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DRK-Mitglied Dr. Bernd Althusmann erzählt bei der Erntedank-Veranstaltung in Heiligenthal über Bildungsarbeit und Zukunftschancen in Namibia. Foto: t&w
DRK-Mitglied Dr. Bernd Althusmann erzählt bei der Erntedank-Veranstaltung in Heiligenthal über Bildungsarbeit und Zukunftschancen in Namibia. Foto: t&w

Althusmann: Politische Einsicht in der Wüste+++mit Video

Von Dennis Thomas

Heiligenthal. Rund 100 Gäste waren der Einladung des Kirchgellerser Ortsverbandes im Deutschen Roten Kreuz (DRK) zum Erntedankfest in Heiligenthal gefolgt. Nach dem Gottesdienst mit Pastor Andreas Zachmann in der Gutskapelle schlemmten die DRKler bei einer Vesper in der Wassermühle und lauschten den Worten eines besonderen Referenten: Dem designierten Spitzenkandidaten des CDU-Landesverbandes für das Amt des niedersächsischen Ministerpräsidenten. Dabei betonte Dr. Bernd Althusmann, das die DRK-Ortsvereinsvorsitzende Wildtraud Harbarth ihn bereits vor Monaten gebeten hatte, über seine Zeit in leitender Funktion der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Namibia zu berichten. Er sprach über Bildungsarbeit und Korruption. Und in der Wüste sei er nicht nur zur Ruhe, sondern auch zu politischen Einsichten gekommen.

Vor allem mit Opposition zusammengearbeitet

Nach dem Regierungswechsel 2013 hatte Althusmann ohne Ministeramt und Landtagsmandat dagestanden. Er übernahm für drei Jahre die KAS-Leitung in Windhuk, koordinierte vor allem Bildungsprojekte in Namibia und im Nachbarstaat Angola, war schließlich mit Frau und drei Kindern dorthin gezogen.

Während im Saal der Wassermühle das Publikum speist und das Geschirr klappert, spricht der gebürtige Oldenburger über das geschützte Leben hinter hohen Mauern, Elektrozäunen und Sicherheitsdienst, das er führte in dem sonst so armen Land, in dem „Trinkwasser ein Luxusgut ist“ und Bürger stundenlang in Wahllokalen anstehen, um wählen zu dürfen. „Die Arbeitslosigkeit liegt bei knapp 30 Prozent und etwa 43 Prozent aller Namibier leben an der Armutsgrenze von zwei US-Dollar pro Tag.“ Umso wichtiger sei es, in dem Land in Bildungsprojekte zu investieren, dessen politisches System sich zusehends hin zu einem Ein-Parteien-Staat entwickle, in dem die SWAPO 77 von 96 Parlamentssitzen innehabe. Althusmann: „Von der KAS aus haben wir vor allem mit den Oppositionsparteien zusammengearbeitet, auch wenn das nicht immer gerne gesehen wurde.“

Kritisch äußert sich Althusmann auch zur deutschen Außenpolitik. Noch immer fordern vergeblich Opfervertreter der Herero von Deutschland, den Genozid an ihrem Volk zu Kaisers Zeiten einzugestehen. Althusmann: „Gemessen an der Armenien-Resolution des deutschen Bundestags ist auch das, was zwischen 1904 und 1908 die sogenannten deutschen Schutztruppen begangen haben, schlichtweg als Völkermord zu sehen.“ Gleichwohl glaube er nicht, dass Reparationszahlungen möglich seien. Vielmehr hoffe er darauf, dass Deutsche und Namibier eine „gemeinsame Erinnerungskultur entwickeln“.

Unterm Sternenhimmel zur Ruhe gekommen

Althusmann sprach auch von besonderen Rückzugsmöglichkeiten zum Nachdenken: „In der namibischen Wüste, unterm klaren Sternenhimmel oder zum Sonnenaufgang, bin ich zur Ruhe gekommen und habe auch über manche politische Auseinandersetzung der Vergangenheit nachgedacht und den einen oder anderen Fehler.“ Nach der Veranstaltung fragte die LZ nach, ob unter jenen Fehlern auch die Einführung des sogenannten Turbo-Abis gewesen sei, für die Althusmann als Kultusminister verantwortlich gewesen ist und die durch die Schulreform unter Rot-Grün wieder rückgängig gemacht wurde.

