Donnerstag , 8. Dezember 2016
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So zeigte sich der neue Vorstand der Lüneburger Kreisjägerschaft im März dieses Jahres (v.l.): Sascha Meyer, Torsten Broder, Christoph Lüttgens und Hans-Christoph Cohrs. Jetzt ist Sascha Meyer überraschend zurückgetreten. Foto: A/t&w
So zeigte sich der neue Vorstand der Lüneburger Kreisjägerschaft im März dieses Jahres (v.l.): Sascha Meyer, Torsten Broder, Christoph Lüttgens und Hans-Christoph Cohrs. Jetzt ist Sascha Meyer überraschend zurückgetreten. Foto: A/t&w

Die Schonzeit in der Kreisjägerschaft ist vorbei

Von Klaus Reschke
Lüneburg. Gerade einmal sechs Monate dauerte die Schonzeit: Während der Hauptversammlung im März dieses Jahres hatten sich die Mitglieder des Vorstandes der Jägerschaft im Landkreis Lüneburg noch einmal mühsam zusammengerauft — vermittelten nach Außen demonstrativ das Bild neuer Geschlossenheit. Doch jetzt ist der Streit wieder offen ausgebrochen: Sascha Meyer aus Bleckede, vor einem halben Jahr erst zum zweiten Vorsitzenden der mehr als 1100 Mitglieder zählenden Jägerschaft im Landkreis Lüneburg gewählt, hat überraschend das Handtuch geworfen. Aus persönlichen Gründen, wie es heißt. Doch damit hat der Bleckeder offenbar eine Kettenreaktion ausgelöst, die am Ende auch den Vorsitzenden der Jägerschaft, Torsten Broder, das Amt kosten könnte.

Der betonte zwar am Donnerstag auf LZ-Anfrage, dass er „keineswegs amtsmüde“ sei, seine internen Äußerungen freilich lassen andere Interpretationen zu. Meyer war Broders Wunschkandidat. Dessen Rücktritt habe nun zur Folge, „dass ich ebenfalls meine Tätigkeit als Vorsitzender kontrolliert … auslaufen lasse“, teilte der Vorsitzende den Mitgliedern in einer Rundmail mit. Außerdem kündigte er an, sein „Amt bis nach der nächsten erweiterten Vorstandssitzung ruhen zu lassen.“

„Ich habe uns allen eine Denkpause verordnet.“

Davon — und auch vom Rücktritt — will Broder nun nichts mehr wissen. Er beabsichtige keineswegs zurückzutreten, betonte der 64-Jährige. Seine Worte will Broder anders verstanden wissen: „Ich habe uns allen eine Denkpause verordnet.“ Auch er befinde sich jetzt in der Phase der Selbstreflektion, an deren Ende die Frage beantwortet werden soll: „Wie soll es personell weitergehen mit der Kreisjägerschaft? Welche Ziele wollen wir künftig verfolgen?“

Broders Botschaft scheint aber nicht bei allen Vorstandskollegen richtig angekommen zu sein — zumal der Vorsitzende offenbar selbst nicht an eine grundlegende Verbesserung der Zusammenarbeit in seinem Sinne glaubt: „Dieser Schritt, den ich nun beschreite, ist für mich unumgänglich und logisch, da ich keine positiven Veränderungen im Vorstand erwarte“, schreibt Broder und fügt hinzu: „Die Beharrungskräfte sind zu groß, und eine partnerschaftliche Führung wird nicht gewünscht.“ Zum Rumkommandieren, so der ehemalige Berufssoldat Broder weiter, habe er keine Lust: „Für mich zählt freiwilliges Miteinander um der Sache willen.“

