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Claus Dieter Clausnitzer sollte eigentlich nur elf Monate lang für die Rosen drehen, inzwischen ist er seit vier Jahren am Set. Foto: be
Claus Dieter Clausnitzer sollte eigentlich nur elf Monate lang für die Rosen drehen, inzwischen ist er seit vier Jahren am Set. Foto: be

Telenovela und Tatort: Seine Rollen sind Kult

Lüneburg. „Ich habe alles gemacht vom Straßentheater bis zum Musical, aber eine Telenovela war was ganz Neues für mich“, erklärt Claus Dieter Clausnitzer den Reiz, bei den Roten Rosen einzusteigen: „Ich dachte, ich drehe da elf Monate.“ Doch er kam als Hannes Lüder so gut bei den Fans an, dass ihn die Serienwerft Lüneburg nicht von der Angel lassen wollte seit mittlerweile vier Jahren steht er in Lüneburg vor den Kameras. Und seine Figur Hannes ist mittlerweile ebenso Fernsehkult wie sein Vadder Thiel aus dem Munsteraner „Tatort“ oder seine Auftritte bei den „Knallerfrauen“.

Wie eine Familie

„Mir gefällt es in Lüneburg und am Set sehr gut“, sagt der Schauspieler, der auch schon zum festen Stamm von Loriots TV-Partnern gehörte und im legendären Sketch „Der Lottogewinner“ den Regisseur gab: „Das Arbeitspensum bei den Rosen ist nur zu schaffen, wenn man wie eine Familie ist, in der alle an einem Strang in eine Richtung ziehen.“ Als „Lottogewinn“ bezeichnet Clausnitzer auch seine Rolle im „Tatort“, die er seit 2002 hat, das ist seine zweite Familie: „Das ist so eine tolle Rolle in einem so tollen Team. Dass das so ein Riesenerfolg mit bis zu 13 Millionen Zuschauern wird, hatte damals keiner von uns gedacht.“

Ein wenig enttäuscht zeigte er sich aber über seine Rolle in der 30. Folge, die vergangenen Sonntag ausgestrahlt wurde: „Ich fuhr tatsächlich nur Taxi, davor gab es immer eine besondere Geschichte um Vadder Thiel.“

Tatort-Drehs lassen sich mit den Rosen gut vereinbaren

Vor der jeweiligen Ausstrahlung gibt es in einem Munsteraner Großkino immer eine Preview: „Im September fand sie open air auf dem Schlossplatz statt. Es gab sogar zwei Vorführungen mit jeweils 3000 Fans.“ Die Tatort-Drehs lassen sich zeitlich gut mit denen der Rosen vereinbaren: „Pro Tatort-Folge habe ich ja nur mindestens einen Drehtag, maximal sind es acht Tage.“

Das dritte heiße Eisen, das Clausnitzer im Fernsehfeuer hat, sind die „Knallerfrauen“, seit 2011 ist er in bislang vier Staffeln Sketchpartner von Martina Hill: „Sie ist eine Klassefrau, hat einen Riesenerfolg. Wir sind in diesem Jahr für den Deutschen Comedypreis nominiert, der am 25. Oktober verliehen wird.“ Die Sketch-Reihe hat nicht nur in Deutschland Fans: „Wir haben einen Riesenerfolg in Asien, in China beispielsweise genießt Martina eine so hohe Popularität wie Mr. Bean.“ Und die Asiaten kennen Claus Dieter Clausnitzer vor allem als „Opa IPad“, millionenfach wurde die Szene, in der er das IPad zweckentfremdet, im Internet angeklickt. Ob es 2017 die fünfte „Knallerfrauen“-Staffel geben wird, ist noch unklar. Asien hat es dem Schauspieler auch privat angetan: „Ich fliege oft nach Indonesien, engagiere mich dort in sozialen Projekten.“

Als wenn all das nicht schon genug Arbeit wäre, stand Clausnitzer auch noch für die skurrile, sechsteilige WDR-Serie „Meuchelbeck“ vor den Kameras, in der er als zotteliger Kauz eine Puppen-Nachbildung seiner verstorbenen Frau auf der Schulter herumträgt.

150 Hauptrollen an Theatern

Und so ganz nebenbei gibts ja auch noch das Theater, noch bis im vergangenen Jahr stand er mit dem Kölner Tatort-Kommissar Dietmar Bär in einem Gerhart-Hauptmann-Stück auf der Bühne. Die Bretter bedeuten für ihn die Welt: „Ich habe mindestens 150 Hauptrollen an Theatern gespielt.“ Er absolvierte sein Studium an der Neuen Münchner Schauspielschule. Seine Engagements und Gastspiele führten ihn unter anderem an das Residenztheater München, das Theater St. Gallen, das Deutsche Theater Göttingen, das Theater Bremen, das Schauspielhaus Bochum und das Theaterlabor George Tabori. 1976 bis 2010 gehörte Clausnitzer zum Ensemble des Schauspiels Dortmund das Theater Dortmund ehrte ihn im Jahre 2007 mit dem Titel Kammerschauspieler. rast