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In diesem Frühjahr hatte der Artlenburger Deichverband begonnen, die Deichüberfahrten wie auf dem Bild bei Hohnstorf neu zu bauen. Bei der Herbstschau werden die neuen Betonwege in Augenschein genommen. Foto: bau
In diesem Frühjahr hatte der Artlenburger Deichverband begonnen, die Deichüberfahrten wie auf dem Bild bei Hohnstorf neu zu bauen. Bei der Herbstschau werden die neuen Betonwege in Augenschein genommen. Foto: bau

Schaukommission unterwegs an der Elbe

Von Marcel Baukloh
Artlenburg/Walmsburg. Die diesjährigen Herbstdeichschauen im Gebiet des Artlenburger Deichverbandes (ADV) beginnen am heutigen Donnerstag, 6. Oktober. Die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Kontrollen der Deiche führen die Mitglieder der Schaukommission unter Leitung des Landkreises Lüneburg als erstes an die Elbe. Sie nehmen dort ab 8 Uhr den Abschnitt zwischen Walmsburg und der Kreisgrenze Harburg bei Avendorf unter die Lupe.

Am Mittwoch, 19. Oktober, von 9 Uhr bis 13 Uhr stehen die Schutzdeiche an Ilmenau- und Neetzekanal zwischen Laßrönne und St. Dionys auf dem Programm. Den Abschluss bildet die Deichschau unter Leitung des Landkreises Harburg im Tidebereich der Elbe zwischen Hoopte und Avendorf am Dienstag, 1. November, ab 8 Uhr.

ADV-Geschäftsführer Norbert Thiemann berichtet, dass im Fokus der Deichschau zwischen Walmsburg und Avendorf die Fortsetzung der Reparatur der Hochwasserschäden von 2013 steht. Zugute kam dem Deichverband dabei die trockene Witterung. Der Zeitplan ist auch nicht durcheinandergekommen, als nach Absprache mit der Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische Elbtalaue und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Lüneburg die Arbeiten an manchen Orten während der Brut- und Setzzeit im Frühjahr eingeschränkt werden mussten. „So konnte etwa der Seeadler in der Vitiko bei Radegast ohne Störung brüten“, sagt Thiemann.

Trockenes Wetter begünstigt Arbeiten des Deichverbandes

Die Sanierung der Hochwasserschäden schlägt zurzeit mit insgesamt 3,8 Millionen Euro zu Buche. Ein Teil der Summe ist auch in den Bau neuer Deich­überfahrten aus Beton geflossen, die bei der Deichverteidigung von Einsatzfahrzeugen und vom ADV für die Pflege der Schutzanlagen benötigt werden. Die Schaukommission macht sich jetzt ein Bild von den neuen Zufahrten. „Außerdem schaut sie sich die künftigen Standorte für die Sitzbänke auf dem Deich an“, sagt er. Diese wurden gemeinsam mit den zuständigen Gemeinden ausgewählt. Hintergrund: Die bisherigen Bänke mussten wegen der Sanierung der Hochwasserschäden weichen. Ehemalige Standorte können nicht wieder genutzt werden, weil nach der Reparatur nicht mehr überall ausreichend Platz auf der Deichkrone ist. Durch die stellenweise Erhöhung der Deiche ist sie schmaler geworden. „Im Frühjahr 2017 soll der Aufbau der Sitzbänke wieder möglich sein.“

Bei der Schau der Schutzdeiche an Ilmenau- und Neetzekanal geht es in erster Linie um deren geplanten Ausbau in den kommenden Jahren. Ins Blickfeld der Schaukommission wird vor allem die Baustelle am alten Schöpfwerk in Fahrenholz (Kreis Harburg) rücken. Innerhalb von einer Woche wurde dieses vor kurzem abgerissen, weil es nach dem Neubau eines neuen Schöpfwerkes durch den Ilmenauverband nicht mehr benötigt wird.

Inzwischen sind Deich und Schienen wieder hergestellt

„Wir hatten nur ein sehr kleines Zeitfenster“, berichtet Heiko Warnecke vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Lüneburg. Grund für die Eile war, dass für den Abriss die Bahnanbindung an die Chemische Fabrik Bruno Bock in Marschacht unterbrochen werden musste. „Das konnte nur während der einwöchigen Betriebsferien des Unternehmens geschehen. In dieser Zeit erfolgte der Abriss dann im 24-Stunden-Schichtenbetrieb“, so Warnecke. „Deich und Spundwände am Schöpfwerk mussten für den Abriss unter anderem entfernt und die Bahntrasse auf einer Länge von 50 Metern demontiert werden. Doch inzwischen sind Deich und Schienen wieder hergestellt. Es folgen jetzt noch Restarbeiten.“

Bei der letzten Herbstdeichschau dieses Jahres im Tidebereich der Elbe zwischen Hoopte und Avendorf begutachtet die Schaukommission das ausgebesserte Deckwerk an den Deichen. „Thema wird aber auch die ­Deicherhöhung um 40 Zentimeter auf einer Länge von einem Kilometer zwischen Schwinde und Stover Rennbahn im kommenden Jahr sein“, sagt Norbert Thiemann. Er glaubt aber schon jetzt, dass nach dieser Erhöhung eine weitere folgen wird. „Und zwar dann, wenn die Experten den neuen Bemessungswasserstand für den Tidebereich der Elbe als Folge von Sturmfluten an der Nordsee dem Deichverband vorgelegen.“