Dazu Althusmann: „Ja, auch der zum Teil ideologisch geführte Kampf um das G8 oder G9, das sogenannte Turbo-Abitur, auch da würde ich heute sagen: Die Weichen sind gestellt. Wir brauchen keine Schulstrukturdebatten. Wir brauchen keine Debatten über G8, G9, weil ich glaube, die Sache ist jetzt entschieden.“ Und weiter: „Nichts wäre schlimmer für niedersächsische Schüler, als wenn jetzt eine neue Landesregierung alles wieder rückgängig machen würde. Ich glaube, wir sollten jetzt dabei bleiben.“ Gleichwohl wünscht er sich eine Angleichung unter den Bundesländern.

Noch sei auch nicht entschieden „in welchem Wahlkreis ich kandidieren möchte, in welchen Wahlkreis ich kandidieren soll“. Denn: „Wenn man Landesvorsitzender wird und Spitzenkandidat für die niedersächsische Landtagswahl, dann sollte man üblicherweise einen Wahlkreis anstreben und in einem kandidieren“ und langfristig wolle er da auch leben, „weil ich mich um die Menschen vor Ort kümmern möchte“. Aber noch sei alles offen. Neben Lüneburg sei auch die CDU-Hochburg Seevetal im Gespräch, sogar Springe und Hildesheim seien ihm angetragen worden. „Aber, auch das habe ich in Afrika gelernt, erstmal abwarten und sehen, wie sich die Dinge entwickeln.“

 

29 Kommentare

  1. Wenn es in Niedersachsen nur fünf, sechs stattliche Männer mehr mit einer sonoren Stimme seines Schlages gäbe, dann käme man mit dem Bereitstellen von „sicheren“ Wahlkreisen wie der CDU-Hochburg Seefetal für bildungsstarke Spitzenkräfte à la Bernd Althusmann ja gar nicht mehr nach. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl ließe sich für den unschlagbaren, weil vom Volk unbedingt geachteten und gewollten MP-Kandidaten mit dem schönen Doktortitel vielleicht aus dem Ortsteil Heiligenthal in Südergellersen noch rechtzeitig vor der Wahl 2018 der niedersächsische Landtagswahlkreis Nummer 88 machen? Dann würde Jörg Hillmer in Nummer 47 die nächsten Monate wieder ruhig schlafen und könnte sich, falls es dazu käme, jedesmal ganz entspannt darüber wundern, wenn erneut rund 500 Euro zu viel in der Kasse der Jagdgenossenschaft Suderburg aufgefunden werden.

  2. Vielen Dank, Redakteur Dennis Thomas

    Ihr gezügelt maliziöser Humor in dieser ernsten karikativen Miniatur hat mir ausgesprochen gut gefallen. Ich finde, das war einmal eine sehr gute Idee von beiden Seiten, von »der DRK-Ortsvereinsvorsitzenden Wildtraud Harbarth« und von »dem designierten Spitzenkandidaten des CDU-Landesverbandes für das Amt des niedersächsischen Ministerpräsidenten« Bernd Althusmann, »rund 100 Gäste des Kirchgellerser DRK-Ortsverbandes im Hotel Wassermühle Heiligenthal« bei einer Vesper erst »zarte Heidschnuckenhaxen im Ofen geschmort mit buntem Rübengemüse in Rahm und gebutterte Heidekartoffeln vom Schindlerhof« schlemmen zu lassen, um sie anschließend mit »equisiten, handgerösteten Premium-Kaffees und ausgesuchten Sahnetorten der Saison« zu verwöhnen, derweil, »während im Saal der Wassermühle das noble Publikum speiste und das feine Geschirr hell und vornehm klapperte«, der berühmte Herr mit dem Doktortitel über seine Exil-Zeit bei der »CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Namibia« berichtet — und »über sein geschütztes Leben umgeben von hohen Mauern, Elektrozäunen und Sicherheitsdiensten, das er führte«, in dem »sonst so armen Land«, in dem »Trinkwasser ein Luxusgut ist« und in dem viele Menschen hungern, knapp ein Fünftel der Bevölkerung unter HIV/AIDS leidet und täglich unterernährte Kinder beim Abbau von Uran, Gold, Silber und unedlen Metallen in ungesicherten Bergschächten sterben.