Bei den Grünröcken im Kreis haben Broders Erklärungsversuche für Verwirrung, statt für Aufklärung gesorgt: Vorstandsmitglieder sprechen von zum „Teil verworrenen, sich widersprechenden Aussagen“ ihres Vorsitzenden. Franz-Josef Flögel, Schriftführer der Jägerschaft, der nach dem Rücktritt Meyers quasi amtierender 2. Vorsitzender der Kreisjägerschaft ist, hat per Mail zu einer außerordentlichen Vorstandssitzung für Dienstag nach Embsen eingeladen. Thema: „Aufarbeitung des E-Mail-Schriftverkehrs des Vorsitzenden Torsten Broder und sich daraus ergebende Konsequenzen für die weitere Vorstandsarbeit.“

Möglichst schnell Klarheit herbeiführen

Flögel will offenbar möglichst schnell Klarheit herbeiführen, den „Buschfunk“ abschalten. Was durchaus verständlich ist — aber nicht aus Sicht Broders: „Diese Sitzung werde ich unterbinden“, sagt der 64-Jährige mit Hinweis auf die Satzung der Jägerschaft. Sein Ziel: eine erweiterte Vorstandssitzung Ende Oktober. Bis dahin hätten die „verbleibenden Persönlichkeiten in der Jägerschaft Zeit, erste Entscheidungen herbeizuführen“.

Vielleicht aber hätten sich die Agierenden auch nur die Worte ihres ehemaligen Vorsitzenden Günter Larisch in Erinnerung rufen müssen: „Seid der Jägerschaft in der Sache gemeinsam verpflichtet und verantwortlich. Meinungsverschiedenheiten müssen im Gespräch und gegebenenfalls im Vorstand ausgetragen und gelöst werden, aber nicht öffentlich“, hatte dieser im März dem neu- beziehungsweise wiedergewählten Vorstand als wohlmeinende Mahnung mit auf den Weg geben.

Jetzt das Vertrauen der Mitglieder und der Öffentlichkeit zurückzugewinnen wird schwer. Das schwant auch so manchem Nimrod: „Ernst nimmt uns ohnehin keiner mehr!“, fürchtet ein Vorstandsmitglied.

27 Kommentare

  1. Ich habe schon ewig keinen verrückteren Artikel mehr in der Landeszeitung gelesen: Der ist verschnupft, jener empört, einer tritt zurück, ein zweiter stampft auf und ein dritter verordnet eine Denkpause, nachdem viel geschrieben worden ist, was nun aufgearbeietet werden muss … rhabarb, rhabarb, rhabarb …

    Aber KEIN EINZIGES WORT dazu, was eigentlich Gegenstand der Streitereien ist. Selbst unter der Zwischenüberschrift „Möglichst schnell Klarheit herbeiführen“, erfährt der Leser nicht worüber. Man schreibt ja bloß, man informiert ja nicht — nicht wahr? Und das einen ganzen extrabesonders schön gestreckten Text von 4073 Zeichen und 547 Wörtern lang.

    Stramme journalistische Leistung!

    • Wirklich mal ein klasse Kommentar 😉 Vielen Dank an den Vorstand der Jägerschaft Lüneburg für die vielen spannenden Stunden bisher und an den positiv in sich ruhenden Schreiber Klaus Reschke. 👍 Wie allerorten sind die Nörgler auch unter den Jagdfreunden in der Überzahl. Selbst wenn sie nicht wissen, was eigentlich Sache ist. Recht gern erinnere ich mich dagegen an die Hubertusandacht in Wohlenbüttel vom Sonnabend vor zwei Wochen zurück ☀️ Wer seinen Kreislauf anregen möchte, kann aber auch Fußball schauen gehen. Der LSK in seiner momentanen Verfassung tut gut 😊

  2. Was will uns dieser Artikel sagen????????????????????????????????????

    • Hi, Herr Heidjer

      Vielleicht geht die eigentliche Story (die Geschichte hinter dem Beziehungskisten-Rhabarber) ja ungefähr so: Aus der Kasse der Jagdgenossenschaft Hubertusburg im Gemeindeamt des Städtchens Wormswende sind in der Nacht auf Mittwoch ca. 153 Millionen Euro verschwunden (in bar). Zahlreiche Freiwillige aus der Bevölkerung halfen am nächsten Morgen bei einer großen Suchaktion mit, und so wurde den ganzen Vormittag eifrig herumgestöbert. Tatsächlich tauchte das Geld dann auch in einer Schublade wieder auf, die man zwar gleich zu Beginn der Aktion durchsucht hatte, aber eben nicht gründlich genug, wie sich nun herausstellte. Es wurde deshalb vielfach der Kopf geschüttelt und sogar gelacht. Hauptsache ist freilich aber, das Geld ist wieder da.

