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Auch am Meisterweg entstehen zwei Mehrfamilienhäuser mit 22 Wohnungen für Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Grafik: grapp+möller architekten
Auch am Meisterweg entstehen zwei Mehrfamilienhäuser mit 22 Wohnungen für Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Grafik: grapp+möller architekten

Stadt stellt Projekte vor: Es wird etwas sozialer gebaut

Lüneburg. Seit dem Frühjahr gilt in der Hansestadt Lüneburg ein eigenes Förderprogramm, um den Bau von Mietwohnungen speziell für Haushalte mit geringen und mittleren Einkommen finanziell zu fördern. In diesem Monat hat Oberbürgermeister Ulrich Mädge gemeinsam mit den Bauherren die ersten Förderverträge unterzeichnet. Insgesamt geht es um annähernd 100 Wohnungen von drei Bauherren, die im Speicher-Quartier, im Hanseviertel und am Bockelsberg entstehen sollen. Die Gesamtförderung für diese ersten Verträge macht mehr als eine halbe Million Euro aus. Weitere interessierte Bauherren haben sich bereits bei der Hansestadt gemeldet.

Fertigstellung im Sommer 2017

Schon weit gediehen ist das Projekt der städtischen Tochter Lüneburger Wohnungsbau GmbH (LüWoBau), die an der Elisabeth-Maske-Straße 5-7 ein Mehrfamilienhaus mit 36 Wohnungen baut. Die Wohnungen, teils rollstuhlgerecht, sind zwischen 35 und 60 Quadratmeter groß und haben ein bis drei Zimmer. Wer darin wohnen möchte, braucht einen Wohnberechtigungsschein. Heike Mönning, technische Leiterin und Prokuristin der LüWoBau, berichtet vom aktuellen Stand: „Wir haben kürzlich die letzte Decke fertiggestellt, der Bau ist teils schon geklinkert und von oben hat man einen tollen Blick über Lüneburg bis nach Westen.“ Die Fertigstellung ist für Sommer 2017 geplant.

Bestimmte Bedingungen bei den Quadratmeterpreisen

Wer die städtische Förderung in Anspruch nimmt, verpflichtet sich, bestimmte Bedingungen einzuhalten, vor allem eine Mietpreisbindung: So muss die Anfangsmiete mindestens 50 Cent pro Qudratmeter und Monat unterhalb der höchstmöglichen Miete liegen, die das Land für sozialen Wohnungsbau vorsieht. Konkret sind das zu Anfang maximal 5,10 beziehungsweise 6,50 Euro (statt 5,60 beziehungsweise 7 Euro). Die erste Mieterhöhung darf nicht wie sonst nach drei Jahren erfolgen, sondern frühestens nach vier Jahren Mietdauer und sie darf 15 Prozent nicht überschreiten.

Diese Verpflichtung möchte auch die Investorengemeinschaft Scharnhorst GbR eingehen für Wohnungen, die an der Nelly-Sachs-Straße neu entstehen sollen. Baubeginn für die 21 Wohnungen ist voraussichtlich noch in diesem Jahr, kündigt Birgit Retelsdorf-Blank als Vertreterin der GbR an. Sie sagt: „Ohne diese finanzielle Förderung der Stadt wäre das Projekt für uns nicht zu den günstigen Mietkonditionen realisierbar.“ Bereits in den 1990er-Jahren hatte die Investorengemeinschaft Scharnhorst GbR mehr als 100 Mietwohnungen am Bockelsberg mit Zuschüssen aus dem damaligen Wohnungsbauprogramm der Stadt im Gegenzug zu einer sozialverträglichen Mietpreisbindung realisiert.

Spezielles Projekt mit betreutem Wohnen

Für das dritte aktuell geförderte Projekt zeichnet die HKI Hanseviertel Lüneburg UG als Bauherr verantwortlich. Entstehen sollen an der Lübecker Straße 36 Wohnungen im betreuten Wohnen. Acht Wohnungen davon sind rollstuhlgerecht und stehen damit auch jüngeren Menschen mit Behinderung offen. Die Wohnungen sind zwischen 40 und 70 Quadratmeter groß. Im Moment läuft hier die Ausschreibung der Gewerke, danach wird mit dem Bau begonnen.

