Aktuell
Home | Lokales | Brückenbau auf den letzten Metern
Jörg Silex (r.) und Polier Martin Janzen besprechen die noch auszuführenden Arbeiten. Spielt das Wetter mit, rollen schon in knapp vier Wochen wieder die ersten Autos über die Wandrahmbrücke. Foto: t&w
Jörg Silex (r.) und Polier Martin Janzen besprechen die noch auszuführenden Arbeiten. Spielt das Wetter mit, rollen schon in knapp vier Wochen wieder die ersten Autos über die Wandrahmbrücke. Foto: t&w

Brückenbau auf den letzten Metern

Von Antje Schäfer
Lüneburg. Noch türmen sich Sandberge und Stapel mit Holzlatten auf, Minibagger rollen dazwischen. Doch schon in etwa dreieinhalb Wochen sollen die Arbeiten an der neuen Wandrahmbrücke im Verlauf der Hauptverkehrsader Willy-Brandt-Straße abgeschlossen sein. „Wenn das Wetter mitspielt, heißt es Mitte Oktober freie Fahrt“, sagt Jörg Silex, Brückenbauer bei der Stadt. Aufatmen bei Autofahrern, die in den vergangenen Monaten Umfahrungen in Kauf nehmen mussten. Aufatmen auch bei Anwohnern von Straßen wie Blümchensaal, die von zusätzlichem Verkehr betroffen waren. Denn nicht jeder Autofahrer hielt sich an die Umleitungsempfehlungen der Stadt.

Zurzeit wird ein zusätzlicher Regenablauf von der Brücke in die Willy-Brandt-Straße stadteinwärts eingebaut. Denn die alte Brücke hatte eine leichte Neigung zur einen Seite hin, sodass dorthin Wasser ablief. Die neue hat nun ein Dachgefälle, so dass das Wasser zu beiden Seiten sowie in die Straßenseiten fließen kann, erläutert Silex. Entlang des Lösegrabens vis-à-vis vom Museum ist der äußere Fahrbahnstreifen zur Lösegrabenseite auf zwei Meter Breite ausgehoben. Durch den Schwerlastverkehr hatte er sich abgesenkt, nun wird der Straßenaufbau in diesem Bereich komplett neu gemacht. Anschließend wird die Asphaltbinderschicht auf die Straßenabschnitte, die von Norden und Süden zur Brücke führen, eingebaut.

Der Rad-/Fuß-Hauptweg ist auf der Seite des Museums

Bereits in der kommenden Woche soll auf der Brücke der Gussasphalt aufgebracht werden. Links und rechts der zehn Meter breiten Fahrbahn laufen die Pflasterarbeiten für die jeweils fünf Meter breiten Geh- und Radwege. Stadteinwärts können Radfahrer und Fußgänger kurz hinter der Brücke über eine Rampe den Weg entweder entlang des Lösegrabens nehmen oder über die Brücke ins Neubaugebiet Ilmenaugarten gelangen. Der Rad-/Fuß-Hauptweg ist laut Stadt auf der Seite des Museums. Komfortabler wird es für Radler, die unter der Brücke durchfahren wollen. Die Durchfahrtshöhe ist rund 40 Zentimeter höher als zuvor.

Alt-Lüneburger mögen sich noch erinnern: Das Geländer der ursprünglichen Brücke, die 1955 entstand, enthielt ein Lüneburg-Wappen. „Im Zuge der Kappensanierung wurde ein neues Geländer eingebaut, das Wappen eingelagert“, berichtet Silex. Die neue Brüstung ziert es nun wieder.

Rund 3,5 Millionen Euro investiert die Stadt in das Projekt, notwendig war es geworden, weil die alte Brücke marode war. Rund acht Monate — und damit einen Monat weniger als geplant — dauerten die Arbeiten, „weil bisher alles zügig nach Zeitplan lief“, so Silex.