      Liebe Grüße vom Werner

    • Ganz oder gar nicht

      @ Heidjer

      Ich ahne ein wenig, worum es mit dem Artikel gehen soll. Er bespricht die Frage und exemplifiziert sie zugleich, wie man seiner Aufgabe gerecht wird. Meine These zur Kernaussage: Schon wer als Henker im Mittelalter zum oberen Drittel seiner Zunft zählen wollte, durfte beim Vierteilen keine halben Sachen machen.

      Daniel Sibbe

  3. die schonzeit für die jäger sollte vorbei sein. sinn und unsinn der jagd gehören diskutiert. pfründe gehören abgebaut.

    • Viele Ochtmisser Kleingärtner leiden unter wiederkehrenden Bauchschmerzen. Die Ursache ist der Verzehr unreifer Birnen und Äpfel von Streuobstwiesen, aus Angst, daß die Wildschweine einem sonst zuvorkommen.

      Miriam Wurster

      • schmunzel
        das kommt dabei raus, wenn keiner dem anderen mehr etwas gönnt. wild schmeckt ja nicht schlecht. aber muss man es extra füttern und züchten? und dieses nennt sich dann hegen und pflegen?

  4. Und das zu Recht

    „Ernst nimmt uns ohnehin keiner mehr!“, fürchtet ein Vorstandsmitglied der Jägerschaft im Landkreis Lüneburg.

    So isses!

    lg, Georg Wüstenhagen

  5. „belämmert dastehen“

    Weiß einer dafür einen passenden Alternativausdruck?

    • Hallo Leute
      verwildert aussehen?

    • Ja:

      „Der neue Vorstand der Lüneburger Kreisjägerschaft im März dieses Jahres „.

      Siehe Foto oben.

    • sluupsteerts, balstürig, töffelig, beknoopt …? Oder so dastehen, wie die vier Jankerträger auf dem Bild zum schönen Klaus-Reschke-Artikel es vormachen?

  6. Übrigens, liebe Lüneburger Kreisjägerschaftsvorstandsstreithähne, am 21. Oktober wird der schwedische Chemiker Alfred Nobel vor genau 183 Jahren geboren worden sein, was rückblickend niemand gutheißen kann, der körperliche Unversehrtheit mehr schätzt als peinliches Preisredenhalali. Sein erschütterndes Lebenswerk sprengt alle Dimensionen in die Luft, obwohl er bekennender Pazifist war, wie bigott ist das denn bitte? Als Kind mochte er Eisbomben und Minenspiel, als Greis hatte er die fehlzündende Idee, sein komplettes Erbe an Wissenschaft und Literatur zu verschenken, aber auch an Günter Grass. Dessen damit quersubventioniertes Spätwerk hat also Alfred Nobel verschuldet. Der sehr alte Schwede (in 17 Tagen 183 Jahre, steht doch schon oben, Depp!) machte zeit seines Lebens mächtig Wirbel, danach aber auch noch, und wiederum danach auch. Wer ihn verteidigt, macht sich zum Advokaten von Elend, Zerstörung und „RTL Explosiv“. Nobel erfand die entsetzlichen Onomatopoetika Kaboom!, Fetz! und Stockholm!, geht seit 1896 aber nicht mehr ans Telefon, wenn jemand kritische Fragen stellen will. Wer bei Google „Kollateralschaden nach Experiment mit Nitroglycerin“ eingibt, erhält stattdessen 14 Millionen Einträge zu Alfred Nobel, aber was heißt hier stattdessen? Andererseits ist ja niemand so bescheuert, nämliches einzugeben, weshalb auch keiner mehr Alfred Nobel kennt, abgesehen von dem einmal im Jahr um seine ersprengten Millionen sich streitenden Haufen intriganter Profiteure und Explosionsgewinnler. Alles Liebe zum Geburtstag, Alfred.

