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In sattes Gelb sind die Stahlhohlkästen der Brücke getaucht. Über die Graffitikunst an den Widerlagerwänden freut sich Uta Hesebeck. Foto: t&w
In sattes Gelb sind die Stahlhohlkästen der Brücke getaucht. Über die Graffitikunst an den Widerlagerwänden freut sich Uta Hesebeck. Foto: t&w

Der Countdown läuft: Wandrahmbrücke fast fertig

Von Antje Schäfer

Lüneburg. Der Gussasphalt für die neue Wandrahmbrücke ist aufgebracht. Nun laufen die Markierungsarbeiten, die zwei Fahrspuren stadteinwärts sowie eine stadtauswärts ausweisen. Sieht man einmal davon ab, dass der kombinierte Fuß-/Radweg künftig auf beiden Seiten fünf Meter Breite hat, so sieht die neue Brücke fast wie die alte aus. Doch von unten ist sie ein kleines Kunstwerk geworden, das sich erstmals offiziell bei der Freigabe der Querung am Freitag, 14. Oktober, präsentiert.

Helligkeit und Freundlichkeit

Tristes Grau oder Dunkelgrün sind eigentlich die Standardfarben für die Stahlhohlkästen, die die Konstruktion für eine Brücke bilden. Die Idee, davon abzuweichen, hatte Uta Hesebeck, Fachbereichsleiterin Ingenieur- und Straßenbau. „Wir wollten Helligkeit und Freundlichkeit, haben uns deshalb für Gelb entschieden“, erläutert sie. Mit Blick auf die Widerlagerwände, die in der Regel auch Grau gestrichen sind, entstand eine weitere Idee: Graffitikunst mit Bezug zum Umfeld der Brücke könnte hier schmücken. Zumal die Stadt die Sorge hatte, dass einfarbige Wände Schmierfinken anlocken könnten.

Beauftragt wurden schließlich der Lüneburger Graffitikünstler Björn Lindner, dessen Werke inzwischen Hausfassaden und Mauern weit über Lüneburg hinaus schmücken, und der Hamburger Sprayer Jonathan ­Sachau, der auch ortsbekannte Motive auf Wände des Bardowicker Bahnhoftunnels gebracht hat.

Auch im Dunkeln sicher unterwegs

Auf gelbem Grund sind Abbildungen zum Beispiel von der einstigen Volksbadeanstalt am Wandrahm, wo Lüneburger kurz nach 1900 abtauchen konnten, der Teufelsbrücke und dem Wasserturm entstanden sowie schmucke Boote, Kajakfahrer und das offene Wehr, das gleich um die Ecke liegt. Integriert in die Widerlagerwände sind Lampen, die die Wege der Unterführung erleuchten, damit Fußgänger und Radfahrer auch im Dunkeln sicher unterwegs sein können.

 

 Knapp acht Monate Bauzeit

Nach knapp acht Monaten Bauzeit und einen Monat früher als geplant wird am Freitag, 14. Oktober, um 11 Uhr ein Band durchschnitten danach heißt es wieder freie Fahrt über die Wandrahmbrücke sowie die Willy-Brandt-Straße. Am Rande im Park des Museums werden sich Vertreter von Verwaltung und Politik mit allen Beteiligten an dem Bau treffen.

Eingeladen sind laut Uta Hesebeck auch alle Anwohner des Blümchensaals, die während der Bauzeit unter zusätzlichem Verkehr gelitten haben. Die Stadt hatte zwar immer wieder auf andere Umfahrungen hingewiesen, doch viele Autofahrer hielten sich nicht daran und nutzten die Straße Blümchensaal als Schleichweg.
Der Neubau der Brücke war notwendig geworden, weil die alte marode war. Rund 3,5 Millionen Euro kostet das Projekt.