Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Nur Putzarbeiten laufen derzeit auf der Baustelle für die Touristen-Information Scharnebeck, nachdem Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn die Arbeiten wegen einer Preissteigerung von rund 30 Prozent zunächst gestoppt hatte. Foto: cw
Nur Putzarbeiten laufen derzeit auf der Baustelle für die Touristen-Information Scharnebeck, nachdem Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn die Arbeiten wegen einer Preissteigerung von rund 30 Prozent zunächst gestoppt hatte. Foto: cw

Tourist-Info wird deutlich teurer

Von Claudia Wesch
Scharnebeck. Als „Meilenstein“ nach 40 Jahren feierte Scharnebecks Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn im Juni die Grundsteinlegung für die neue Touristen-Information am Hebewerk. Jetzt scheint es eher ein Meilenstein in Sachen Kosten zu werden. Mit rund 400.000 Euro war der elegante Bau ohnehin nicht gerade ein Schnäppchen, doch jetzt legten die Architekten nach: Von bis zu 30 Prozent Mehrkosten ist die Rede, damit stiegen die Investitionen auf 520.000 Euro. Gerstenkorn zog die Notbremse.

„Das kann doch wohl nicht sein“, schimpft der Verwaltungschef. „Und dann auch noch viel zu spät, als die Bestellungen schon raus waren.“ Der Bürgermeister verlangte, dass diese Bestellungen rückgängig gemacht werden. „Das musste ich zwei- oder dreimal sagen, bis man erkannte, dass ich das ernst meine“, ärgert er sich. „Ich stelle doch keinen Blankoscheck für die Samtgemeinde aus.“

Derzeit laufen am Bau nur Putzarbeiten, die ohnehin unstrittig seien, so Gerstenkorn weiter. Im Hintergrund summt es in den Besprechungszimmern: Samtgemeindeausschuss, SEB — alle wollen eine Klärung für diesen eklatanten Preisanstieg. „Wir wissen, dass die Materialkosten reichlich gestiegen sind, aber das alleine kann es nicht sein“, befand der Bürgermeister. Um ein Beispiel zu nennen: Für die Fassadenverkleidung sollte ein Quadratmeter ursprünglich 112 Euro kosten, jetzt will die Firma plötzlich 280 Euro für den Quadratmeter haben.

„Ich stelle doch keinen Blankoscheck aus“

Nun bleibt nichts weiter übrig, als Posten für Posten zu prüfen und nach Alternativen zu suchen. Bei der Fassade hat man schon mit einem Wärmedämmverbundsystem eine deutlich günstigere Variante gefunden. Noch fehlen die abschließenden Entscheidungen.

Eigentlich sollte die Touristen-Information, die auch öffentliche Toiletten beherbergt, noch im Herbst fertig werden. Derzeit liegt der Bau noch im Zeitfenster. „Es hat sich etwas verschoben, aber wir sind zuversichtlich, dass wir noch vor dem Winter fertig werden“, sagte Gerstenkorn. Bauträger für das Projekt ist die Scharnebecker Erschließungs- und Baugesellschaft (SEB). Geschäftsführer Horst-Günter Adam war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

2 Kommentare

  1. Endlich mal einer, der verantwortungsvoll handelt und die Notbremse zieht. Respekt, Herr Gerstenkorn!

  2. ob die bürger mit ja gestimmt hätten, wenn sie gefragt worden wären? natürlich nicht. geld zum fenster rauswerfen, braucht man ja schließlich selbst. da hätte doch ein einfacher zweckbau gereicht, oder? dieser würde für eine denkmalpflege natürlich nichts taugen.