    Wie man da pickend, knabbernd, mümmelnd, schaufelnd, schmausend, quucksend und schlürfend »den Worten des besonderen Referenten« über seine Einkehr- und Damaskuserlebnisse vor blutroten Wüstensonnenuntergängen und »über Bildungsarbeit und Korruption« lauschte, wer vermag es nicht, sich das in allen Details vorzustellen?

    MfG, Lena Bergmann

  3. Gunther Bornemann

    Der „kritische“ Herr Althusmann – während „sein Publikum“ geschirrklappernd schlemmt – diagnostiziert „Herero-Völkermord“, glaubt aber „gleichwohl“ nicht, „dass Reparationszahlungen möglich seien. Vielmehr hoffe er darauf, dass Deutsche und Namibier eine gemeinsame Erinnerungskultur entwickeln“.

    Ja, so eine richtig wortreich verzierte „gemeinsame Erinnerungskultur“ ist natürlich, wenn sie denn nicht mit den Betroffenen bei Speis und Trank in der Wassermühle Heiligenthal „entwickelt“ werden soll, wesentlich günstiger zu haben als geradezu appetithemmend schnöde „Reparationszahlungen“.

    Mitleid ist die Wohltätigkeit der Sparsamen.

  4. Sehr geehrter Herr Althusmann,

    eine Anmerkung zu Ihrem LZ-Vorwahl-Video (oben):

    Das Verb „sülzen“ hat (laut Duden) zwei Bedeutungen, die eng miteinander zusammenhängen:

    (1a) Etwas zu Sülze verarbeiten bzw. (1b) zu Sülze erstarren (lassen). Beispiel: gesülzter Schweinskopf.

    (2) Viel und töricht reden, auch: faseln, salbadern, blubbern, Phrasen dreschen, schwadronieren.

    In beiden Fällen ist gemeint, dass etwas zuvor Flüssiges erkaltet, stockt und sich dann gummiartig verfestigt. Doch gibt es einen Unterschied: Während Lebensmittel in Aspik wie etwa Schwartenmagen bzw. Schweinskäse einigen Menschen als ausgesprochene Delikatesse gelten (Maike Kohl-Richter, Klaus Bruns und Michail Borissowitsch Chodorkowski gehören bekanntlich zu ihnen), schätzt praktisch kein einziger die geronnene, schlickernde, dickflüssig oder klumpig gewordene Redeweise von „öffentlichen Personen“, die, um bloß niemandem zu missfallen, fortwährend verquollene, abgestandene und im Grunde zum Nichtssagenden gelierte Klischeebrocken und Gallertvokabeln aus sich heraus würgen. Hat man erst einmal den Eindruck gewonnen, einer verstelle sich, sei habituell unaufrichtig und trage wie ein unterdurchschnittlich begabter Volksschauspieler nur sentimentale Banalitäten, blankgelutschte Stereotypen und auswendig gelernte Versatzstücke vor, dann schwindet die Wahrscheinlichkeit, dass er jemals für voll genommen und für sich, seine Sache und seine Partei „die Herzen der Wähler“ erobern wird.

    Lieber Herr Althusmann, noch ist es Zeit, von schmalzigen afrikanischen Läuterungsschmonzetten und von (durch PR-Agenturen induzierten) Ausweich- und Waberfloskeln Abschied zu nehmen, mit denen Sie Ihre Fehler, Ihre Mißgriffe und Ihre Niederlagen zu kaschieren suchen. Bitte lassen Sie das. Es hat in den knapp drei Jahren Ihrer Abwesenheit keine kollektive Amnesie in Niedersachsen gegeben. Man weiß hier (und besonders in Lüneburg), wer Sie sind. Schielen Sie bitte nicht nach dem angeblich breiten Bedarf an Rote Rosen-Märchen und nach der frei erfundenen Lust zu vergessen. Bitte bemühen Sie sich um Wahrheit und Wahrhaftigkeit, orientieren Sie sich an Ihren Überzeugungen und kompromittieren Sie nicht Ihre Prinzipien, seien Sie ehrlich und geradlinig, beschönigen Sie nichts und verraten Sie Ihrem „Publikum“, was Sie konkret vorhaben und wofür Sie im Einzelnen stehen — und, bitte, bitte, sprechen Sie so, wie Ihnen (und nicht so, wie dem „Pferdeflüsterer“ an Ihrer Seite) der Schnabel gewachsen ist.

