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Der Ehrenring der Hansestadt Lüneburg. Foto: sp/nh
Der Ehrenring der Hansestadt Lüneburg. Foto: sp/nh

Drei Ehrenringe und ein Ehrenbürger

Von Antje Schäfer und Carlo Eggeling
Lüneburg. Ein handgearbeiteter Ring, in dessen Onyx-Stein das Wappen der Stadt Lüneburg graviert ist, wird seit 1976 — höchstens einmal pro Jahr — verliehen. Am Donnerstagabend machte der Rat eine Ausnahme, gleich drei prägende Gesichter der Kommunalpolitik wurden damit ausgezeichnet. Wer diesen Ehrenring tragen darf, hat sich in außergewöhnlichem Maße um die Stadt und ihre Bürger verdient gemacht. Der Rat beschloss nun auf Vorschlag des Verwaltungsausschusses, dass er in diesem Jahr an Regina Baumgarten (CDU), Heiko Dörbaum (SPD) und Andreas Meihsies (parteilos) verliehen wird. Gewürdigt wird damit ihr langjähriges kommunalpolitisches Engagement. Alle drei scheiden zum Ende dieser Wahlperiode aus dem Rat aus. Kurze Portraits der Geehrten finden Sie im Kasten.

Einmütig stimmte der Rat einem weiteren Vorschlag zu: Henning-J. Claassen wird Ehrenbürger der Stadt. Der Unternehmer, der unter anderem die inzwischen verkaufte Impreglon-Gruppe, ein weltweit tätiger Spezialist für Oberflächen- und Klebetechnik, gegründet hat, machte sich zudem um das Wasserviertel verdient. Das Hotel Bergström und seine Erweiterungen in Lüner Mühle und Abtsmühle sowie im Alten Kaufhaus gehören zum schönen Gesicht des Quartiers. Die LZ hatte Claassen kürzlich portraitiert.

Ansonsten hatte das Gremium, das nach der Kommunalwahl und vor der Einsetzung des neuen Rates zum vorletzten Mal in dieser Besetzung tagte, ein ungewohnt forsches Tempo, in dem es die Tagesordnung abarbeitete. Vieles wurde nach Vorlage abgestimmt oder gar von der Agenda genommen. So zog die Linke einen Antrag zurück, der Themen aufgriff, die der Bundestag beschließen müsste, Stichwort war ein lokales Engagement für eine Gemeindewirtschafts- und eine Vermögenssteuer. Darüber sollen nun die Nachfolger diskutieren.

Einig waren sich die Fraktionen, den Umweltverband BUND in seinem Bemühen um das „Umweltbildungs- und Naturschutzprojekt Kalkberg zu sichern und zu unterstützen“. Allerdings sollen die Einzelheiten im zuständigen Grünflächenausschuss diskutiert werden.

Eingereicht hatte die Gruppe von SPD und Grünen den Antrag, doch auch Dr. Gerhard Scharf von der CDU zollte der Arbeit der Umweltaktivisten im „citynahen Naturschutzgebiet“ Anerkennung und wünschte sich, den Berg mehr ins Bewusstsein von Lünebugern und Gästen zu rücken.

Eckhard Neubauer lobte für die SPD den Einsatz des BUND auf dem seit 1932 bestehenden Areal: Eine Ausstellung im Alten Gipsofen, „Exkurse über verschlungene Wege“ und als „Highlight“ das Entkusseln der Hänge durch Ziegen täten dem Gipshut gut. Entkusseln meint, dass die Paarhufer beispielsweise Fliedertriebe verputzen und so anderen geschützten Arten Raum zum Wachsen geben. Der Kalkberg sei wegen seiner Artenvielfalt und Lage ein ungewöhnliches Naturschutzgebiet.

Beifall auch von Ulrich Löb von den Grünen. Er wünschte sich, dass es glingen möge, neben den schon Aktiven auch Nachwuchs zu gewinnen, Studenten sieht er dabei als Zielgruppe. Der Kalkberg sei ein Schatz.

In alter Besetzung tagt der Rat ein letztes Mal am 28. Oktober. Der neue Rat trifft sich zu seiner konstituierenden Sitzung am 1. November.

Andreas Meihsies

Fast drei Jahrzehnte kommunalpolitischer Arbeit liegen hinter Andreas Meihsies. Davon war er 20 Jahre als Fraktionsvorsitzender der Grünen tätig und über viele Jahre Vorsitzender des Grünflächenausschusses. In der vergangenen Wahlperiode bekleidete er außerdem das Amt des Bürgermeisters. Ende August kehrte er seiner Partei den Rücken, weil er klare Positionen bei den Grünen in Sachen Natur- und Umweltschutz sowie Stadtentwicklung vermisste.

Regina Baumgarten

Insgesamt 25 Jahre gehörte Regina Baumgarten dem höchsten Gremium der Stadt an, agierte dort unter anderem als Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten und war über viele Jahre Vorsitzende des Jugenhilfeausschusses. Als Bürgermeisterin war sie zudem die ehrenamtliche Vertreterin des Oberbürgermeisters und übernahm in dieser Funktion repräsentative Aufgaben für die Stadt.

Heiko Dörbaum

7447077Ebenfalls für 25 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit im Rat und seinen Gremien wird Heiko Dörbaum gewürdigt. Der langjährige Fraktionschef der Sozialdemokraten setzte sich als Vorsitzender des Bauausschusses maßgeblich für die Stadtentwicklung ein. Zudem leitete er die Geschicke der Ortschaft Ebensberg als Ortsvorsteher und engagierte sich in der Deutsch-Estnischen Gesellschaft Lüneburg zum Wohle der Städtepartnerschaft mit Tartu.