Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Freuen sich auf das Konzert: Mechthild und Hans Karl Henne
Mechthild und Hans Karl Henne organiseren das Konzert mit dem "Klavierspieler von Jarmuk". Foto: us

Mit dem Piano gegen den Terror

Lüneburg. Weil er sich mit seinem Klavierspiel in der vom Bürgerkrieg zerstörten syrischen Stadt Jarmuk für den Frieden und gegen den Terror einsetzte, zog Aeham Ahmad den Zorn der Todesschwadrone des IS auf sich. Vor seinen Augen übergossen sie das Klavier des 28-Jährigen und zündeten es an, sein Leben war von da an in Gefahr. Aeham floh daraufhin im September letzten Jahres nach Deutschland, musste aber Frau und Kinder in Syrien zurücklassen. Hier hat er mit seinen Konzerten bereits viel Beachtung in den Medien gefunden.

Zwei Lüneburger haben ihn jetzt für ein Konzert in Lüneburg gewinnen können. „Sein Schicksal und das der vielen anderen, die auf der Flucht sind, berührt uns sehr“, sagt Hans Karl Henne. Seit Jahren schon engagieren er und seine Frau sich im Nahen Osten. Sie fühlen sich insbesondere den Palästinensern stark verbunden. Immer wieder sind die beiden Lüneburger in der Region unterwegs, leisten Hilfe, wo sie können, auch hier in Lüneburg. Zuletzt hatten sie wie berichtet ihre Wohnung für eine Flüchtlingsfamilie aus Syrien freigemacht und waren dafür in ein Waldhaus bei Bienenbüttel gezogen.

Willkommensinitiative eingebunden

Bei einem Palästina-Seminar in Esslingen konnten sie Kontakt mit Aeham Ahmad aufnehmen. „Wir haben ihn gefragt, ob er nicht auch nach Lüneburg kommen möchte“, sagt Hans Karl Henne. Mit den Worten „Ich gehe überall hin, wo man meine Musik hören will“ habe Aeham zugesagt. Mechthild und Hans Karl Henne, die mit anderen zusammen das „Nahost-Friedensforum-Lüneburg“ gegründet haben, nahmen daraufhin die Organisation des Konzerts in Lüneburg in die Hand.

Auch die Willkommensinitiative in Lüneburg habe man über Mitarbeiter des LeNa-Projekts am Brockwinkler Weg eingebunden, ebenso den städtischen Flüchtlingsbeauftragten Martin Boeing. „Wir möchten einen möglichst großen Personenkreis für das Konzert erreichen. Immerhin ist Aeham Träger des Internationalen Beethovenpreises für Menschenrechte. Spätestens seit der ZDF-Dokumentation Der Klavierspieler von Jarmuk, dem Auftritt bei Markus Lanz und dem Konzert mit Herbert Grönemeyer bundesweit bekannt.

Geiger Sabah mit dabei

Dankbar aber zeigt sich Henne, dass die Stadt die Musikschule für das Konzert mit Aeham Ahmad zur kostenfreien Verfügung stellt. Dort spielt der „Klavierspieler von Jarmuk“ am Freitag, 16. September, um 20 Uhr, der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende gebeten. Mit von der Partie wird dann auch Shvan Sabah sein, ein irakischer Kurde, der bei der Veranstaltung „Essen verbindet“ als Geiger für den musikalischen Rahmen sorgte.

Ein weiteres Konzert wird Aeham Ahmad einen Tag später im Wohnprojekt LeNa am Brockwinkler Weg geben. Allerdings richtet er dieses nur für die in Lüneburg lebenden Flüchtlinge aus, wie Hans Karl Henne berichtet. „Er sagte mir, dass viele einmal nicht über ihre Flucht sprechen wollen, sondern einen fröhlichen Abend unter sich verbringen möchten.“ Wer Aeham Ahmad erneut erleben möchte, hat dazu am Sonnabend, 17. September, um 19 Uhr in der Kirche von Marschacht Gelegenheit. Ulf Stüwe