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Die Preise auf dem Wohnungsmarkt in Lüneburg klettern weiter. Foto: dth
Die Preise auf dem Wohnungsmarkt in Lüneburg klettern weiter. Foto: dth

Preise klettern trotz Neubauten weiter

Von Ulf Stüwe
Lüneburg. Die Preise auf dem Wohnungsmarkt in Lüneburg werden weiter klettern. Daran werde auch das Wohnungsbauprogramm der Stadt kaum etwas ändern. Zu diesem Ergebnis kommt der „Marktbericht für Lüneburg“, den jetzt der Immobiliendienstleister Grossmann & Berger (G&B) vorgelegt hat. Darin wird erstmals auch eine Preisentwicklung für den Markt für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen in Lüneburg und Randgemeinden aufgezeigt.

„Durch die aktuellen Neubauprojekte wird ein weiterer Anstieg des bereits hohen Mietpreisniveaus in Lüneburg erwartet“, sagt Regina Trope, G&B-Vertreibsleiterin in Lüneburg. Aktuelle Bemühungen der Stadt, dieser Entwicklung mit dem gestarteten Wohnungsbauprogramm 2021 entgegen zu steuern, würden daran nur geringfügig etwas ändern. „In der Hansestadt wird zwar viel gebaut, jedoch hinkt das Angebot der Nachfrage hinterher“, heißt es in dem Bericht, den G&B erstmals separat für Lüneburg erstellt hat. Der Immobilienmakler stützt sich dabei im Wesentlichen auf eine Prognose der NBank, wonach Lüneburg bis zum Jahr 2035 mit einer Bevölkerungszuwachsrate von 14 Prozent rechnen könne, verursacht unter anderem durch weiteren Zuzug aus Hamburg.

Höchste Zuwachsraten in der Weststadt erwartet

Laut Marktbericht sind die Mieten in Lüneburg in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich um 32 Prozent gestiegen. Spitzenreiter sind Wohnungen im Roten Feld, hier wurden im ersten Quartal 2016 Durchschnittsmieten im Bestand in Höhe von 9,20 Euro pro Quadratmeter und 11,30 Euro im Neubau erzielt. Gebiete wie Weststadt und Schützenplatz erzielen Mieten um 8 beziehungsweise 10 Euro, Oedeme bringt es auf 7,6 und 9,3 Euro. Mit diesen Zahlen sei die Hansestadt weiterhin „ein attraktiver Standort für Kapitalanleger“, erklärt Trope.

Weiter im Aufwind ist auch der Markt für Wohn-Immobilien. „Im gesamten Stadtgebiet und den nahen Umlandgemeinden sind deutliche Wertsteigerungen zu verzeichnen“, sagt G&B-Bereichsleiter Andreas Gnielka. So habe der von G&B entwickelte Preistrend bei Standard-Einfamilienhäusern — freistehend mit Keller, mindestens 130 Quadratmeter Wohnfläche, lagetypische Grundstücksgröße — in 2016 gegenüber dem Vorjahr um 7,4 Prozent und bei Standard-Eigentumswohnungen — bezugsfrei, drei Zimmer, rund 80 Quadratmeter Wohnfläche, 1. Obergeschoss, Aufzug, Einbauküche — um 6,5 Prozent zugelegt. Für 2017 erwartet G&B weitere Steigerungen um 6,5 Prozent bei Standard-Häusern und 7,8 Prozent bei Standard-Wohnungen. Die höchsten Zuwächse werden im Bereich Weststadt mit 12 beziehungsweise 13,6 Prozent erwartet.

Adendorf ist teuerste Randgemeinde

Durchschnittlich werden im Lüneburger Stadtgebiet laut Bericht aktuell 2460 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche für Standard-Häuser und 2300 Euro für Standard-Wohnungen erzielt. Spitzenreiter bei den Standard-Häusern und den Standard-Wohnungen sind Wilschenbruch und das Rote Feld mit jeweils 3300 Euro. Schlusslichter sind Goseburg-Zeltberg bei den Standard-Häusern mit 1900 Euro und Kaltenmoor mit 1500 Euro bei den Standard-Wohnungen.

Ähnlich, wenn auch auf niedrigerem Niveau, ist die Entwicklung bei den angrenzenden Nachbargemeinden. Durchschnittlich kletterten hier die Preise bei Standard-Häusern um 7,3 Prozent auf 1900 Euro, bei Standard-Wohnungen um 7,1 Prozent auf 1820 Euro. Am teuersten ist Adendorf, am günstigsten sind die Samtgemeinden Ostheide und Scharnebeck.

So viel kostet eine Standard-Eigentumswohnung

Preise in Euro pro Quadratmeter Wohnfläche (2016/2017)

Rotes Feld: 3300 / 3500
Altstadt/Innenstadt: 3100 / 3300
Wilschenbruch: 2600 / 2800
Rettmer: 2400 / 2600
Oedeme: 2400 / 2600
Schützenplatz: 2300 / 2500
Bockelsberg: 2300 / 2500
Ebensberg: 2100 / 2200
Häcklingen: 2100 / 2300
Kreideberg: 2100 / 2200
Ochtmissen: 2100 / 2200
Mittelfeld: 1900 / 2100
Kaltenmoor: 1500 / 1600

Nachbargemeinden:

Adendorf: 2300 / 2500
Bardowick: 2100 / 2300
Gellersen: 1900 / 2000
Ilmenau: 1600 / 1700
Scharnebeck: 1600 / 1700
Ostheide: 1400 / 1500