Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Die Landesnahverkehrsgesellschaft prüft, ob man die Bahnstrecke zwischen Dannenberg und Lüneburg auf einen Zwei-Stunden-Takt und für eine höhere Reisegeschwindigkeit ertüchtigen kann.  Foto: rg
Die Landesnahverkehrsgesellschaft prüft, ob man die Bahnstrecke zwischen Dannenberg und Lüneburg auf einen Zwei-Stunden-Takt und für eine höhere Reisegeschwindigkeit ertüchtigen kann. Foto: rg

Land erhöht die Taktzahl

Von Rouven Groß

Dannenberg. Auf der Bahnstrecke DannenbergLüneburg könnte es künftig deutlich zügiger vorangehen und auch noch öfter: Die Niedersächsische Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) prüft offenbar, die Strecke zu modernisieren. Das hat Elbtalaues Samtgemeindebürgermeister Jürgen Meyer (parteilos) erklärt.

Bahnfahren ist für Menschen, die aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg nach Lüneburg wollen, bislang aus zeitlichen Gründen selten eine Alternative. Nur alle drei Stunden fährt ein Zug, am späteren Abend keiner mehr, und die Fahrtzeit kann im Vergleich zum Auto nicht mithalten. Mit der Übernahme der Strecke durch den Betreiber Erixx und die Aufnahme in den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) wurden die Fahrten zwar deutlich günstiger und komfortabler, was auch die Passagierzahlen steigen ließ, doch der große Durchbruch fehlt. Der könnte jetzt kommen: Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) hat angekündigt, die Strecke neu zu beplanen und auch zu investieren. Die Geschwindigkeit der Züge soll erhöht, die Reisezeit verkürzt und der Takt erhöht werden. Und das alles in den kommenden drei bis vier Jahren. Dann, so heißt es, würde alle zwei Stunden ein Zug fahren statt bisher alle drei und die Fahrt soll nur noch 51 Minuten dauern.

Fahrgastzahlen deutlich gestiegen

Die LNVG hatte den Betrieb der Strecke 2012 an das Unternehmen Erixx vergeben, auch die Züge bereitgestellt, mit denen das private Unternehmen auf der Strecke unterwegs ist. Zudem hatte die LNVG damals angekündigt, sich der „Wendlandbahn“ genannten Strecke annehmen zu wollen, geschehen ist allerdings nichts. Doch dieses Mal stehen die Chancen aus Sicht von Verwaltungschef Meyer gut, dass die Wendlandbahn aufgerüstet wird. Auch, weil die Fahrgastzahlen deutlich gestiegen sind.

Doch für deutliche Verbesserungen wäre viel Geld nötig. Bereits 2012 waren die notwendigen Investitionen auf vier bis fünf Millionen Euro geschätzt worden. Doch Geld ist nicht das einzige, das in die Waagschale geworfen werden muss, um schneller und öfter von Dannenberg nach Lüneburg zu kommen: Es werde wohl darauf hinauslaufen, dass einige Haltestellen aufgegeben werden müssen, sagt Jürgen Meyer bis zu drei im Landkreis Lüneburg und eine in Lüchow-Dannenberg.

Kein Zug von Dannenberg bis Hamburg

Leitstade gilt im Nachbarkreis als gesetzt: Die Zustiegszahlen seien „verschwindend gering“, so Meyer. Die Schließung sei vertretbar, und das werde er der LNVG auch so mitteilen. Zumal die Samtgemeinde Dahlenburg im Gegenzug darüber nachdenke, in Absprache mit der Gemeinde Nahrendorf den Bahnhof Göhrde in Breese am Seißelberge auszubauen und der liegt in unmittelbarer Nähe zu Leitstade. Auf Lüneburger Kreisgebiet stehen die Haltestellen Neetzendorf in der Samtgemeinde Dahlenburg sowie Bavendorf und Wendisch Evern in der Samtgemeinde Ostheide zur Disposition. Die Gespräche sind jedoch noch ganz am Anfang.

Des Weiteren müssen laut Meyer auch einige unbeschrankte Bahnübergänge geschlossen, andere nachgerüstet werden. Zudem sollen die Bahnsteige der verbleibenden Bahnhöfe angepasst werden. „Das ist nach der Übernahme der Strecke durch Erixx und der Aufnahme in den HVV der nächste Silberstreif am Horizont“, freute sich Meyer über die mögliche Entwicklung. Zumal bei der Neuplanung auch Anschlusszüge in Lüneburg Berücksichtigung finden könnten und wohl auch sollen. Unerfüllt bleibe hingegen wohl der Wunsch nach einem Zug, der von Dannenberg bis Hamburg durchfährt. Schon jetzt sei die geeignete Strecke voll ausgelastet.

Tickets für Regionalzüge teurer
Fahrten mit dem Regionalzug in Niedersachsen werden teurer. Der für die meisten Verbindungen gültige Niedersachsentarif wird zum 1. Januar 2017 um durchschnittlich 0,54 Prozent erhöht, teilte der Tarifverbund gestern mit. Einzelfahrtscheine werden im Schnitt um 1,25 Prozent teurer, Wochen- und Monatskarten um 0,55 Prozent. Die Preise für die Fahrradtageskarte (4,50 Euro) und das Niedersachsen-Ticket (23 Euro) bleiben konstant. lni