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Golden-Retriever-Hündin Luzie hat mächtig Spaß beim Adendorfer Hundeschwimmen im Freibad. Sie wird am Wochenende vier Jahre alt, geht auch sonst jeden Tag baden  im Neetze-Kanal Foto: t&w
Golden-Retriever-Hündin Luzie hat mächtig Spaß beim Adendorfer Hundeschwimmen im Freibad. Sie wird am Wochenende vier Jahre alt, geht auch sonst jeden Tag baden im Neetze-Kanal Foto: t&w

Vier Pfoten im Freibad beim Hundeschwimmen

Von Anke Dankers
Adendorf. Ein kurzer Anlauf, dann der Sprung. Mit einem lauten „Platsch“ landet Ben im Wasser. Der vierjährige Labradorrüde liebt das kühle Nass — ganz egal ob im Teich, Fluss oder eben im Freibad Adendorf. „Der ist häufiger nass als trocken“, sagt Frauchen Sandra Meyer. Mit der ganzen Familie ist sie am Freitag nach Adendorf gekommen, um beim tierischen Badetag dabei zu sein. Normalerweise, sagt sie, müsse Ben sich mit der heimischen Badewanne, dem Rasensprenger oder vielleicht mal einem Ausflug an die Elbe zufrieden geben. Deshalb sei es „eine großartige Idee, die Hunde hier schwimmen zu lassen. Super, dass man so etwas möglich macht“. Noch einmal greift ihr Mann Hauke Meyer zum Spielzeug und wirft es in den Nichtschwimmerbereich des Freibades. Ben überlegt nicht lange und springt hinterher.

Den Besuchern ein zusätzliches Angebot zu schaffen, das ist die Idee hinter dem Hundebadetag im Freibad Adendorf. „Wir haben uns im Team darüber unterhalten und fanden, es spricht nichts dagegen“, sagt Bademeister Andreas Bierzahn. Auch die Nachfrage bei anderen Freibädern, die bereits ähnliche Aktionen durchgeführt haben, hätten nur positive Resonanzen ergeben. Kurzerhand meldete das Team den Hundebadetag beim Gesundheits- und Veterinäramt an. „Es ist wichtig, dass das Wasser kein Chlor mehr enthält und dass alle Hunde einen aktuellen Impfstatus haben“, erklärt der Bademeister. Schon seit Mittwoch ist das Bad für die zweibeinigen Gäste geschlossen, seitdem wurde dem Wasser kein Chlor mehr zugefügt. „Das verfliegt ganz schnell“, sagt Bierzahn.

Das ist wie eine Hundepoolparty

Ein Vorgeburtstagsgeschenk macht Julia Peckmann ihrer Hündin Luzie mit dem Besuch im Freibad. Am Wochenende wird die Hündin vier Jahre alt. Vorher geht es aber erst zum Plantschen. „Die würde das machen, bis sie umfällt“, sagt Julia Peckmann, während Luzie ihrem Kuscheltier hinterherhechtet. Ein Tag ohne Badespaß, das kommt für die Hündin nicht in Frage. Jeden Tag gehe sie baden, erzählt Julia Peckmann, sonst aber immer im Neetze-Kanal. „Ich finde es schön, dass sie hier auch mal im klaren Wasser schwimmen kann und unter vielen Hunden ist. Das ist wie eine Hundepoolparty“.

Ein paar hundert Meter weiter, im Babyschwimmbecken, probiert Anton die Kinderrutsche aus. Gerade mal neun Monate alt, ist der Münsterländer voller Energie und Entdeckungslust. Das Babybecken sei aber nur als Abwechslung gedacht, sagt Frauchen Annika Plinke. Im großen Schwimmbecken sei der Rüde auch schon baden gewesen. „Ich finde es eine klasse Idee. Meine Erwartung war, Spaß für Anton zu haben, und den hat er“.

Sorge vor bissigen Auseinandersetzungen hat der Bademeister nicht

Das freut auch Andreas Bierzahn, der selbst einen Hund hat. „Wir probieren den Hundebadetag dieses Jahr zum ersten Mal aus. Wenn es gut angenommen wird, können wir uns vorstellen, das nochmal zu machen“, sagt er. Sorge vor bissigen Auseinandersetzungen hat der Bademeister nicht. „Wir haben hier ein großes Gelände, da können sich die Hunde gut aus dem Weg gehen“, erklärt er. Die Verantwortung für die Tiere liege aber natürlich bei den Hundehaltern.

„Schüttel dich nochmal“, spricht Alina Grinda ihrem Golden-Retriever-Rüden gut zu. Es sind Anweisungen für das Foto, das der LZ-Fotograf machen will. Den zehnjährigen Sam interessiert das Foto nicht. Viel spannender findet er den Ball, den Frauchen noch einmal ins Wasser wirft. „Er ist ein alter Mann, aber er badet für sein Leben gerne“, erklärt Antje Grinda, Alinas Mutter. Er habe Probleme mit den Gelenken, aber Schwimmen tue ihm immer gut, sagt sie. Noch einmal geht der Hundesenior eine Runde baden, bevor das Freibad für die Winterpause schließt.

Erst im nächsten Frühjahr, wenn das Wasser gewechselt und das Bad gereinigt wurde, öffnen sich wieder die Tore für Badewütige. Dann sind allerdings erst die Menschen dran. Nach Ende der Badesaison, stehe einer Wiederholung des Hundebadetages aber nichts im Wege.