Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Von der mystisch anmutenden Frauenfigur Im Fluss auf dem Skulpturenpfad ist nur noch der Sockel übrig. Foto: ina
Von der mystisch anmutenden Frauenfigur Im Fluss auf dem Skulpturenpfad ist nur noch der Sockel übrig. Foto: ina

Vandalismus auf dem Skulpturenpfad

Bienenbüttel. Ein leerer Sockel mit einer Abbruchstelle ist alles, was von der strahlend weißen Skulptur „Im Fluss“ übrig ist. Sie war als stilisierte Darstellung einer aufrechten weiblichen Figur des Künstlers Ivo Gohsmann eine von zwölf Kunstwerken entlang der Ilmenau in Richtung Bienenbüttel. „Im Körperlichen nach außen sichtbar, zeigt sich ein Gefühl des aufrechten, ruhigen Daseins“, steht noch heute als Erläuterung auf der Internet-Seite „Kunstraum Ilmenau“. Die Figur ist jedoch bereits seit Juli spurlos verschwunden, wie Bürgermeister Dr. Merlin Franke erklärt. „Uns ist ein Schaden von rund 6000 Euro entstanden.“ Ob sie — nomen est omen — in den Fluss geworfen wurde oder gar in einem privaten Vorgarten steht, wird sich möglicherweise nie klären lassen.

Um die Chancen einer Aufdeckung bezüglich des Verbleibs und einer möglichen Täterschaft zu vergrößern, hat die Gemeinde jetzt eine Belohnung von 500 Euro festgesetzt und eine Information für das Gemeindeblatt „Bienenbüttel informiert“ formuliert. Bürgermeister Franke hat bisher noch keinerlei Hinweise auf den Tatbestand vorliegen. „Für unsere Gemeinde stellt sich die Frage, wer mutwillig einen Teil des allseits so beliebten kulturellen Wanderweges zerstören wollte.“ Im Mai 2010 wurde der von dem Künstler Benjamin Redeleit geplante 4,5 Kilometer lange Pfad offiziell eingeweiht, finanziert wurde das mehr als 80000 Euro teure Projekt primär von einem Leader-Programm zur Tourismusförderung des Landes Niedersachsen.

Schaden von rund 6000 Euro entstanden

Der Gemeinde bis zur Nachfrage der LZ-Redaktion noch nicht bekannt war eine weitere Verunstaltung, die den 3,3 Tonnen schweren Stein des Kunstwerkes „Unexpected Encounter“ der Bildhauerin Chari-Juliane Tihanyi betrifft. Neben dem dort eingravierten Text des Goethe-Gedichts „Der Fischer“ sprühten Unbekannte rechts und links auf Höhe der Textzeile „Du stiegst herunter, wie du bist, und würdest erst gesund“ mit schwarzer Farbe auf Arabisch „Allahu akbar“, was so viel heißt wie „Gott ist am größten“.

Eine Verbindung der beiden Verschandelungen ist eher unwahrscheinlich, doch der Gemeindechef hält sich bezüglich Spekulationen bedeckt. Allerdings will er sich unverzüglich um die Beseitigung der Schriftzeichen kümmern. „Wir werden alles dafür tun, dass diese Schmierereien verschwinden.“ ina