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Am linken Bildrand der Hochwasserentlaster, rechts der Hasenburger Bach.  Sportangler Joachim Skretzka (v. l.), Oedemes Ortsbürgermeisterin Christel John, Ingmar Sannes, Mathias Holsten und Wasmuth von Meding begutachten den umgestalteten Hasenburger Bach. Foto: t&w
Am linken Bildrand der Hochwasserentlaster, rechts der Hasenburger Bach. Sportangler Joachim Skretzka (v. l.), Oedemes Ortsbürgermeisterin Christel John, Ingmar Sannes, Mathias Holsten und Wasmuth von Meding begutachten den umgestalteten Hasenburger Bach. Foto: t&w

Gemeinschaftsprojekt macht Hasenburger Bach ein Stück ökologischer

Von Ingo Petersen
Lüneburg. Träge floss das trübe Wasser des Hasenburger Bachs noch vor wenig mehr als einer Woche durch die Wiesen bei Oedeme. An genau der gleichen Stelle ist jetzt ein sprudelnder Bach entstanden, der Fauna und Flora jeglicher Art einen idealen Lebensraum bietet, unter anderem ein perfektes Laichgebiet für die Bachforelle ist.

Möglich machte die Verwandlung des Bachs, der über insgesamt 13 Kilometer um Lüneburg herum fließt, ein ganz besonderes Gemeinschaftsprojekt: Angestoßen von der Sportangler-Kameradschaft Lüneburg hat der Gewässer- und Landschaftspflegeverband Mittlere und Obere Ilmenau das Projekt in der vergangenen Woche durchgeführt. Der Bereich Umwelt der Hansestadt Lüneburg hat die wasserrechtliche Genehmigung erteilt, beteiligt ist auch der Landkreis Lüneburg, der unter anderem ein Grundstück in dem FFH-Gebiet zur Verfügung stellte.

Mit der Umsetzung komme man auch den Vorgaben des Landes Niedersachsen und der Europäischen Union nach, das Gewässer in einem guten ökologischen Zustand zu versetzen, erklärt Mathias Holsten vom Landkreis Lüneburg.

50 Tonnen Kies ermöglichen Forellen das Laichen

Auf einer Strecke von 160 Metern wurde zunächst ein „Hochwasserentlaster“ gegraben. „Eine Art Überlaufschutz“, erläutert Ing­mar Sannes vom Gewässer- und Landschaftspflegeverband. Verhindert werden soll, dass bei höheren Wasserständen angrenzendes Gelände durchnässt wird.

Dann wurden auf einer Länge von 130 Metern im Bach selbst insgesamt vier sogenannte „Kiesrauschen“, ein anderes Wort für Kiesbänke, aufgeschüttet. Zwei Kiesrauschen waren bereits aus einer Maßnahme von 2012 vorhanden. Zugleich wurde an einigen Stellen der Bachquerschnitt verringert, um so die Fließgeschwindigkeit weiter zu erhöhen.

Insgesamt 50 Tonnen Kies in Stärken von zwei bis 64 Millimetern wurden für die Kiesrauschen verwendet. Der aufgeschüttete Kies verhindert, dass Sand und Schlamm sich ablagern, sondern weitergespült werden.

Auch für Elritze, Mühlkoppe, Krebs und viele Tierarten mehr ist der Bach eine Heimat

Für Bachforellen sind die Kiesrauschen ein ideales Laichgebiet: Die Raubfische schlagen eine Laichgrube in den Kies, legen die Eier ab, überdecken sie wieder. Auch die geschlüpften Larven bleiben im Lückensystem des Kieses“, erklärt Joachim Skretzka von der Sportangler-Kameradschaft. Und Mathias Holsten sagt: „Eine ideale Kinder- und Elternstube für Forellen.“ Auch für Elritze, Mühlkoppe, Krebs und viele Tierarten mehr ist der Bach eine Heimat.

Nicht um den Fang für die „heimische Bratpfanne“ gehe es den Sportanglern, betonen die. Ihr Interesse sei, dass sich durch die durchgeführten Maßnahmen die Bestände der verschiedenen Fischarten halten, so Skretzka.

Insgesamt kostete die Maßnahme, die den Hasenburger Bach ökologisch aufwerten soll, 12.000 Euro. Dafür hatte die Sportangler-Kameradschaft einen Förderantrag bei der Bingo-Umweltstiftung gestellt und 9900 Euro bewilligt bekommen.

Sportangler-Kameradschaft packt kräftig mit an

Auch mit Eigenleistung, etwa der Befestigung von Uferstücken mit Findlingen, war die Sportangler-Kameradschaft dabei. Der Landkreis Lüneburg beteiligt sich an der Finanzierung mit weiteren 2100 Euro aus dem Topf für Ausgleichsmaßnahmen. Die leichtere Durchführung der Maßnahmen machte Grundstückseigentümer Wasmuth von Meding möglich, der die Zufahrt der benötigten Fahrzeuge über seine Flächen genehmigte.