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Die geplante Halle soll südlich an die Bebauung an der Lüner Rennbahn angrenzen. An der Ostseite des Grundstückes soll ein 60 Meter breiter Waldstreifen hin zum Vrestorfer Weg bestehen bleiben. Foto: IWL AG
Die geplante Halle soll südlich an die Bebauung an der Lüner Rennbahn angrenzen. An der Ostseite des Grundstückes soll ein 60 Meter breiter Waldstreifen hin zum Vrestorfer Weg bestehen bleiben. Foto: IWL AG

Roy Robson plant Lagerhalle

Von Antje Schäfer

Lüneburg. Das Textilunternehmen Roy Robson hat vor knapp zwei Jahren ein Grundstück am Vrestorfer Weg erworben, da an seinem Hauptsitz Bleckeder Landstraße keine Möglichkeit zur Erweiterung besteht. Auf dem 5,5 Hektar großen Grundstück soll eine 90 mal 90 Meter große Halle entstehen, dafür hat das Unternehmen Ende Juni eine Bauvoranfrage gestellt. Die Planungen stellte die Stadt jetzt mit Firmen-Inhaber Heiko Westermann sowie Vertretern des Planungsbüros IWL AG und der Firma Bremer Hamburg GmbH, die die Halle errichten werden, bei einer Anwohnerversammlung vor. Rund 30 Bürger aus dem gegenüberliegenden Wohngebiet waren der Einladung gefolgt. Sie hakten besonders beim Thema Lärm nach.

Im bestehenden Bebauungsplan ist die Grundstücksfläche als nicht eingeschränktes Gewerbegebiet festgesetzt, rund 80 Prozent der Fläche sind danach bebaubar, Gebäude mit bis zu drei Geschossen können dort entstehen, machte Matthias Eberhard, Bereichsleiter Stadtplanung, eingangs deutlich.

Waldstreifen als Puffer zu Wohngebiet

Das Gelände und die geplante Halle schließen im Süden an die Bebauung an der Lüner Rennbahn an. Laut Hubertus Schwanebeck, Architekt und Planer bei der Firma Bremer, soll die 90 mal 90 Meter große Halle, eine Stahl-Beton-Konstruktion, eine Höhe von 14,60 Metern haben. Im Osten, also zum Vrestorfer Weg, grenzt sie an einen 60-Meter-Streifen Wald, der sozusagen als Puffer zur gegenüberliegenden Wohnbebauung stehen bleiben soll. An der Ostseite des Gebäudes befinden sich zwei Belüftungsanlagen. Die Zufahrt soll im Süden von der Lüner Rennbahn erfolgen. Laut Heiko Westermann ist pro Tag von acht Lkw sowie sieben Sprintern auszugehen, außerdem werden fürs Erste 30 Beschäftigte das Gelände mit ihren Pkw ansteuern, für die Parkplätze im südlichen Bereich vorgesehen sind. Dazu Lkw-Stellplätze, wenn Brummis nachts das Gelände ansteuern.

Von Anwohnern wurde der Wunsch vorgetragen, dass mit Trassierband auf dem Gelände das Ausmaß der Halle abgesteckt und mit einer Messlatte die Höhe des Gebäudes von 14,60 Metern sichtbar gemacht wird. Denn sie befürchten, dass die Halle über die Bäume herausragt. Die Planer hielten dem entgegen, dass dies nicht so sei. Westermann, der betonte, man wolle ein „gutes Nebeneinander“ mit den Nachbarn haben, versprach aber, dass man diesen Wünschen nachkommen werde.

Anlieferung und Abfahrt von 7 bis 17 Uhr

Kritisch sehen Anwohner auch den Lkw-Verkehr sowie die Belüftungsanlagen und den damit verbundenen Geräuschpegel. Stadt und Planer erläuterten, dass ein Schallgutachten erstellt worden sei. Für Wohngebiete sei festgesetzt und allgemein gültig ein Grenzwert von 55 Dezibel, die Werte laut Gutachten lägen ein Drittel darunter. Auf die Frage, warum die Belüftungsanlagen nicht an der westlichen Seite installiert sein könnten, hieß es, dass die Beschäftigten an der Ostseite arbeiten. Zum Thema Anlieferung und Abfahrt hieß es weiter, dass diese von 7 bis 17 Uhr erfolge. Die Transporter würden durch Markierungen geleitet, Pieptöne, wie von Anwohnern befürchtet, gäbe es nicht.

Aufgeworfen wurde auch die Frage, ob das Unternehmen eine weitere Bebauung des Grundstückes im nördlichen Bereich plane. Westermann erklärte dazu: „Wenn wir jetzt eine Halle bauen, ist diese auf die nächsten 15 Jahre gerechnet.“ Die unbebaute Fläche solle so lange naturbelassen bleiben. Damit der Waldstreifen blickdicht bleibt, plane man Büsche zu pflanzen. Gegenüber der LZ sagte Westermann, dass ein Umweltgutachten mit der Unteren Naturschutzbehörde erstellt worden sei.

Anfang 2017 weitere Info-Veranstaltung

Die Stadt wird in dieser Woche einen positiven Bauvorbescheid erteilen, eine Baugenehmigung voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres. Die Anwohner möchten weiter auf dem Laufenden gehalten werden, Oberbürgermeister Mädge versprach, dass es Anfang 2017 eine weitere Info-Veranstaltung geben wird.