Donnerstag , 8. Dezember 2016
Aktuell
Home | Lokales | Wer wird Modder-Meister?
Luhmühlen wird die zweite Station der Hindernis-Lauf-Veranstaltung in Deutschland. Foto: Rob van Eerden
Luhmühlen wird die zweite Station der Hindernis-Lauf-Veranstaltung in Deutschland. Foto: Rob van Eerden

Wer wird Modder-Meister?

Von Dennis Thomas

Westergellersen. Einer der größten Hindernisläufe Europas, der „Mud Masters Obstacle Run“, wirft seine Schatten voraus. Lkw-weise wurde bereits Material auf dem Reitturniergelände in der Westergellerser Heide angeliefert. Darunter 600 Pkw-Reifen, die der kreiseigene Entsorgungsbetrieb GfA zur Verfügung stellt. Da können die bislang rund 4500 angemeldeten Teilnehmer am Sonnabend, 8. Oktober, drüberlaufen und klettern. Es wird nur eines von insgesamt bis zu 47 Hindernissen sein, das den Läufern auf verschiedenen Distanzen von sechs bis 42 Kilometern begegnen wird. Die Erdarbeiten zum Anlegen von Matschkuhlen und dergleichen mehr sollen am Dienstag beginnen, sagt Dr. Roland Wörner, Geschäftsführer vom reiterlichen Ausbildungszentrum Luhmühlen (AZL).

Unter Extrem-Bedingungen über Stock und Stein

Ob „Tough Guy“ oder „Tough Mudder“, seit Jahren ziehen verschiedene Hindernislauf-Veranstaltungen europaweit immer mehr Freizeit- und Leistungssportler an, die unter Extrem-Bedingungen über Stock und Stein hetzen. Mit den „Mud Masters“ baut der Holländer André Skwortsow seit wenigen Jahren eine weitere Event-Serie auf. Das AZL-Turniergelände in der Westergellerser Heide wird der zweite Standort in Deutschland nach dem nordrheinwestfälischen Weeze. Hinzu kommen drei weitere Veranstaltungen in Holland.

Skwortsow hat nach eigenen Angaben eine Ausbildung beim Königlichen Marine-Korps der Niederlande absolviert und musste währenddessen häufiger militärische Hindernisbahnen bewältigen. „Viele Freunde haben mich immer wieder gefragt, wie das so ist.“ So sei mit anderen die Idee entstanden, einen öffentlichen Hindernis-Lauf zu veranstalten, „und am Zieleinlauf noch Buden mit Pommes und Hamburgern hinzustellen“. Skwortsow: „So haben wir die Kombination aus Teamsport mit Festivalcharakter geschaffen.“

Gute Infrastruktur und Nähe zu Hamburg

AZL-Geschäftsführer Wörner ist indes froh darüber, mit „Mud Masters“ eine weitere Veranstaltung im „Eventpark Luhmühlen Himmel und Heide“ anbieten zu können. „Das passt bei uns gut rein“, sagt Wörner. Der AZL-Reitbetrieb im Freien gehe ohnehin aufs Saisonende zu. Dennoch musste er etwas verhandeln, damit er ausreichend Platz für die Strecke anbieten konnte, ohne dafür die international renommierte Reitstrecke umbuddeln zu müssen. Drei Landwirte im Bereich der Westergellerser Heide würden laut Wörner zusätzlich Wege und Felder bereitstellen. Allein der Vielseitigkeitsplatz würde in die „Mud Masters“-Strecke aufgenommen. Wörner: „Der Platz hat mit dem Festival A Summers Tale auch schon andere Dinge mitgemacht.“

Veranstalter Skwortsow weiß die gute Infrastruktur und die Nähe zu Hamburg zu schätzen. So warb er auch in den vergangenen Wochen mit der „Schlammschlacht vor den Toren Hamburgs“. Rund 4500 Teilnehmer hätten sich bereits angemeldet für Ticketpreise zwischen 65 Euro bis 99 Euro, je nach Streckenlänge. Dabei seien Teilnehmer von Hamburg bis Hannover, aber auch von Holland bis Tschechien. Zirka 200 Starterplätze seien noch verfügbar. Zuschauer haben freien Eintritt, nur die Parkgebühr beträgt fünf Euro.

Wie beim Skispringen durch die Luft fliegen

Angemeldet hat sich auch Clara Droop (21), Auszubildende im dritten Lehrjahr zur Pferdewirtin beim AZL. Sie sagt: „Ich habe von den Wettkämpfen schon viel gehört und dadurch, dass es direkt vor der Haustür stattfindet, ist es sehr verlockend, mitzumachen.“ Mit zwei Mitstreitern wolle sie den Sechs-Kilometer-Parcours ausprobieren. Es ist ihr erster Hindernislauf, sonst fährt sie gerne mal Rennrad, Ski oder joggt regelmäßig als Ausgleich zum Reiten. Mit Blick auf die „Mud Masters“ sagt sie: „Ich habe mir schon ein paar Hindernisse angeguckt, da muss man sich schon überwinden.“ Dazu gehöre eine zehn Meter hohe Rutsche, die die Teilnehmer wie beim Skispingen fünf bis sechs Meter durch die Luft fliegen lässt.

Auf die Herausforderung freut sich auch Finn Gödecke (25) aus Bleckede. Der KFZ-Mecha-troniker will mit einer Handvoll Kameraden der Freiwilligen Stadtfeuerwehr Bleckede-Mitte auf die Strecke gehen. „Ich bin schon zwei Mal bei Tough Mudder mitgelaufen. Jetzt freue ich mich, dass es so eine Veranstaltung auch bei uns gibt.“ Zur Motivation, neben dem sportlichen Ehrgeiz daran teilzunehmen, sagt Gödecke: „Das ist ein schöner Ausgleich, im Matsch so richtig die Sau rauszulassen.“