar nicht auf. Auch muss man dafür kein Yoga-Experte sein, die Übungen lassen sich im Sitzen, Stehen, Gehen und am Schreibtisch umsetzen. Es gibt eigentlich keine Ausrede, die Pausen nicht zu machen. Von Anna Paarmann

Büroangestellte in Lüneburg
Die Zahl der Personen, die in einem Büro und somit vorwiegend am Computer arbeiten, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. In Stadt und Landkreis Lüneburg liegt die Zahl der Büroangestellten bei 8172 (Stand Dezember 2015). Darin sind die geringfügig Beschäftigten nicht enthalten. Die Zahl gliedert sich wie folgt auf:

  • Informatik- und andere Informations- und Kommunikationstechnik-Berufe 964
  • Büro und Sekretariat 3292
  • Versicherungs- und Finanzdienstleistungen 1111
  • Verwaltung 1811
    Werbung, Marketing; kaufmännische, redaktionelle Medienberufe 994

One comment

  1. Was ist mit den leuten, die nihct im Büro sitzen „müssen?“ Tischler, dachdeker, Zimmerer, Schlosser, Mechaniker,usw.
    Aber die zählen ja nicht. Auch in Berlin nicht, da Beamte früher in Pension gehen,als andere und die buckeln bis zum Umfallen auf dem Bau, Fabrik oder sonstwo. Rentendurchschnitt in Deutschland, knapp 1000€ ,Pension 2800€.