Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Brigitte Ruhnke und Johanna Hagen von der Katzenhilfe Bleckede freuen sich über ihr neues Auto, das zu Zweidritteln der Tierschutzbund finanziert hat. Bislang mussten sie ihre eigenen Fahrzeuge benutzen, alles selbst bezahlen. Foto: cw
Brigitte Ruhnke und Johanna Hagen von der Katzenhilfe Bleckede freuen sich über ihr neues Auto, das zu Zweidritteln der Tierschutzbund finanziert hat. Bislang mussten sie ihre eigenen Fahrzeuge benutzen, alles selbst bezahlen. Foto: cw

Fahrzeug für Katzenhilfe

Von Claudia Wesch
Lüneburg/Nienwohlde. Die Katzenhilfe Bleckede macht weiter. Auch wenn der Vereinssitz jetzt Lüneburg ist und die Vorsitzende Brigitte Ruhnke nach Nienwohlde im Landkreis Uelzen gezogen ist, bleibt der Einsatzbereich der Katzenhilfe der Landkreis Lüneburg. Denn dort gibt es noch immer viel zu tun. „Wir haben zwar in drei Samtgemeinden und der Stadt Bleckede die Kastrationsverordnung, aber die Umsetzung klappt nicht so, wie wir uns das wünschen“, sagt Brigitte Ruhnke. „Wir haben ein großes Problem unter anderem mit Landwirten, die die Kastrationsverordnung oft einfach ignorieren.“

Nach wie vor werden Katzen auf landwirtschaftlichen Betrieben wie vor 50 Jahren behandelt: Als Mäusefänger, die sich selbst reproduzieren — ein „Wegwerfprodukt“, das schon mal unter die Räder kommt oder bei zu großer Zahl in der Güllegrube entsorgt wird. „Dazu kommt die unglückselige Verquickung mit der Politik“, ergänzt Johanna Hagen von der Katzenhilfe.

Unglückliche Verquickung von Verwaltung und Politik

„Oft sitzen Landwirte auch in den Räten: Sie haben zwar die Kastrationsverordnung mit auf den Weg gebracht, aber sie halten sich nicht daran und haben auch kein Interesse daran, dass die Ordnungsämter durchgreifen.“

Wenn Verwaltung und Politik nicht agieren, bleibt nur die Zivilcourage: „Um handeln zu können, brauchen wir Beweise, also zum Beispiel Fotos“, so Brigitte Ruhnke. Doch auch die Bürger wollen es sich mit ihren Nachbarn und Landwirten nicht verderben. Trotzdem können die Tierschützer der Sache einen positiven Aspekt abgewinnen: „Weil insgesamt mehr kastriert wird, fallen die Stellen auf, wo das nicht geschieht“, so Johanna Hagen.

Aber die Katzenhilfe bleibt am Ball. Tierschutz ist eine mühselige Arbeit — das wissen die Mitarbeiter der Katzenhilfe Bleckede. Zurzeit werden händeringend Pflegestellen gesucht. „Uns sind in den letzten Wochen ganz viele weggebrochen und wir können derzeit keine Mütter mit Welpen aufnehmen“, berichtete Brigitte Ruhnke. Doch es gibt auch Erfolge: Die Katzehilfe Bleckede hat jetzt ein eigenes Fahrzeug, einen Opel Combo. Das Auto wurde in Anerkennung der Arbeit der Katzenhilfe zu Zweidritteln über den deutschen Tierschutzbund finanziert. Rund 20000 Kilometer sind die Tierschützer im Jahr unterwegs — bislang stets im eigenen Pkw.

Sponsoren für Versicherung und Steuern gesucht

Was jetzt noch fehlt, sind Sponsoren, die Versicherung und Steuern übernehmen oder vielleicht mal eine anstehende Inspektion zahlen. „Den Sprit zahlen wir ja schon immer selbst — da wagen wir gar nicht zu hoffen“, so Brigitte Ruhnke. Auch Fahrer werden noch gesucht, damit die Belastung auf möglichst viele Schultern verteilt werden kann. Wer nicht direkt Pate für das Auto werden will, kann natürlich auch einfach spenden. Weitere Infos: www.katzenhilfe-bleckede.de.