Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Viele Bereiche im Landschaftsschutzgebiet Riensheide haben einen hohen Naturschutzwert. Deshalb will der Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide weitere Moor-, Heide-, Magerrasen- und Waldflächen kaufen. In einem ersten Schritt hat er Wald- und Ödlandflächen erworben. Foto: bz/nh
Viele Bereiche im Landschaftsschutzgebiet Riensheide haben einen hohen Naturschutzwert. Deshalb will der Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide weitere Moor-, Heide-, Magerrasen- und Waldflächen kaufen. In einem ersten Schritt hat er Wald- und Ödlandflächen erworben. Foto: bz/nh

Flächenkauf in der Heide

Von Ingo Petersen
Bispingen. Seine Flächen im österreichischen Nationalpark Hohe Tauern hat der Verein Naturschutzpark (VNP) Lüneburger Heide in diesem Sommer verkauft. Nun folgte aus dem Erlös der erste Grundstückskauf in der Lüneburger Heide — ein Bereich, auf den sich der VNP künftig noch stärker als bisher konzentrieren will. 100 Hektar im Landschaftsschutzgebiet Riensheide gingen in den Besitz des VNP über.

Als der Verein Naturschutzpark im Jahr 1909 gegründet wurde, wurde von den Gründern als langfristiges Ziel ausgegeben, 100.000 Morgen, das sind 25.000 Hektar, an Flächen im heutigen Naturschutzgebiet Lüneburger Heide anzukaufen und damit für den Natur- und Artenschutz zu sichern. Später wurde dieses Ziel auf 20.000 Hektar reduziert.

Zurzeit sind bereits gut 10.000 Hektar Heide-, Wald-, Grünland-, Acker- und Moorflächen im Eigentum der heutigen VNP-Stiftung Naturschutzpark oder sind langfristig von der Stiftung angepachtet worden. 107 Jahre nach der Gründung des VNP ist damit etwa das „Halbzeit-Ergebnis“ erreicht. Mit dem Kauf im Bereich Riensheide bei Neuenkirchen geht es weiter voran.

Nach dem Verkauf der VNP-Eigentumsflächen in den Hohen Tauern mit einer Größe von 3500 Hektar wurde im Vorstand der VNP-Stiftung Naturschutzpark der Beschluss gefasst, im Landschaftsschutzgebiet „Riensheide“ bei Neuenkirchen in den nächsten Jahrzehnten 1500 Hektar Flächen aufzukaufen, erklärt Steffen Albers, Fachbereichsleiter bei der VNP-Stiftung.

5,5 Millionen Euro waren nach langwierigen Verhandlungen aus dem Verkauf erlöst worden, die Flächen gingen an den „Salzburger Nationalparkfonds“ über. Das Geld floss in den Stiftungsgrundstock, soll dazu dienen, künftig neue Flächen, vor allem im Bereich der Lüneburger Heide, zu erwerben. Salzburgs Landeshauptmann (Ministerpräsident) Dr. Wilfried Haslauer und seine Umweltministerin Dr. Astrid Rössler hatten im Sommer neben dem VNP-Vorsitzenden Wilfried Holtmann den Kaufvertrag unterschrieben.

Der Schwerpunkt der geplanten Ankäufe durch die VNP-Stiftung Naturschutzpark soll bei Moor-, Heide-, Magerrasen- und Waldflächen liegen, „die einen hohen Naturschutzwert aufweisen“. Die Eigentumsübertragung der ersten Flächen in der Riensheide sei jetzt gerade vollzogen worden, erklärt Albers. „Die Planungen, wie genau mit den neuen Flächen umgegangen werden soll, gehen jetzt los.“

Wo möglich und sinnvoll ist darüber hinaus ein weiterer Flächenerwerb des VNP im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide beabsichtigt, um auf diesen Flächen Natur- und Artenschutz in der historischen Kulturlandschaft rund um den Wilseder Berg zu fördern. Angekaufte Acker- und Grünlandflächen sollen mit aktiv wirtschaftenden Landwirten wieder vertauscht werden. Albers: „Der VNP kann so auch den Strukturwandel in der Landwirtschaft begleiten.“

Auch in Brandenburg, im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft, habe der VNP in der Vergangenheit Flächen erworben, berichtet dessen Vorsitzender Holtmann. Dabei handelt es sich teilweise um ehemalige Braunkohleabbaugebiete, Flächen, die jetzt im Sinne des Naturschutzes entwickelt werden sollen.

Die Stiftung des VNP

Die VNP-Stiftung ist der größte Flächen­eigentümer von Heide- und Moor, Acker und Grünland sowie Wald im Naturpark. Die Stiftung ist 2002 aus dem Verein Naturschutzpark hervorgegangen. Zum Stichtag 1. Januar 2008 hat der Verein sein Vermögen in der Lüneburger Heide und sämtliche damit verbundenen Rechte und Pflichten auf seine Stiftung übertragen. Die Ziele von Verein und Stiftung sind laut Stiftungssatzung identisch, auch personell gibt es zwischen Vereins- und Stiftungsführung Überschneidungen. lz