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Henning J. Claassen soll zum Ehrenbürger der Hansestadt ernannt werden. Foto: t&w
Henning J. Claassen soll zum Ehrenbürger der Hansestadt ernannt werden. Foto: t&w

Der Herr des Wasserviertels

Von Antje Schäfer

Lüneburg. Das historische Wasserviertel rund um den alten Kran gilt als eine der Perlen Lüneburgs. Dass dort denkmalgeschützte Bausubstanz vortrefflich für die Zukunft bewahrt wurde, ist maßgeblich dem Lüneburger Unternehmer und Hotelier Henning J. Claassen zu verdanken. Für sein Engagement zeichnete ihn bereits 2004 der Bürgerverein als „Bürger des Jahres“ aus. Nun soll Claassen eine höchste Ehrung zuteil werden: Die Verwaltung schlägt vor, ihn zum Ehrenbürger der Hansestadt zu ernennen. Die Entscheidung obliegt dem Rat, der bald tagt. Die Verleihung erfordert das Einverständnis des zu Ehrenden. Der hat Oberbürgermeister Ulrich Mädge inzwischen mitgeteilt, das er die Ehrenbürgerwürde annehmen werde.

Zur Attraktivität der Stadt beigetragen

Es kommt nicht von ungefähr, dass gleich von mehreren Seiten an Mädge herangetragen wurde, Claassen mit dieser besonderen Auszeichnung zu bedenken. Durch die Ansiedlung seiner Unternehmen in Lüneburg hat er Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen. Das habe zur Attraktivität der Stadt als Wohn- und Arbeitsort beigetragen, heißt es aus der Verwaltung. Dazu kommt Claassens Liebe zum Wasserviertel, in das er Millionen investierte und mit seinen Hotels zur Vorzeigeadresse der Stadt machte. Immer wieder zu sehen als Postkartenansicht in der Telenovela „Rote Rosen“, das zieht viele Touristen an.

Auch im sozialen Bereich ist sein Engagement groß. Er ist langjähriger Vorsitzender des Vorstands der Bürgerstiftung St. Nicolai, Förderer und Sponsor junger Unternehmensgründer, Förderer der Leuphana Universität, Gründer und Sponsor der 1997 gegründeten Initiative „Schützt die Opfer e. V.“ zum Schutz von Frauen und Kindern gegen Gewalt und Sponsor eines Waisenheimes von Tsunami-Opfern in Indien. Sein Motto dabei: Tu Gutes, aber rede nicht groß darüber.

Leidenschaft als Hotelier

Henning J. Claassen, 1944 in Lüneburg geboren, stammt aus einer Bäcker-Familie. Nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann ging er im Alter von 19 Jahren nach Amerika, wo er sich sein Wirtschafts- und Psychologiestudium in Los Angeles mit Schreibmaschinenreparaturen finanzierte. Nach der Rückkehr nach Deutschland war er Product Manager und Geschäftsführer, 1971 gründete er sein erstes Unternehmen, die Meltex Gruppe mit mehreren Unternehmen. Nach dem Verkauf der Gruppe im Jahr 1989 ging noch im gleichen Jahr die Claassen Holding Gruppe an den Start, zu der unter anderem die börsennotierte ­Impreglon AG gehörte, die er 2014 verkaufte.

Seine Leidenschaft als Hotelier hat Lüneburg das Hotel Bergström, die Abts- und Lüner Mühle sowie das Hotel Altes Kaufhaus beschert. Nun ist er dabei, einen weiteren idyllischen Ort zu sanieren: Das Forsthaus Rote Schleuse wird in seiner Tradition als Ausflugslokal bewahrt.

17 Kommentare

  1. Sehr gute Idee, ein absolutes Vorbild dieser Mann, ohne das Engagement solcher Leute würde Lüneburg und ganz Deutschland nicht da stehen wo es steht. Es hat sich immer wieder gezeigt, dass einzelne Persönlichkeiten ein Land voran bringen, in einer Form, wie es der Staat selbst nie könnte. Der Staat muss die Rahmenbedingungen schaffen solche Leute hervorzubringen und den Rahmen, damit solche Leute ihre Kraft und Energie zur Entfaltung bringen können. Letztlich dient das dem Wohle aller, wie sich immer wieder zeigt.

  2. Die Verwaltung schlägt vor, ihn zum Ehrenbürger der Hansestadt zu ernennen. ich bin dagegen. ich habe ihn kennen gelernt. warum schützt die lz ihn?

