Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Das Integrations-Projekt Voneinander lernen macht den Beteiligten Spaß (vorne, v.l.): Elle, Honar, Henry, Betreuerin Tine Hillmann mit Gjker, (hinten) Zijad, Dr. Roswitha König, Amar, Betreuerin Marina Thieme, Dantel und Kinderschutzbund-Chefin Monika Montz mit Mohammed. Foto: t&w
Das Integrations-Projekt Voneinander lernen macht den Beteiligten Spaß (vorne, v.l.): Elle, Honar, Henry, Betreuerin Tine Hillmann mit Gjker, (hinten) Zijad, Dr. Roswitha König, Amar, Betreuerin Marina Thieme, Dantel und Kinderschutzbund-Chefin Monika Montz mit Mohammed. Foto: t&w

Zwei Lüneburger Projekte für den Deutschen Engagementpreis nominiert

Lüneburg. Mit 6507 Stimmen belegte das Lüneburger Mehrgenerationen-Projekt Geschwister-Scholl-Haus 2014 den zweiten Platz im Publikumswettbewerb des vom Bundesfamilienministerium verliehenen Deutschen Engagementpreises, war nur knapp von der 10.000-Euro-Siegprämie entfernt. Jetzt stehen die bundesweit 904 nominierten Personen und Projekte für den Preis 2016 fest. Darunter sind auch zwei Lüneburger Projekte: das von fünf Leuphana-Studenten in Zusammenarbeit mit der No Border Academy entwickelte „No Border Magazine“ und das Integrationsprojekt „Voneinander lernen“ des Lüneburger Kinderschutzbundes. Die Internet-Abstimmung startete am 19. September.

Zum Hintergrund des Preises sagt Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.“Ich finde es beeindruckend, wie viele Menschen in unserem Land tagtäglich für andere da sind und sich dafür einsetzen, unsere Gesellschaft besser zu machen und den Zusammenhalt weiter zu stärken. Die 904 für den Deutschen Engagementpreis 2016 Nominierten machen die Vielfalt dieses Engagements sichtbar.“ Über die Gewinner in den fünf Kategorien Chancen schaffen, Grenzen überwinden, Leben bewahren, Generationen verbinden und Demokratie stärken entscheidet eine Jury. Alle anderen Wettbewerbsteilnehmer haben die Chance auf den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis. Über diesen stimmen Bürger mittels eines öffentlichen Online-Votings zwischen dem 19. September und 31. Oktober ab. Die ersten 30 Plätze gewinnen die Teilnahme an einem Weiterbildungsseminar zu Themen der Öffentlichkeitsarbeit und gutem Projektmanagement.

Hinter dem „No Border Magazine“ stehen Studenten der Leuphana, die mit Flüchtlingen in dem Heft die Geschichten der Asylbewerber und ihre aktuelle Situation schildern. Das Projekt wurde in ehrenamtlicher Zusammenarbeit auf Augenhöhe von Geflüchteten und Studierenden und mit vielfältiger Unterstützung realisiert. Anfang 2015 entstand die No Border Academy aus dem Projektseminar „Nachhaltigkeitshumanwissenschaften Soziale Entwicklung“.

Die Grundidee: Vorlesungen von und für Flüchtlinge

Durch dieses Projekt soll die aufgezwungene Untätigkeit von Geflüchteten in Deutschland unterbunden werden. Grundidee war es, Vorlesungen von und für Geflüchtete anzubieten. Dabei sprechen die Initiatoren vor allem Menschen an, die in ihrer Heimat bereits studiert oder gearbeitet haben, die aber aufgrund fehlender Aufenthaltsgenehmigung nicht an deutschen Universitäten studieren oder lehren dürfen. Die Academy bietet ihnen eine Plattform, um ihr Wissen aufzufrischen und anzuwenden. Die Macher des „Magazins“ haben noch eine zweite Gewinnchance: Sie gehören zu den drei Finalisten des europaweit ausgeschriebenen Jugenddemokratiepreises 2016.

Angekoppelt an die Kinderstube des Kinderschutzbundes für ein- bis dreijährige Kinder wird das Projekt „Voneinander lernen“ jeweils montags und mittwochs von 15 bis 17 Uhr realisiert. Dann treffen sich Flüchtlingsfrauen mit ihren Kindern im Domizil an der Soltauer Straße. Die Babys werden betreut und die Kleinkinder können spielen, malen, singen und basteln. Derweil gibt es für die älteren Kinder, die bereits in Integrationsklassen untergebracht sind, eine Hausaufgabenhilfe. Und die Mütter erlernen die deutsche Sprache beim Lesen und Schreiben. Eine kleine Pause machen alle zusammen gegen 16 Uhr, dann gibts einen kleinen Snack, kommen beispielsweise Obst und Gemüse auf den Tisch. Das am 1. März 2016 gestartete Projekt ist zunächst auf ein Jahr befristet und finanziert sich zu einem Teil über das Lüneburger Netzwerk Frühe Hilfen, zum größten Teil aber über Spenden. rast

Zeichen der Anerkennung

Der Deutsche Engagementpreis stärkt die Anerkennung von freiwilligem Engagement. Der Preis würdigt das bürgerschaftliche Engagement der Menschen in Deutschland und all jene, die dieses Engagement durch die Verleihung von Preisen sichtbar machen. Initiator und Träger des seit 2009 vergebenen Preises ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit, ein Zusammenschluss der großen Dachverbände und unabhängigen Organisationen des Dritten Sektors sowie von Expertinnen und Experten. Förderer sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Generali Zukunftsfonds und die Deutsche Fernsehlotterie. Weitere Infos: www.deutscher-engagementpreis.de.