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Startschuss für den Bau des neuen Radwegs zwischen Oldershausen und Eichholz: Marschachts Bürgermeister Claus Eckermann (r.), Robert Panusch, Uwe Karsten und Andrea Glass (alle vom Betrieb Kreisstraßen des Landkreises Harburg, v.l.) sind bereit für den ersten Spatenstich. Foto: nh
Startschuss für den Bau des neuen Radwegs zwischen Oldershausen und Eichholz: Marschachts Bürgermeister Claus Eckermann (r.), Robert Panusch, Uwe Karsten und Andrea Glass (alle vom Betrieb Kreisstraßen des Landkreises Harburg, v.l.) sind bereit für den ersten Spatenstich. Foto: nh

Radwegbau zwischen Oldershausen und Eichholz beginnt nach langer Planung

Von Ingo Petersen
Marschacht. Für Claus Eckermann, seit zehn Jahren Bürgermeister der Gemeinde Marschacht, war es eine seiner letzten, aber auch angenehmsten, Amtshandlungen: Der 62-Jährige, der bei den Wahlen am 11. September auf eine Kandidatur für den Gemeinderat verzichtet hatte, gehörte zu denen, die jetzt den ersten Spatenstich für den lange geplanten Radweg von Eichholz nach Oldershausen, im Zuge der Kreisstraße 81 (Eichholzer Straße), ausführten.

Passionierte Radfahrer freuen sich schon lange auf den Lückenschluss auf dem Weg zwischen Marschacht und Lüneburg: Bereits 2007 war der Weg von Handorf nach Oldershausen (1,2 Kilometer) fertiggestellt worden, die Verbindung zwischen Eichholz und Niedermarschacht (2,1 Kilometer) wurde vor drei Jahren eingeweiht.

Schon Anfang der 1990er-Jahre hatte Claus Eckermann, damals frischgewähltes Mitglied im Marschachter Rat, die Forderung nach einem durchgehenden Radweg zwischen Marschacht und Oldershausen erhoben.

„Ich bin stolz, dass wir unsere Region hier in der Elbmarsch mit einem weiteren Radweg noch attraktiver machen können“, sagte Bürgermeister Eckermann jetzt beim ersten Spatenstich. „Das kommt sowohl unseren Bürgerinnen und Bürgern als auch den Radtouristen zugute.“

Die Bauarbeiten für den 2,6 Kilometer langen und 2,50 Meter breiten Radweg entlang der K 81 werden, so heißt es vom Kreis Harburg, voraussichtlich im April 2017 abgeschlossen. Die Erdarbeiten sollen im Dezember fertig sein, so dass die Asphaltbefestigung nach der Winterpause im Frühjahr eingebaut werden kann. Die Baukosten liegen bei rund 850.000 Euro, den Rest trägt der Landkreis.

Parallel zu den Straßenbauarbeiten wird über den Hauptkanal Ilau-Schneegraben eine Radwegebrücke aus Stahlbeton gebaut. Mit diesen Arbeiten wird voraussichtlich Mitte Oktober begonnen, sie kosten rund 310.000 Euro. Außerdem wird am Ortseingang vor Eichholz für Radfahrer und Fußgänger ein Fahrbahnteiler als Querungshilfe hergestellt. 745.000 Euro, so verlautete Anfang dieses Jahres aus dem Wirtschaftsministerium in Hannover, steuert das Land zum Fahrradweg bei.

Für die reibungslose und schnelle Fertigstellung des Radwegs wird die K 81 zeitweise nur einseitig befahrbar sein der Verkehr wird mit einer Ampel an der Baustelle vorbeigeführt. Für die Herstellung der Querungshilfe bei Eichholz ist eine Vollsperrung von zwei Tagen im Frühjahr notwendig. Der Verkehr soll dann umgeleitet werden.

Gefordert wurde die Radverbindung seit vielen Jahren unter anderem, weil es im Laufe der Jahre mehrere schwere Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern in dem Abschnitt gegeben hatte, darunter Ende 2006 einen tödlichen Unfall. Eckermann wandte sich damals mit einem Brief an den Landkreis Harburg, bat dringend darum, die Planungen voranzutreiben.

Bereits im Februar dieses Jahres waren Bäume entlang der Strecke zwischen Oldershausen und Eichholz gefällt worden. Die waren vorab von einem Baumbiologen begutachtet worden, um festzustellen, ob sich Tiere in vorhandenen Höhlungen ein Winterquartier eingerichtet haben.

Kreis Harburg hat Naturschutz im Blick

Der Radweg kreuzt den Illau-Schneegraben, der zum FFH-Gebiet „Gewässersystem der Luhe und unteren Neetze“ gehört. Deshalb werden die Bauarbeiten von einem Fachmann ökologisch begleitet.

Als Ausgleichsmaßnahme für die gefällten Bäume und die Bodenversiegelung durch den Radwegbau werden unter anderem 31 hochstämmige Stieleichen vom Ortseingang Eichholz bis zur Anschlussstelle B 404 gepflanzt, dazu ein Gehölzstreifen mit Traubenkirschen am Ortsausgang von Oldershausen, den Radweg begleitend, angelegt. Als Ausgleich für den Artenschutz wird eine Fläche von etwa 8000 Quadratmetern bei Bütlingen für Wiesenvögel aufgewertet.

Auch der Denkmalschutz muss beim Bau des neuen Radwegs berücksichtigt werden. Zur Dokumentation eines im 17. Jahrhundert errichteten Deich-Bodendenkmals ist das Archäologische Museum Hamburg vor Ort. lz