  7. venator venatoris lupus = der Jäger ist des Jägers Wolf

    Die lateinische Sentenz „venator venatoris lupus“ stammt aus der Komödie Asinaria (Eseleien) des römischen Komödiendichters Titus Maccius Plautus (ca. 254–184 v. Chr.).

    Im Originaltext von Plautus steht lupus jedoch vorn. Wörtlich sagt dort der Kaufmann zu Leonida:

    lupus est venator venatoris, non homo, quom qualis sit novit aut non novit.

    Übersetzung:

    Ein Wolf ist der Jäger dem Jäger, kein Mensch, egal ob man sich kennt oder nicht kennt.

    Bekannt wurde der Ausspruch durch den englischen Organisationstheoretiker und Philosophen Thomas Hobbes, der sie in der Widmung seines Werkes De Venatore (Über den Jäger) an William Cavendish, den Grafen von Devonshire, verwendete. Hobbes gebraucht „Venator venatoris lupus“ als Beschreibung für das Verhältnis in den Vorständen der einzelnen von Menschenhand geschaffenen Kreisjägerschaften:

    „Nun sind sicher beide Sätze wahr: Der Mensch ist ein Gott für den Menschen, und: Der Jäger ist ein Wolf für den Jäger; jener, wenn man die Bürger untereinander, dieser, wenn man die Jäger untereinander vergleicht. Dort nähert man sich durch Gerechtigkeit, Liebe und alle Tugenden des Friedens der Ähnlichkeit mit Gott; hier müssen selbst die Guten bei der Verdorbenheit der Schlechten ihres Schutzes wegen die kriegerischen Tugenden, die Gewalt und die List, d.h. die Raubsucht der wilden Tiere, zu Hilfe nehmen.“

    • Sehr lustig! Aber ich fürchte, dass schon Plautus und knapp eineinhalb Jahrtausende später dann wieder Thomas Hobbes dem Wolf großes Unrecht taten, als sie ihn mit dem Menschen verglichen.

      • ich verstehe es auch nicht, wie man ein kleines raubtier mit dem größten vergleichen kann. bekanntlich hat der wolf noch niemanden erschossen. auch nicht ausversehen.

        • Für den Hasen gilt das ja nicht, Herr Bruns:

          Es zog der wilde Jägersmann
          Sein grasgrün neues Röcklein an;
          Nahm Ranzen, Pulverhorn und Flint’-
          Und lief hinaus in’s Feld geschwind.

          Er trug die Brille auf der Nas’
          Und wollte schießen tot den Has.

          Das Häschen sitzt im Blätterhaus
          Und lacht den wilden Jäger aus.

          Jetzt schien die Sonne gar zu sehr,
          Da ward ihm sein Gewehr zu schwer.
          Er legte sich ins grüne Gras;
          Das alles sah der kleine Has.
          Und als der Jäger schnarcht’ und schlief,
          Der Has ganz heimlich zu ihm lief
          Und nahm die Flint’ und auch die Brill’
          Und schlich davon ganz leis’ und still.

          Die Brille hat das Häschen jetzt
          Sich selbst auf seine Nas’ gesetzt;
          Und schießen will’s aus dem Gewehr.
          Der Jäger aber fürcht’ sich sehr.
          Er läuft davon und springt und schreit:
          „Zu Hilf’, ihr Leut’, zu Hilf’, ihr Leut’!“

          Da kommt der wilde Jägersmann
          Zuletzt beim tiefen Brünnchen an,
          Er springt hinein. Die Not war groß;
          Es schießt der Has die Flinte los.

