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Die ehrenamtlichen Küchenfeen Ulrike Meixner, Doris Dieckmann, Margot Albrecht,Meggie Demir und Andrea Henkel (v.l.) sind von ihrer neuen Küche begeistert. Foto: t&w
Die ehrenamtlichen Küchenfeen Ulrike Meixner, Doris Dieckmann, Margot Albrecht,Meggie Demir und Andrea Henkel (v.l.) sind von ihrer neuen Küche begeistert. Foto: t&w

Küche stärkt den Zusammenhalt

Von Ulf Stüwe
Lüneburg. 42 Jahre leistete sie gute Dienste, dann war sie abgenutzt und verbraucht. Die Ausstattung der Küche im ökumenischen Zentrum St. Stephanus in Kaltenmoor war schon seit Jahren nicht mehr zeitgemäß, Elektrogeräte und Abluftsystem waren den gestiegenen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Vor anderthalb Jahren beschloss der Verwaltungsausschuss die Sanierung der in die Jahre gekommene Küche, jetzt wurde das neue Prunkstück in Betrieb genommen.

Bewirtung von mehr als 700 Gästen pro Monat

„Viel schöner, die Arbeit macht auch gleich viel mehr Spaß“, freut sich Margot Albrecht. Sie ist eine von rund einem guten Dutzend Damen, die regelmäßig für einen reibungslosen Betrieb im „Café Contact“ sorgen. Mehrmals wöchentlich wird dort ein reichhaltiges Frühstück angeboten, das sich auch Anwohner mit kleinem Geldbeutel leisten können. „Wir können es quasi zu Selbstkostenpreisen anbieten, weil hier alle ehrenamtlich arbeiten“, sagt Gemeindereferentin Jutta Segger.

Monatlich sind es rund 500 Gäste, die allein zum Kaffeetrinken oder Frühstücken in das kleine Café kommen, mit Vorliebe freitags, dann ist Markttag in Kaltenmoor. „Meine Tochter und ich kommen gern her, auch weil hier alle wirklich sehr freundlich sind“, sagt Gisela Bose, die 20 Jahre in der Schützenstraße wohnte, jetzt aber immer noch den Weg von der Innenstadt nach Kaltenmoor findet. Aber auch für das „Kindercafé“ und die vielen anderen Gruppen, die sich hier regelmäßig einfinden, ebenso wie für Familienfeiern, Geburtstage und Hochzeiten ist das Café längst unverzichtbar geworden. Besonderes Highlight ist dabei stets auch der mittägliche Kirchenschmaus am Sonntag, bei dem ein- bis zweimal im Monat bis zu 120 Gäste bewirtet werden.

70.000 Euro für Umbau und Ausstattung

„Die Küche war dem Andrang schon lange nicht mehr gewachsen, außerdem erfüllte sie nicht mehr die sicherheitstechnischen und hygienischen Vorschriften“, erläutert Cornelia Mädge. Als Mitglied des Verwaltungsausschusses hatte sie sich besonders für die Sanierung der Küche eingesetzt und sich erfolgreich um Spender für das 70.000 Euro teure Projekt bemüht. Spendabel zeigte sich die VGH-Versicherung in Lüneburg mit 12.000 Euro, die Sparkassen-Stiftung gab 10.000 Euro, der gleiche Betrag kam vom Förderverein und aus dem städtischen Fördertopf „Soziale Stadt“, außerdem gab es zahlreiche private Spenden. Die beiden Kirchen finanzierten die Grundinstallationen.

„Man sieht, wenn alle sich zusammentun, dann sind auch viele gern bereit, mitzuhelfen“, freute sich Oberbürgermeister Ulrich Mädge über den gelungenen Projektabschluss. Der Erhalt des Zentrums sei wichtig für den Zusammenhalt dieses Viertels mit seinen Menschen aus mehr als 60 verschiedenen Nationen. Olaf Forberger, Vorsitzender des Fördervereins, würdigte die Arbeit der Ehrenamtlichen: „Ohne sie wäre dies alles nicht möglich.“ Meggie Demir nahm die Dankesworte gern entgegen. Seit elf Jahren hilft sie zwei bis drei Mal in der Woche im Café. Manchmal habe die 50-Jährige zwar schon ans Aufhören gedacht, „aber das geht natürlich nicht, die Menschen hier brauchen mich doch“.