    • mein lieber Kevin Schnell
      aal in aspik schmeckt tatsächlich ,der aal hat nur ein problem, mit dem schlängeln ist es vorbei. da sind ihm politiker weit voraus. die schaffen das auch noch im aspik. schmunzel

  5. Althusmann muß Ministerpräsident werden

    Eine Verteidigung von Valentin Witt

    Gute Ideen sollte man nicht gleich aufgeben, nur weil sich die Meinungsmode ändert. Bernd Althusmann als Kandidaten vorzuschlagen, war mutig von den christdemokratischen Provinzfürsten (CDU) und ein starkes Signal nach innen und außen (http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/361037-kurfuersten-beraten-ueber-althusmann). Ein vitaler Visionär in den besten Jahren, dessen moderne Weltanschauung und brillanter Politikstil ihn zu einem idealen Staatenlenker machen – all das, was man von einem Ministerpräsidenten erwartet, war Althusmann ganz sicher nie. Um so gewitzter also seine Kandidatur. Denn Althusmann hat etwas anderes, um die Wähler zu überzeugen: Er hat die Althusmann-Power, eine Mischung aus gut gespieltem Selbstbewußtsein, starken Fotografien und dem geballten Glauben an die eigene Großartigkeit (http://bilder.bild.de/fotos-skaliert/dr-bernd-althusmann-200116515-47864938/2,w=993,q=high,c=0.bild.jpg). Althusmann verspricht, Niedersachsen wieder super zu machen. Ein Gedanke, der viele Menschen begeistert. Die nette Schavatikan, Turbo-Gabi und Libeskind jubeln herüber. Althusmanns Zustimmungswerte steigen. Glückauf!

    • Althusmann zur "lame duck" erklärt..

      Die G8 Situation in Niedersachsen und deren Folgen für Schüler/innen als Kanickeljahrgänge hat keiner vergessen. Sein Name steht für diesen Unsinn. Damit gewinnt er den Visionärs-Preis „lame Duck“ Die Wüste musste verlassen er, weil durch seine Eingebungen und Ideen der Sand dort knapp wurde…

      MfG
      Ossarek-Bruns

      • Althusmann ist Ausputzer wie Katsche Schwarzenbeck, als Befehlsempfänger und ausführendes Organ in der zweiten oder dritten Reihe mag er taugen, aber doch nicht als Libero. Eine eigene Idee oder einen eigenständigen Gedanken hat ihn noch niemand jemals artikulieren oder vortragen hören. Selbst die Verantwortung für das miserabel vorbereitete G8 („Abitur nach 12 Jahren an Gesamtschulen und Gymnasien“) ist letztlich nicht nur ihm anzulasten, sondern vor allem seinen Vorgängern im Kultusministerium, Bernd Busemann (CDU, 2003–2008) und Elisabeth Heister-Neumann (CDU, 2008–2010). Althusmann hat von 2010 bis 2013 dann nur, wie er es seit jeher gewöhnt war, ohne nach links oder nach rechts zu schauen bzw. zu hören, weiter vorangepeitscht, was andere ihm vorgegeben hatten. So oder so, Althusmann ist aus vielen Gründen längst erledigt.

        Ich frage mich, warum nicht Niels Webersinn seinen Hut in den Ring wirft. Stephan Weil ist im Januar 2018 ohnehin nicht zu schlagen. Und 2022 nach vier Jahren als Oppositionsführer im Landtag wäre Webersinn etwa in dem Alter von Gerhard Schröder und Christian Wulff, die auch beide mit Mitte vierzig Ministerpräsident geworden sind.