Das Wohnungsbauprogramm der Hansestadt Lüneburg zielt darauf ab, bis zum Jahr 2021 je 700 geförderte Mietwohnungen, 700 frei finanzierte Wohnungen sowie 700 Einfamilien- und Reihenhäuser zu realisieren. Teil des Programms sind Bausteine zur finanziellen Förderung, so bezuschusst die Hansestadt den Neubau von Mietwohnungen unter bestimmten Bedingungen mit 8000 bis 12000 Euro pro Wohnung, je nach Größe. Um einen Mix verschiedener Einkommensgruppen zu begünstigen, werden pro Gebäude nur maximal 60 Prozent der Wohnungen gefördert. Der städtische Fördertopf dafür ist mit drei Millionen Euro für die ersten Jahre gefüllt. sp

5 Kommentare

  1. Am Meisterweg entstehen Wohnungen in einer Qualität mit Dachterrasse etc. wo man sich als Normalbürger fragt, wer nach ergattern einer solchen Wohnung noch Anstrengungen unternehmen sollte an seiner Situation etwas zu ändern? Jede Wohnung, die man sich z.B. nach Aufnahme einer Arbeit etc. wird leisten können wird eine Verschlechterung darstellen. Von daher würde ich mich auch nicht anstrengen um aus solch einem Sozialbau herauszukommen.

    • Peter
      warum wollen sie von was rauskommen, wenn man doch angeblich verhindern kann ,wo reinzukommen?

      • Bert Bruns wieso sollte man verhindern da reinzukommen? Ganz im Gegenteil, die Wunschliste ist lang.

        • Klaus
          Bert?
          wir hatten uns doch hier schon über missverständnisse unterhalten. hier ist eins. die liste ist lang, stimmt leider. wenn ich aber mit meiner äußerung was ganz anderes gemeint habe, würde es diese liste angeblich garnicht geben. jeder soll doch sein glückes schmied sein, oder? nach dem motto der fdp, wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht. was für ein glück, dass bei uns die armen auch noch wählen gehen dürfen, oder?

    • Wenn ich den Artikel richtig gelesen habe geht es „um den Bau von Mietwohnungen speziell für Haushalte mit geringen und mittleren Einkommen“. Doch was ist ein mittleres Einkommen? Gibt es da noch eine Chance auf einen Wohnberechtigungsschein?

      Insgesamt zielt das Projekt aber darauf ab bis zum Jahr 2021 je 700 geförderte Mietwohnungen, 700 frei finanzierte Wohnungen sowie 700 Einfamilien- und Reihenhäuser zu realisieren. Für die frei finanzierten Wohnungen sowie 700 EFH und Reihenhäuser dürfte/sollte also kein Wohnberechtigungsschein erforderlich sein. Denn das wird als Voraussetzung in dem Artikel nur für das Projekt der LüWoBau erwähnt. Aber wo liegen dann die Mieten bei den nicht geförderten Wohnungen.

      Doch was mich ernsthaft interessiert ist, wer hinter der „Investorengemeinschaft Scharnhorst GbR“ und der „HKI Hanseviertel Lüneburg UG“ als Bauherren steckt. Ich habe da so ein Gefühl als würde man dort wieder auf „alte Bekannte“ aus der Lüneburger Investorenszene treffen. Da würde sich natürlich jeder über städtische Zuschüsse für Renditeobjekte freuen. Ob sich da ein alt bekannter Kreis von Investoren und in der Immobilienbranche tätigen in Lüneburg wieder zusammen gefunden hat? Bei Google ist jeweils nur ein Hinweis auf den obigen Artikel zu finden. Also intransparent bis jetzt. Bis auf LüWoBau.