Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Vom TÜV stillgelegt: Mehr als die Hälfte aller Spielgeräte auf den Spielplätzen der Stadt muss erneuert werden. Foto: cw
Vom TÜV stillgelegt: Mehr als die Hälfte aller Spielgeräte auf den Spielplätzen der Stadt muss erneuert werden. Foto: cw

Rosskur für Spielplätze in Bleckede

Von Claudia Wesch

Bleckede. Jahrelang hat die Stadt Bleckede ihre Spielplätze nicht so recht im Fokus gehabt. Jetzt rächt sich das: Bei einer TÜV-Prüfung Ende vergangenen Jahres musste fast die Hälfte aller Spielgeräte abgebaut werden, weil sie nicht mehr sicher genug waren. Bei ihrer jüngsten Ratssitzung mussten die Politiker jetzt überplanmäßige Ausgaben von 277000 Euro für die Überarbeitung und Wiederherstellung der 21 Spielplätze im Stadtgebiet beschließen.

Handlungsbedarf unterschätzt

„Wir haben deutlich unterschätzt, welcher Handlungsbedarf hier besteht“, brachte CDU-Ratsfrau Urte Schwaberau die Misere auf den Punkt. „Aber ich freue mich, dass das jetzt auf den Weg gebracht wird.“ Nach der verheerenden Prüfung hatte die Verwaltung sofort reagiert und Gespräche mit den Ortsvorstehern und Eltern geführt. „Wenn wir schon fast alle Spielplätze anfassen müssen, wollten wir auch die Wünsche vor Ort erfahren“, sagte Mitarbeiterin Jessica Lampe, die eine umfassende Liste zusammengestellt hatte, die auch schon die Fortschreibung für die kommenden Jahre enthielt.

Alle Politiker bedankten sich bei der Verwaltung für das Engagement und die perfekte Vorlage. Bei der Sache an sich waren sich alle einig, allerdings konnte sich SPD-Ratsfrau Anja Hinners nicht verkneifen zu bemerken: „Dies ist ein Thema seit ich im Rat bin, und ich habe immer gesagt, das wird sich einmal rächen.“ Auch ihre Kollegin Angelika Barthels erinnerte an frühere Versuche, das Augenmerk des Rates auf die Spielplätze zu lenken. „Vor 20 Jahren hat die SPD eisern darum gekämpft, dass 20000 Mark für die Sanierung eingestellt wurden, und wir wissen alle, dass das nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.“

Auch Martin Gödecke (UWB) erinnerte daran, dass Anträge dieser Art immer abgelehnt worden seien. Bürgermeister Jens Böther (CDU) hielt den Kritikern vor, dass die Stadt in den vergangenen Jahren ganz andere Projekte gestemmt habe, wie etwa den Deichbau im gesamten Stadtgebiet. Die überplanmäßige Ausgabe wurde einstimmig verabschiedet.

Ebenso einstimmig wurde Stadtkämmerin Kerstin Roloff nach einem Jahr Probezeit zur Stadtoberamtsrätin und Beamtin auf Lebenszeit ernannt. Außerdem wählten die Politiker Annette Menke zur neuen Schiedsfrau der Stadt Bleckede.

Eine von 26 Städten, die geprüft wurden

Im vergangenen Jahr hatte außerdem eine überörtliche Prüfung des Landesrechnungshofes in der Stadt stattgefunden, dessen Ergebnis der Rat zur Kenntnis nahm. Dabei ging es vor allem um die Einführung der Doppik und die Einführung strategischer Steuerungsinstrumente. „Wir waren eine von 26 Städten dieser Größe, die geprüft wurden und die meisten von ihnen stehen an dem Punkt wie wir“, erläuterte Böther. Das heißt im Klartext: Zwar haben die Kommunen die Doppik alle umgesetzt, aber der enorme Aufwand hat bislang keinen Spielraum für andere damit verbundene Maßnahmen gelassen.

Letzte Amtshandlung des aktuellen Rates war die Neufassung der Aufwandsentschädigungen für Ratsmitglieder, Ortsvorsteher und weitere Ehrenamtler in der Stadt Bleckede. Dabei ging es um eine Anhebung der Beträge um insgesamt knapp 22 Prozent, aber auch darum, eine neue monatliche Entschädigung für die Nutzung der eigenen Hardware für das neue Ratsinformationssystem einzuführen. Dazu kommt noch ein Betrag von 7200 Euro für die erstmalige Anschaffung von Endgeräten. Es sei die erste generelle Erhöhung seit 15 Jahren, hieß es seitens der Verwaltung. Die Politiker hielten das für angemessen, nur die UWB war dagegen. Die Neufassung wurde mit 13 Stimmen gegen acht UWB-Stimmen abgesegnet.