          Des Jägers Frau am Fenster saß
          Und trank aus ihrer Kaffeetass’.
          Die schoß das Häschen ganz entzwei;
          Da rief die Frau: „O wei! O wei!“
          Doch bei dem Brünnchen heimlich saß
          Des Häschens Kind, der kleine Has.
          Der hockte da im grünen Gras;
          Dem floß der Kaffee auf die Nas’.
          Er schrie: „Wer hat mich da verbrannt?“
          Und hielt den Löffel in der Hand.

  8. Luise Schneiderjahn

    Aber, werte Herren Bruns und Furhop, Sie lesen doch bei Ganske bzw. Hobbes: MENSCHEN UNTEREINANDER nähern „sich durch Gerechtigkeit, Liebe und alle Tugenden des Friedens der Ähnlichkeit mit Gott“; nur UNTER JÄGERN „müssen selbst die Guten bei der Verdorbenheit der Schlechten ihres Schutzes wegen die kriegerischen Tugenden, die Gewalt und die List, d.h. die Raubsucht der wilden Tiere, zu Hilfe nehmen.“

    • Liebe Luise
      lesen kann man viel, schmunzel. ob aber auch die jäger es tun? sie brauchen zwar büchsenlicht, sonst treffen sie wohlmöglich sich selbst, aber zum lesen wird es auf die dauer nicht reichen. im zunehmendem alter, werden die augen immer schlechter. so mancher hund und bundeswehrsoldat mussten schon dran glauben. schmunzel

  9. Liebe Torsten Broder (Vorstandsvorsitzender der Jägerschaft des Landkreises Lüneburg e.V.), Josef Flögel (Schriftführer), Gretel Schulte (Schatzmeisterin), Hans-Christoph Cohrs (Kreisjägermeister) und Christoph Lütgens (Beratendes Mitglied im Vorstand stv. KJM/Vertr. im Jagdbeirat), jetzt fassen sich bitte alle einmal bei den Händen und singen gemeinsam aus voller Brust:

    Ju – ja, Ju – ja, gar lustig ist die Jä – ge – rei
    All – hier auf grü – ner Heid’,
    All — hier auf grü – ner Heid’

  10. Eleanore Hopfenstedt

    Um Meinungsverschiedenheiten im Vorstand auszutragen, empfehle ich den Grünröcken, die Langwaffen fachmännisch unter dem Ansitz abzulegen und sodann zum großen 100-Meter-Sackhüpfen zu blasen. Der Gewinner bestimmt dann die Geschäftsordnung und darf festlegen, wer aktives Mitglied ist und wer nicht. Kritiker behaupten zwar, das jagdliche Brauchtum sei längst überholt (es gäbe ja Trimmdich-Geräte und eine leistungsfähige Modell-Eisenbahn im Keller würde als Beschäftigung für pensionierte Herren und andere nach Aktivität und Bestätigung dürstenden Mitbürger voll und ganz ausreichen). Das ist aber Unfug, dem wir Paroli bieten müsssen. Denn eins steht für mich außer Frage: der verantwortungsbewusste Jäger leistet nicht nur einen wertvollen Beitrag gegen die Ausbreitung gefährlicher Wildtiere, das Herumstreunern unangeleinter Zwergpinscher und die Verbuschung unserer Kulturlandschaft. Er ist zugleich auch Träger und Bewahrer einer Tradition, in der Natur, klare Hierarchien und stimmige Geschäftsordnungen noch einen hohen Stellenwert besaßen. Ein Punkt auf den der lobenswerte LZ-Artikel völlig zurecht hinweist. Zugleich ist der Jäger als Käufer von Geländewagen, jagdspezifischen Textilien und Waffen auch noch ein wichtiger Fakor für mehr Wachstum und Beschäftigung in unserem Lande, Schonzeit hin oder her!

