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Für Oberstleutnant Michael Hoppstädter (Mitte) und weitrer 180 Lüenburger  hat der gefährliche UNo-Einsatz in Mali begonnen.  Foto: Bundeswehr
Für Oberstleutnant Michael Hoppstädter (Mitte) und weitrer 180 Lüenburger hat der gefährliche UNo-Einsatz in Mali begonnen. Foto: Bundeswehr

Lüneburger Aufklärer bei Einsatz in Mali

Von Klaus Reschke

Lüneburg. Die UN-Mission in Nordmali gilt als die wohl derzeit gefährlichste der Vereinten Nationen: Eine Erfahrung können Oberstleutnant Michael Hoppstädter und seine Soldaten des Lüneburger Aufklärungslehrbataillons 3 schon jetzt bestätigen. Es wird auf alle Fälle ein heißer Einsatz werden für sie in dem westafrikanischen Land. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Tagestemperaturen um die 45 Grad Celsius, dazu eine extrem trockene Luft. Vier Monate müssen die Aufklärer unter anderem auch mit diesen extremen klimatischen Bedingungen zurechtkommen. Sie lösen ihre Kameraden aus Eutin ab, deren Einsatzzeit heute endet.

Bedrohungslage nicht mit Afghanistan vergleichbar

Während die einen sich also auf die Rückkehr in das kühle Schleswig-Holstein freuen, müssen sich die anderen mit den Gegebenheiten des Einsatzlandes vertraut machen, das größer ist als Deutschland und in dem Krieg, Terror, Armut und Hunger das Leben der Menschen prägt.

Im Januar dieses Jahres hatte der Bundestag die Erweiterung der Beteiligung an der UN-Mission MINUSMA (United Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali) beschlossen. Aufgabe der Soldaten im Rahmen der UN-Mission ist es, die Vereinbarungen zur Waffenruhe und die vertrauensbildenden Maßnahmen zwischen den Konfliktparteien sowie die Umsetzung des Friedensabkommens zu unterstützen. Alles andere als eine leichte Aufgabe. Nicht nur wegen vielfach fehlender Infrastruktur, sondern vor allem auch wegen diverser bewaffneter Milizen, Terrorgruppen und Schmuggler-Banden. Insgesamt unterstützt die Bundeswehr die UN-Mission in Nordmali mit rund 500 Soldaten, davon 180 aus Lüneburg.

Blauhelm-Soldaten müssen mit Anschlägen rechnen

„Die Bedrohungslage ist nicht mit Afghanistan vergleichbar“, betonte Michael Hoppstädter gestern gegenüber der Landeszeitung. „Die Menschen zeigen sich uns gegenüber offen und freundlich.“ Dass das deutsche Kontingent einen vergleichsweise guten Stand bei der Bevölkerung habe, liegt nach Einschätzung von Hoppstädter wohl auch daran, „dass die Bundesrepublik das erste Land war, das Mali nach der Unabhängigkeitserklärung als souveränen Staat anerkannt hat“.

Und trotzdem müssen auch die deutschen Blauhelm-Soldaten jederzeit mit Anschlägen rechnen: Anfang Juli etwa geriet eine Patrouille der Eutiner Aufklärer in Mali unter Beschuss. Verletzt wurde bei diesem Angriff zum Glück niemand.

Bundeswehr setzt auf Überwachungsdrohnen

Zwei Monate zuvor, bei einem Selbstmordanschlag im Mai, wurde dagegen ein chinesischer Blauhelm-Soldat getötet, weitere UN-Soldaten verwundet. „Der Angriff galt dem UN-Camp in Gao, wir dagegen sind in der Nähe des Flughafens von Gao untergebracht“, sagt Hoppstädter. Da sei die Sicherheitslage deutlich entspannter. Trotzdem ist sich Hoppstädter der Gefährlichkeit des Einsatzes bewusst. Schließlich wurden alleine in den ersten sechs Monaten des Jahres 24 UN-Soldaten bei Angriffen getötet. Die Bundeswehr setzt deshalb auf Überwachungsdrohnen zum Schutz der Soldaten: „Wir werden die Heron zum Einsatz bringen“, sagt Hoppstädter. Das unbewaffnete, aber mit hochsensibler Aufklärungstechnik ausgestattete Fluggerät made in Israel kann bis zu 30 Stunden in der Luft bleiben und 900 Kilometer weit fliegen. Mit Hilfe der Drohnen können die Aufklärer Hinterhalte und Sprengfallen am Boden entdecken. Die „Heron“ hat einen deutlich größeren Radius als die „Luna“, mit der die Aufklärer schon jetzt in Mali Aufklärungsflüge durchführen.

2 Kommentare

  1. Bedrohungslage mit Afghanistan nicht vergleichbar?

    Könnten Sie das vllt etwas genauer erläutern?
    Ich weiß das 12 Lüneburger Soldaten seit Juli 2016 bis Ende Januar 2017 im Einsatz in Afghanistan sind und jede Nacht außerhalb des Lagers eingesetzt werden! Doch darüber wird kein Wort verloren!
    Vllt sollte man etwas genauer über die momentane Sicherheitslage in Afghanistan recherchieren bevor man so ein dick gedrucktes Kommentar über den Vergleich Mali-Afghanistan veröffentlicht!!
    Warum man aus Afghanistan nichts mehr hört ist wohl eher dem geschuldet das Mali eine neue up to date Baustelle ist.

    • Nun gut,

      Das mit der Bedrohungslage stammt von Herr Hoppstädter und nicht von Herr Reschke.
      Ergo braucht man da auch nichts genauer recherchieren.