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Aus Verbundenheit zum Kreideberg unterstützen Annegret Umland-Schütt (l.) und Ulrich Umland (r.) das Tiergehege weiter. Darüber freuen sich: (v.l.) Bürgermeister Eduard Kolle, Schubz-Leiter Dr. Frank Corleis und Bernd Hufenreuter vom Förderverein. Foto: t&w
Aus Verbundenheit zum Kreideberg unterstützen Annegret Umland-Schütt (l.) und Ulrich Umland (r.) das Tiergehege weiter. Darüber freuen sich: (v.l.) Bürgermeister Eduard Kolle, Schubz-Leiter Dr. Frank Corleis und Bernd Hufenreuter vom Förderverein. Foto: t&w

Abschied von den Alpakas

Lüneburg. Das Gehege am Ochtmisser Wäldchen ist ein Magnet: Eltern kommen mit ihren Kindern, um sich Alpakas und Sika-Hirsche anzuschauen. Senioren bleiben beim Spaziergang stehen, um die Tiere zu füttern. Nun gibt es eine Veränderung: Der Förderverein übergibt die Verantwortung an das Schulbiologie- und Umweltbildungszentrum (Schubz). Dessen Leiter Dr. Frank Corleis plant Neuerungen. Mehr als 200.000 Euro sollen investiert werden.

Auslauf für Alpakas und Sika-Hirsche

So ganz genau konnte sich keiner erinnern, wann das Gehege eigentlich gegründet wurde, auf jeden Fall übergab Gründerin Christa Umland-Türke, die in der Nähe wohnte, und schon einige Tiere auf ihrem Grundstück hielt, den Auslauf für Alpakas und die japanischen Sika-Hirsche 1989 an einen Förderverein, die Unternehmerin unterstützte die Anlage weiter finanziell. Im vergangenen Herbst starb die Mäzenin, ihre Kinder erklärten sich in der Tradition der Mutter bereit, das Gehege weiter zu finanzieren und Kosten für Futter, Tierarzt und Pflege zu übernehmen.

Bald heißt es Abschied nehmen: Die Alpakas ziehen um in einen Park bei Göttingen. Foto: t&w
Bald heißt es Abschied nehmen: Die Alpakas ziehen um in einen Park bei Göttingen. Foto: t&w

Gleichwohl steuert der Förderverein einen neuen Kurs: Bernd Hufenreuther, seit mehr als 20 Jahren Vorsitzender, engagiert sich auch im Förderverein des Schubz so lag die Verbindung nahe. Corleis will am zusätzlichen Standort zwischen Kreideberg und Ochtmissen in Anlehnung an das Biosphärenreservat Elbtalaue ein Arche-Labor einrichten. Dazu entsteht ein Seminarraum samt Toiletten. 40 bis 50 Schulklassen sollen auf dem Gelände etwas über Landwirtschaft lernen. So legen die Aktiven in Höhe des Waldkindergartens einen Garten an, in dem Mädchen und Jungen Gemüse und Kartoffeln anbauen. Auch bei den Tieren soll sich etwas ändern.

Alpakas sind keine heimischen Tiere

„Alpakas sind ja keine heimischen Tiere“, sagt der gelernte Förster Corleis. Deshalb möchte er sie in eine pädagogische Einrichtung bei Göttingen abgeben. Stattdessen finden alte Haustierrassen wie Husumer Schweine, Geflügel und wohl auch Rinder ein neues Zuhause am Rande der Kleingartenkolonie Brauerteich.

Die Kleingärtner und Corleis setzen wie in der Vergangenheit auf ein gutes Miteinander. So freut es die Kolonisten, dass auch ein zusätzlicher kleiner Parkplatz für Schubz-Gäste angelegt wird. Allerdings sollen die Schulklassen Linienbusse nutzen, eine Haltestelle liegt in der Nähe.

Auch wenn Ulrich Umland und seine Schwestern Annegret Umland-Schütt und Kristine Umland-Kugelschafter den laufenden Betrieb maßgeblich finanzieren, bedarf es weiterer Mittel. Bürgermeister Eduard Kolle weiß, dass Stadt und Kreis Zuschüsse geben wollen. Beide sind auch Träger des Schubz. Zudem will Corleis weitere Unterstützung einwerben.

Für Bauten und Betrieb kalkuliert er mit weiteren 200000 Euro Fördergeld. Mit den Umbauten soll im Frühjahr begonnen werden.Bleiben sollen vorerst die Hirsche, die eigentlich ihre Heimat in Japan haben. Sie sehen aus wie Bambi und sind „Publikumsmagneten“. Doch langfristig denkt das Schubz-Team auch hier über einen Wandel nach.