  6. Berthold Weinrich

    Althusmanns „Einsicht in der Wüste“ klingt mir ein wenig sehr bemüht und nach dem Markus-Evangelium zurecht modelliert. Dort heißt es unmittelbar nach der Taufe Jesu:

    „Danach trieb der Geist [Gottes] Jesus in die Wüste. Dort blieb Jesus vierzig Tage lang und wurde vom Satan in Versuchung geführt [die drei Mittel zu gebrauchen, um die Menschen für sich zu begeistern und sie zu führen: Das Wunder, das Geheimnis und die Autorität. Aber Jesus lehnte ab]. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.“ – Markus 1,12 f

  7. Apropos Butenlanddöntjes

    Huhu, 22jährige Physiotherapeutin aus Freiburg,

    die Sie drei Monate ehrenamtlich in Guatemala gearbeitet und jetzt über Ihre Erlebnisse auch einen Vortrag gehalten haben: War das eigentlich sehr anstrengend für Ihre Zuhörer? Wo doch Ihr Name – Johanna Plappert ist!

    (http://www.badische-zeitung.de/freiburg-ost/johanna-plappert-half-als-freiwillige-in-einem-projekt-in-guatemala–126576610.html)

    Schweigt: Beate Starkwitz

  8. Herr Althusmann, sagt Dennis Thomas, dem Mitarbeiter der Stadtredaktion, beim Bewerbungsgespräch am Heiligenthaler Stranrand ins hingehaltene Mikrofon hinein: „Wenn man denn Ministerpräsident des Landes wird, hat man `ne Menge zu bewegen, kann man `ne Menge gestalten. Das ist so mein innerer Antrieb. Ich gestalte gerne.“ Sein innerer Antrieb! Hört, hört! Hat Herr Althusmann sich aber auch gefragt, wer sich seine Lebensumstände eigentlich von ihm gestalten lassen möchte? Dass er aus der Entfernung seines unfreiwillig aufgesuchten südafrikanischen Wüstenabseits heraus mit Argusaugen „immer ein wenig beobachtet“ haben würde, „wie sich einige politische Felder entwickelt haben“, war zu vermuten. Aber hat er im Windhoeker Becken innerhalb des Khomashochlandes vielleicht auch mal darüber nachgedacht, ob es wirklich darauf ankommt, dass tatsächlich er die niedersächsische Welt verändert, oder ob es nicht eventuell viel eher darauf ankommt, dass er sie endlich verschont?

    • Find ich auch. Wenn Althusmann gestalten will, soll er sich an Claudio Patrik Schrock-Opitz, den Geschäftsführer der Lüneburg Marketing GmbH, wenden und bei ihm die Ausbildung als Kaufmann für Marketing- und Kommunikationsdesign ansteuern, die er dann nach zwei Jahren als Assistent im Bereich der Konzeption von Werbemitteln für die Weihnachtsstadt Lüneburg ja durch das IHK-Zertifikat als „City- und Quartiersmanager“ ergänzen könnte. Ich bin überzeugt, dass Heiko Meyer, Vorsitzender des Lüneburger Citymanagements e.V., sich ebenfalls freuen und im Frühjahr 2019, wenn Althusmann schließlich in die Fußstapfen des nach Bad Bevensen gewechselten Mathias Schneider träte, heraustirilieren würde: „Ich bin begeistert, dass Lüneburg wieder einen Citymanager hat. Mit Bernd Althusmann haben wir nicht nur einen kompetenten und qualifizierten Citymanager, sondern einen der auch Ideen hat und anpackt. Es ist so wichtig für eine florierende Einkaufsstadt wie Lüneburg dieses Amt zu besetzen und gemeinsam nach vorn zu schauen und alle Gastronomen und Händler zu begeistern und mitzunehmen. Bernd Althusmann, herzlichen Glückwunsch als Citymanager des Kaufhauses Lüneburg!“

      • Olaf-Christian Dingelstedt

        Auch die Anschaffung einer Heckenschere oder eines Laubrechens kann dem überschießenden Drang zum Ordnen und Gestalten wirkungsvoll Genüge tun.