  3. Herr Claassen hat für Lüneburg vieles getan, um den Tourismus anzukurbeln. Hierfür müssen wir ihm unseren Dank aussprechen. Lüneburg wäre ohne ihn nicht das, was es heute ist. Mittlerweile gibt es aber viele Bürger, die auch bereit wären, dies zu machen, doch leider gibt es aus allen Richtungen Gegner, da man nicht zur Basis der Lüneburger Unternehmer zählt. Ich selbst wäre bereit alles zu tun, um ein unternehmerisches Highlight für Lüneburg zu errichten ohne an illegale Sachen zu denken. Mir geht es darum ein Unternehmen an einem Standort zu eröffnen, der nicht von einem Eingeweihtem verwaltet wird, denn die Lage eines Objektes ist für eine Existenzgründung von oberster Bedeutung. Leider werden diese Premiumlagen ausschließlich für alteingesessene Mitbürger vergeben und die B-Lagen sind für Investoren, die dann gerne gegen die Wand laufen und ihr Kapital vernichten sollen. So geht man nicht mit Investoren um. Die interessantesten Standorte für Investitionen in Lüneburg bekommen nur die alteingesessenen Immobilienmakler, Unternehmer oder verdiente Privatleute angeboten. Man ließt nur in der Presse, dass eine Premiumlocation vergeben wurde und fragt sich, warum man nicht vor der Vergabe etwas davon gehört hat, um ggf. auch ein Angebot abzugeben. So wird man auch einen so hervorragenden Standort wie Lüneburg zu Grunde richten, da ausschließlich Lobbyisten das Rennen machen werden.

  4. Herr Claassen hat sicher seine Verdienste, aber der Klotz, den er aus dem Viskulenhof gemacht hat, ist eine derber Fehlgriff. Gehörte zur Gesamtwürdigung seiner Leistungen auch diskutiert.

  5. H.J. Claassen hat Geld (und Macht), was nicht per se verwerflich ist. H.J. Claassen ist Unternehmer und Hotelier. Als solcher hat er weitsichtig und klug investiert um langfristig Gewinn zu machen, dabei sind naturgemäß Arbeitsplätze entstanden, das Wasserviertel wurde für seine (Touristen-)Kunden attraktiver, eine gewisse Wohltätigkeit und Selbstdarstellung gehören zum Geschäft. Was aber sind seine Verdienste, die ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Lüneburg durch Ratsbeschluß vom 29.09.2016 „auf Vorschlag der Verwaltung“ einbrachten? Dieser Beschluß erging gut vorbereitet im Schnellverfahren ohne Gegenstimme. Zwei zu allem entschlossene LINKE enthielten sich- mit maximal möglicher Selbstverleugnung- mutig der Stimme! 🙂
    Laut(siehe: VO/6835/16 Beschluß-)Vorlage des Ratsbeschlusses wird der mit der Ehrenbürgerschaft versehene auch für besondere Verdienste um den Denkmalschutz geehrt.
    Lob durch die Lokalpresse erst vorab für den zu Ehrenden, dann für den Geehrten. Kritische Anmerkungen: Fehlanzeige
    Zur beispielsweisen Erinnerung und (Re-)Recherche, LZ und NDR berichteten: „Stadt beklagt Abriß alter Holzdecke – Denkmalschützer verärgert -“ und „Investor will Bußgeld nicht zahlen – Streit mit Stadt um Denkmalschutz -„. Ja, lang ist es her.
    H.J. Claassen hat im denkmalgeschützten Wasserviertel erhalten was nicht zu entfernen war, bspw. die beiden Mühlen und den Mühlenturm, was die erfolgten neuen Zubauten Claassens anbelangt sind Denkmalschutzaspekte von marginaler Bedeutung, um nicht zu sagen rein wirtschaftlichen Zweckinteressen zum Opfer gefallen.
    Aktuell (noch):
    H.J. Claassen hat unmittelbar an den angrenzenden denkmalgeschützten öffentlichen Raum des Wasserviertels zugänglich und ins Auge fallend vor der sog.“ Brausebrücke“, ein von ihm aus Asien importiertes „Kunstwerk“ aus Messing aufstellen lassen. Es zeigt Mark Twain(gest.1910) auf einer Bank sitzend. Nur wenigen aufmerksamen Betrachtern fällt – im Muster der ansonsten sinnfreien Rückenlehnenkonstruktion dieser Bank- ein im Zentrum dieser Konstruktion enthaltenes Hakenkreuz auf. Dazu muss man wissen, daß solche „Muster“ im asiatischen Raum unverfänglich und gebräuchlich sind. Seit wann kommt Mark Twain aber aus Asien? War er jemals dort? Wenn ein Normalbürger ein solches „Kunstwerk“ auch nur öffentlich einsehbar in seinem Vorgarten aufstellen würde, hätte er vermutlich wegen des Anfangsverdachts einer Straftat ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren zu gewärtigen( § 86a Strafgesetzbuch).
    H.J. Claassen, könnte man den Eindruck gewinnen, hat alle(s) im Griff.
    Der Ratsbeschluß (in Kenntnis vieler Ratsmitglieder all dessen, manche allerdings haben tatsächlich keine Ahnung),die Berichterstattung darüber, ein Skandal ?? Unsinn!! Es handelt sich nur um eine Provinzposse im postfaktischen Zeitalter.

