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Das erklärte Ziel des Geschäftsführers der Lüneburg Marketing GmbH, Claudio Patrik Schrock-Opitz, ist, die Einnahmen zu erhöhen, um im Wettbewerb der Städte mithalten zu können. Foto: t&w
Das erklärte Ziel des Geschäftsführers der Lüneburg Marketing GmbH, Claudio Patrik Schrock-Opitz, ist, die Einnahmen zu erhöhen, um im Wettbewerb der Städte mithalten zu können. Foto: t&w

Lüneburg Marketing über Einnahmeerhöhungen und Veranstaltungsformate

Lüneburg. Die Hansestadt Lüneburg ist eine von neun Gesellschaftern, die jährlich Betriebskostenzuschüsse an die Marketing GmbH zahlen. Die aktuelle Zuschussvereinbarung der Stadt in Höhe von 330000 Euro pro Jahr läuft Ende des Jahres aus, soll für weitere fünf Jahre in gleicher Höhe verlängert werden. Das ist Thema im heutigen Wirtschaftausschuss. Die LZ sprach mit Claudio Patrik Schrock-Opitz, Geschäftsführer der Marketing GmbH, über die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft und welche neuen Ideen es für Veranstaltungen und Citymanagement gibt.

Interview

Wie hoch ist der Zuschuss aller neun Gesellschafter der Lüneburg Marketing und gibt die Stadt den höchsten Zuschuss in den Topf?
Claudio Patrik Schrock-Opitz: Insgesamt sind es 386000 Euro von allen neun Gesellschaftern. Davon entfallen 330000 Euro auf den Gesellschafter Hansestadt Lüneburg. Die Vereinbarungen mit den sonstigen Gesellschaftern laufen bis auf Weiteres so weiter.

Glauben Sie, dass die Zuschüsse der Gesellschafter auskömmlich sind für die Marketing GmbH bis 2021? Oder müsste mehr in den Topf, um Lüneburg gut vermarkten zu können?
Schrock-Opitz: Da ich angetreten bin, die Lüneburg Marketing nachhaltig zu konsolidieren, ist es selbsterklärend, dass ich jegliche Einnahmeverbesserung, gern auch durch Zuschüsse, begrüße. Aber ich bin auch Realist. Wir wissen nunmehr, dass der Zuschuss der Höhe und der Dauer nach so bleiben soll. Das gibt uns einerseits Planungssicherheit. Andererseits ist jedem Beteiligten klar, dass die laufenden Aufwendungen bis 2021 und darüber hinaus steigen werden. Um diese Finanzierungslücke schließen zu können, sind Einnahmeerhöhungen an anderen Stellen notwendig, um sich im Wettbewerb der Städte dauerhaft behaupten zu können.

Im Rahmen der Vorstellung des Jahresabschlusses 2015 hieß es, dass für das laufende Jahr von einem Plus von rund 21000 Euro konservativ gerechnet auszugehen ist. Lässt sich inzwischen sagen, ob das Plus höher oder niedriger ausfällt?
Schrock-Opitz: Die Bäume wachsen 2016 definitiv nicht in den Himmel. Die Gesellschaft befindet sich weiterhin auf striktem Konsolidierungskurs. Unterjährige Vergleiche sind generell schwierig. Per 31. August sind wir mit einem kumulierten Überschuss von 15000 Euro jedoch gut unterwegs.

Sie sind seit knapp einem Jahr im Amt. Haben Sie mit Ihrem Team Ideen zum Beispiel für neue Veranstaltungen entwickelt oder wird es bei den bisherigen Angeboten bleiben?
Schrock-Opitz: In einem durchgetakteten Wirtschaftsplan fehlen Spielräume für komplett neue Veranstaltungsformate. Mit meinem tollen Team haben wir nichtsdestotrotz unterjährig bei vielen Veranstaltungen kleine, feine Impulse gesetzt. Die Nacht der Clubs 2016 wird beispielsweise um mehrere Lokalitäten erweitert. Es gilt Evolution statt Revolution. Die Veranstaltungen müssen mit einer schwarzen Null abschließen.

Nichtsdestotrotz haben wir Anstöße gegeben für einen neuen thematischen Weihnachtsmarkt am Kran ab 2017 sowie ein Pfälzer Weinfest im Sommer 2017. Die Umsetzung eines lebendigen Krippenspiels im Advent fände ich als Ergänzung zur Weihnachtsstadt sehr schön; dies wird allerdings ohne finanzielle Unterstützer Dritter nicht laufen, da hier keine Einnahmen erzielbar sind.

Gibt es neue Schwerpunkte beim Citymanagement?
Schrock-Opitz: Unser engagierter Citymanager Mathias Schneider startet richtig durch und hat folgende Dinge auf seinem Zettel: Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der verkaufsoffenen Sonntage, Unterstützung von Randlagen/Quartieren, Ausbau der Kooperation mit dem Lüneburger Citymanagement, Stärkung des Lüneburger Geschenkegutscheinsystems sowie die Entwicklung neuer Veranstaltungsinhalte für die verkaufsoffenen Sonntage wie zum Beispiel ein Foodtruck-Festival.

Im Rahmen der Vorstellung des Jahresabschlusses 2015 haben Sie erklärt, dass es auch darum gehe, neue Einnahmequellen zu erschließen. Hat sich da inzwischen etwas getan?
Schrock-Opitz: Da die Wirtschaftsunternehmen, die für Sponsoring und so weiter in Frage kommen, endliche Budgets haben, ist dies eine dauerhafte Herausforderung. So erschließen wir zum Beispiel gerade die Vermarktung von Straßenüberspannungsbannern und Wegweiser-Türmen. Einen neuen Schwerpunkt bildet auch der Ausbau des Onlineanzeigen-Sektors. Hier entwickeln wir aktuell eine Vermarktungsstrategie für die Website lueneburg.info. Das Incoming von Busreisegruppen fördern wir via Busreisekontor Lüneburger Heide. Ein Onlineshop für 2017 ist in der Pipeline.

Von Antje Schäfer