      • Lieber Klaus Bruns,
        in Einbeck, eine ehemalige Hansestadt, ein Mittelzentrum und eine selbständige Gemeinde im Landkreis Northeim in Südniedersachsen, gibt
        es nicht nur einen Ortsteil „Brunsen“, den man ganz offensichtlich nach Ihrer Art, Aal in Aspik zu betrachten, benannt hat, sondern es gibt auch einen juvenilen Stadtmarketinggeschäftsführer, der Florian Geldmacher heißt (http://www.einbeck-marketing.de/stadtmarketing/impressum.html). Sollten wir den nicht nach Lüneburg locken? Dann könnten Heiko Meyer und Bernd Althusmann schon wenige Wochen nach seiner Einstellung zu Ulrich Mädge rüberfunken: „Endlich! — Der Rubel rollt!“

  9. Mechthild Schülke

    Sehr geehrter Herr Bruns,

    ist Ihnen aufgefallen, daß die Kent-Kragenkonstruktion von Herrn Althusmanns Oberhemd durch eine besondere Schnittführung und eine leichte formgebende Einlage ohne (beziehungsweise durch einen diagonal nach links unten versetzten) Knopf zusammengehalten wird? In perfektem Zusammenspiel von Kragen und Krawatte genießt er so ein Höchstmaß an Bequemlichkeit an Hals und Kehle im Gespräch mit Dennis Thomas. (Wissenschaftler warnen vor zu engen Hemden-Kragen! – Atemnot, Ermüdungserscheinungen, Konzentrationsschwäche, Blutstau, sogar grauer Star und schlimmstenfalls Herzinfarkt können dadurch entstehen!)* Bei meinem neuen Hemd dagegen sitzen die Kragenspitzen unterschiedlich hoch, wie ich im Spiegel eines Geschäfts bemerke. Meine Begleiterin sagt, das falle vielleicht nur mir auf. Allerdings klagt sie kurze Zeit später vor einem Schaufenster über die neue Frisur (zu kurz) und die Gesichtshaut (unrein wie nie zuvor). Später an der Supermarktkasse fühle ich mich beim Blick in den Überwachungsspiegel unwohl und rücke meinen unordentlich sitzenden Schal zurecht. Jähe Erkenntnis: In Fragen des Aussehens geht es fast immer um Kopf und Kragen.

    )* In einer Studie der amerikanischen Cornell-Universität wurde schon vor Jahren auf die gesundheitsschädlichen Auswirkungen von zu engen Hemden-Kragen hingewiesen. In einer Testreihe wurde bei 2/3 der Probanden festgestellt, daß ihre Kragen teilweise deutlich über 1 cm zu eng waren. Dadurch wurde der Blutfluß zum Gehirn stark behindert, die Atmung war deutlich erschwert, die Herren bekamen weniger Luft. Das Infarktrisiko stieg durch den behinderten Blutfluß in der Halsschlagader durch vermehrte Ablagerungen in den Adern. Auch war der Augeninnendruck erhöht, wodurch das Risiko an grauem Star zu erkranken um ein Vielfaches höher lag. In anschließenden Tests wurde festgestellt, dass durch die Ermüdungserscheinungen die Konzentration und die Reaktionsfähigkeit deutlich herabgesetzt war, was sich wiederum auf viele Lebensbereiche, wie z.B. Autofahren, Ausschußsitzungen etc., auswirkt.

    • bei manchen ist die kragenweite größer als das ganze hemd. kommt bestimmt von dem dicken hals, den man schnell in der politik bekommen kann.schmunzel. ich habe gelesen, bei cdu-anhängern soll das warten zu besseren erkenntnissen führen. wenn das so ist, sollte man ihnen dabei helfen, finden sie nicht?

      • Mechthild Schülke

        Neuerdings fand Herr Althusmann, der designierte CDU-Spitzenkandidat, zum Auftreten des Niedersächsischen Ministerpräsidenten und VW-Aufsichtsrates Stephan Weil (SPD) im VW-Abgasskandal klare Worte: „Es reicht nicht, Aufklärung zu fordern. Ich finde die Rolle Niedersachsens nicht besonders überzeugend.“ Da scheinen das Warten und der Doktortitel tatsächlich zu „besseren Erkenntnissen“ geführt zu haben. Althusmann, dem Denker, ist Aufklärung und Wahrheit in jedem Fall wichtiger, als der ein wenig schmierig ausgehandelte Erhalt von tausenden von Arbeitsplätzen und fetten Umsatz- und Gewerbesteuerzahlungen.
        (https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Althusmann-kritisiert-Weils-Umgang-mit-VW-Krise,althusmann368.html)