  6. Herr Sander, Herr Claasen ist Unternehmer durch und durch und hat aus dem nichts Unternehmen entwickelt, die zu einer erheblichen Wertschöpfung der ganzen Region beitragen. Er hat in der Tat sein verdientes Geld klug investiert und zwar immer wieder in seiner Heimatstadt. Im Wasserviertel hätte zur damaligen Zeit keiner einen Pfennig investiert und dort bewahrheitet sich wieder das alte Sprichwort: Das Glück ist mit dem tüchtigen. Er hat das Viertel und somit einen Teil der Stadt zum Erblühen gebracht. Das bei Projekten über diese Zeiträume und in dieser Größenordnung Entscheidungen über Details getroffen werden müssen, die nicht immer jeden beglücken ist nur natürlich. Ihr Versuch hier mit der Lupe nach zu kritisierenden Krümeln zu suchen und nicht mal zurück schrecken ein asiatisches Sonnenrad in den Blickpunkt zu rücken, ist schon ziemlich erbärmlich.

    • Klaus
      Herr Claasen ist Unternehmer durch und durch
      stimmt, aber mehr der amerikanischen art. betriebsräte sind ihm ein gräuel. er möchte gern den alleinherrscher spielen und nur dem etwas zukommen lassen, der nach seiner mütze ist. zumindest ist das meine erfahrung mit ihm . und nicht nur meiner. ich hatte schließlich arbeitskollegen bei meltex. mit glück des tüchtigem hat es sehr wenig zu tun. wer kann wen am besten unter druck setzen , das kommt da schon eher hin.

    • Klaus ???? ,
      erst meinen Kommentar genau lesen. Dann nachdenken. Dann kommentieren. Alles gemacht?
      Dann Frage beantworten: Was hat eine solche Darstellung eines „asiatischen Sonnenrades“ =Swastika =Hakenkreuz (verkürzte Darstellung) im denkmalgeschützten Raum unserer Stadt zu suchen? Zumal noch dann wenn der Aufsteller um die Missverständlichkeit weiß und es trotzdem so stehen lässt?

  7. „Frank Schirrmacher
    Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat“, das war die Überschrift zu seinem Text über die Folgen der Finanzkrise für das Denken: „Ein Jahrzehnt enthemmter Finanzmarktökonomie“, schrieb er, „entpuppt sich als das erfolgreichste Resozialisierungsprogramm linker Gesellschaftskritik. So abgewirtschaftet sie schien, sie ist nicht nur wieder da, sie wird auch gebraucht. Die Krise der sogenannten bürgerlichen Politik, einer Politik, die das Wort Bürgertum so gekidnappt hat wie einst der Kommunismus den Proletarier, entwickelt sich zur Selbstbewusstseinskrise des politischen Konservatismus.“

  8. Klaus
    können sie meinen beitrag verstehen? ich bin rentner mit 10, 8 % abschlägen , weil ich krank wurde und zwar durch die missachtungen von arbeitgebern , was die arbeitsstättenrichtlinienverordnungen so anzeigen. ich habe deswegen nicht soviel zeit mich um wahrheiten zu kümmern. sie glauben, beim arbeitgeber hat es immer mit rechten dingen zutun? sie glauben zuviel. sie brauchen keine krümel suchen, sie werden ganze torten finden.