    • Liebe Eleanore,

      „Grünröcke“, „Langwaffen“, „Sackhüpfen“, „blasen“, „Wildtiere“, „Herumstreunern“, „Verbuschung“, „Natur“ … ? Spricht hier die an Freuds psychosexuellem Phasenmodell geschulte Kritikerin frühmenschlicher geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung? Drastisch Anzügliches ist ja schon in den Strophen drei bis sechs [!] im bekannten deutschen Volkslied vom Jäger aus Kurpfalz reichlich enthalten (https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_J%C3%A4ger_aus_Kurpfalz), das von der Jagd und den damit verbundenen Vergnügungen handelt und auf das von Hagen Neuhaus gestern schon einmal vorsichtig angespielt worden ist. Was exakt wollte Neuhaus wohl andeuten? Wissen Sie da Genaueres, Eleanore? Nähern wir uns dem von Herrn Redaktor Reschke so merkwürdig ausgesparten Glutkern der Geschichte? Ich bin auf Ihre Antwort gespannt.

  11. Wolfgang Heins ist oberster Jäger

    Nach monatelangen Querelen, Qualen und Quatschereien hat der Landesjagdverband einen neuen Präsidenten: Wolfgang Heins, Kreisjägermeister aus Pinneberg, ist neuer Chef der 15.500 organisierten Jäger in Schleswig-Holstein. Mit überwältigender Mehrheit wurde er am Freitag, den Freitag, 22. Januar 2016 von den 183 Delegierten bei der außerordentlichen Landesversammlung in Nortorf gewählt. So haben die 183 Delegierten aus 20 Kreisjägerschaften in geheimer Wahl abgestimmt: Wolfgang Heins (Präsident), Andreas-Peter Ehlers (Vizepräsident), Axel Claußen (Vizepräsident), Peter Stodian (Schatzmeister), Jörg Sticken (Schriftführer), Henning Höper (Beisitzer), Herbert Häger (Beisitzer), Otto Witt (Beisitzer) und Hendrik Löffler (Beisitzer).

    Quelle: https://www.jagdverband.de/content/schleswig-holstein-hat-gew%C3%A4hlt

    • Landesjagdverband Schleswig-Holstein? Wen interessieren Altmänner-Zank und -Pestereien im Vorstand einer solchen Einrichtung?

      • Jägerschaft im Landkreis Lüneburg ? Bernd, wen interessieren Altmänner-Zank und -Pestereien im Vorstand einer SOLCHEN Einrichtung?

        • Hallo Bernd und Manni

          Jägerschaft im Landkreis Lüneburg ? Wer interessiert sich dafür? Wenn ihr mal durchzählt, sind es allein in diesem Forum (mit euch) schon 21 Personen.

          Etwa 60.000 Jagdscheininhaber gibt es in Niedersachsen. Davon sind derzeit ca. 49.000 (knapp 82 %) Mitglied in den regionalen Jägerschaften und also im Landes- und dadurch auch im Bundesjagdverband. Bundesweit ist die Zahl der Jagdscheininhaber im vergangenen Jahr angestiegen auf 374.000 Personen. Das sind knapp 63.000 mehr als zur Wiedervereinigung vor 26 Jahren, meldet der Deutsche Jagdverband. Im Bundesdurchschnitt besitzt also jeder 216. Deutsche einen Jagdschein. In Norddeutschland gibt es, gemessen an den Einwohnerzahlen, die meisten Jagdscheinbesitzer. In Niedersachsen kommt nach Mitteilung des Landvolk-Presse-dienstes auf 130 Einwohner ein Jäger, in Schleswig-Holstein auf 134 und in Mecklenburg-Vorpommern auf 137 Einwohner. Die Jägerschaft im Landkreis Lüneburg zählt mehr als 1100 Mitglieder. Davon kommen über 500 allein aus Lüneburg Stadt.

          Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Tage unter so mancher Trophäe in gemütlich hergerichteten Jagdhütten viel und herzlich über die oben beschriebene Postenrangelei gelacht wird.

          MlG, Stefan Gärtner