        Schauen Sie sich das Video auf der NDR-Seite an, Herr Bruns, dann wird Ihnen sofort klar, dass Herr Althusmann Herrn Winterkorn vermutlich unverzüglich die Weiterzahlung seines Millionengehalts (einschließlich bis 2064 anfallender Boni und Aktienpakete) gestrichen und die Herren Piech und Porsche erst einmal in Beugehaft genommen hätte, bis die Verantwortlichleiten in Sachen Hundert-Milliarden teurer Diesel-Betrug geklärt sind.

        Im VW-Konzern will man dagegen von einem generalstabsmäßigen Betrug immer noch nichts wissen. Eine kleine Gruppe von Ingenieuren (ein bis zwei Personen mit Sommersprossen, blonden Haaren und blauen Augen) habe sich die gemeinen Manipulationen ausgedacht und eine noch kleinere Gruppe dienstwilliger Techniker und KfZ-Mechatroniker hätten diese umgesetzt und die Software heimlich in die Autos eingebaut, heißt es aus Wolfsburg. Selbst die vom VW-Vorstand eingeschaltete und übertariflich gut bezahlte US-Anwaltskanzlei Jones Day hat bisher keine konkreten Hinweise gefunden, dass Vorstände direkt in den Abgas-Skandal eingebunden waren.

  10. Herr Althusmann sitzt derzeit bestimmt Zuhause in seiner Arbeitsecke, spitzt den Bleistift (Härtegrad BA) und schwitzt über der eigenhändigen Ausarbeitung des nieder sächsischen CDU-Parteiprogramms für die nächsten Jahrzehnte. Schwerpunkte hat er sich schon ausgedacht: die Unterrichtsversorgung in der Samtgemeinde Gellersen, die Sicherheit in den dunklen Ecken schummeriger Lüneburger U-Bahn-Schächte nach Mitternacht und die Infrastruktur im Land wie zum Beispiel den Fahrradstraßenbau (Codewort: „Geronimo“ oder „Lüne-Bleckeder-Hex-hex!“) von der Nicolaikirche bis zur Theodor-Körner-Kaserne.

    Für den kommenden Mittwoch (19. Oktober) hat er deshalb alle niedersächsischen CDU-Mitglieder und „die Medien“ zur „DeBAtte mit Bernd Althusmann“ in die „Cavallo Königliche Reithalle“ eingeladen, die – passenderweise – in der Dragonerstraße in Hannover gelegen ist.

    Ob „BA“ als Hauptmann der Reserve der Bundeswehr wohl hoch zu Ross einreitet? Und das, obgleich der designierte Spitzenkandidat zur Landtagswahl im Januar 2018 doch unbedingt „volksnah“ daherkommen soll und will? Wir lassen uns überraschen.

    • alle politiker,die schon auf den hund gekommen sind, kommen gern hoch zu ross daher. ablenkung ist eben wichtig. schmunzel

  11. Wird Heiligenstadt aus Heiligenthal angegriffen?

    Das steht zu vermuten: Nicht umsonst hält der designierte Weil-Herausforderer Bernd Althusmann von der CDU die heikle Schulpolitik der amtierenden Kultusministerin von der SPD für ein zentrales Themenfeld im kommenden Landtagswahlkampf. Die völlig verfehlte Schulpolitik des Vorgängers von Frauke Heiligenstadt will Althusmann dagegen großmütig auf sich beruhen lassen.

  12. Althusmann, Schünemann und Busemann, drei böse runtergewirtschaftete Kapitalhirsche des abgewählten Rudels von vor drei Jahren umrahmen nun den amtierenden Fraktionschef Björn Thümler und machen ihn zu ihrem Adjudanten. Wie der sich wohl vorkommt?

    • „Ich bin vor allem froh, dass wir mit Bernd Althusmann einen hervorragenden Spitzenkandidaten nominiert haben. Ich hätte mich selber als Spitzenkandidat zur Verfügung gestellt, wenn es keine Alternativen gegeben hätte. Da wir aber in einer Abwägung, wer hat wo Stärken und wo Schwächen, mit Althusmann eine Alternative für einen Gegenentwurf zum jetzigen Regierungshandeln gefunden haben, kann ich sagen: Meine Befindlichkeiten und persönlichen Wünsche spielen keine Rolle. Das große Ganze zählt. Der Wahlsieg 2018, denn die Niedersachsen verdienen eine bessere Regierung als jetzt.“ So vor genau einem Monat CDU-Fraktionschef Björn Thümler (http://www.nwzonline.de/interview/zwei-jahre-lang_a_31,1,1017334043.html).

      Wer die Löffel spitzt, kann das malmende Zähneknirschen gut hören.

      Missverständlich ist Thümlers letzter Satz: „… die Niedersachsen verdienen eine bessere Regierung als jetzt.“ Warum verdienen die Niedersachsen erst 2018 eine bessere Regierung? Warum nicht schon jetzt? Waren „die Niedersachsen“ unartig? Warum tut Herr Thümler als Oppositionsführer im Niedersächsischen Landtag nicht alles, um mit konstruktiv kooperativen Anstrengungen die Regierung der Niedersachsen JETZT zu verbessern? Und überhaupt, warum nicht auch schon in der Vergangenheit? Dem Niedersächsischen Landtag gehört Thümler seit 2003 an. Hatten die Niedersachsen zwischen 2003 und 2013 denn keinen Anspruch auf eine bessere Regierung?

      Fragt: Karsten Wollny

  13. Althusmann? Wen interessiert eigentlich Althusmann?

  14. Sehr geehrter Herr Althusmann,
    welche Maßnahmen werden Sie vorschlagen und gegebenen Falles ergreifen, damit Menschen mit „normalen“ oder geringen Einkommen in den Ballungsräumen und Städten unseres Landes in absehbarer Zeit an für sie bezahlbaren Wohnraum gelangen? In allen Städten Niedersachsens – aber natürlich nicht nur dort – steigen die Wohnungspreise immer schneller. Die Mieten in Hannover explodieren auf breiter Front (http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Mietspiegel-fuer-Hannover) und Lüneburg verzeichnet sogar einen raketenhaften Preisanstieg um nahezu 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das dürfte am Hanseviertel liegen, mag mancher spontan vermuten, angesichts der vielen Gerüchte über gut bis sehr gut verdienende Hamburger, die es an die Ilmenau zieht. Doch ob sich diese Erwartungen mittelfristig erfüllen, steht längst noch nicht fest. Lüneburg verspürt vielmehr, wie viele andere Städte auch, die Folgen der Niedrigzinspolitik. Sie erleichtert die Finanzierung der Wohnungen und treibt Anleger in die Immobilienmärkte, weil Investitionen dort als relativ rentabel und sicher gelten (http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/256367-preise-fuer-hochwertige-immobilien-in-lueneburg-ziehen-an). Zum verzerrten Bild gehört, dass in Lüneburg zwar durchaus nennenswert neue Wohnungen entstehen. Sie tragen allerdings wenig zur Entspannung des Marktes bei, weil sie zur oberen Preiskategorie gehören – und damit an der Nachfrage vorbei geplant sein könnten (z. B. auch: ehemaliger Güterbahnhof „An der Wittenberger Bahn“ oder IlmenauGarten, das neue Wohnhausensemble „Bootshaus“ mit insgesamt 25 Eigentumswohnungen und zwei Townhäusern). Auf Dauer braucht Lüneburg wie andere Mittelstädte auch erheblich mehr günstige Wohnungen. Genug Platz gäbe es. Doch müsste dafür nicht unter Politikern, aber auch unter den Einwohnern selbst die Einsicht reifen, dass nur eine dichtere und höhere Bebauung die Preise wirksam dämpfen kann?

    • Dietmar Garbers
      ich möchte zu ihren fragen noch etwas ergänzen. neue arbeitsplätze in und um lüneburg wären doch auch ganz nett, oder? wovon sonst soll denn der angeblich zu erwartende preiswerte wohnraum bezahlt werden?

  15. Das sind alles erstklassige Kommentare! Althusmann und seine Propaganda- und Vermarktungstruppe täten gut daran, sich das alles genauestens durchzulesen und es zu beherzigen.

    Meine Meinung!