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Das Lüneburger Gründerzentrum hat 140 jungen Unternehmen zum Erfolg verholfen. Foto: t&w
Das Lüneburger Gründerzentrum hat 140 jungen Unternehmen zum Erfolg verholfen. Foto: t&w

Startrampe für Mittelstand: e.novum wird 15 Jahre alt

Von Ulf Stüwe

Lüneburg. Durchlauferhitzer, Impulsgeber, Startrampe für den Mittelstand — wer das Lüneburger „e.novum“ beschreiben will, bleibt nicht von ungefähr an Bezeichnungen wie diesen hängen. Bildhaft beschreiben sie, was die schlichte Benennung als Gründerzentrum und die äußere Erscheinung des in die Jahre gekommenen Backsteinbaus nicht zu vermitteln vermag: die Dynamik einer Einrichtung, in der frischgekürten Selbstständigen Raum und Zeit für unternehmerische Entfaltung geboten wird. Seit nunmehr 15 Jahren gibt es das e.novum, an seiner Attraktivität für junge Unternehmen hat es bis heute nichts verloren.

Räumlichkeiten sind „gut ausgelastet“

„Derzeit sind 40 Gründer hier am Start“, freut sich Jürgen Enkelmann. Rund 80 Prozent der Räume sind gegenwärtig vermietet, „eine gute Auslastung“, wie der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft e.novum GmbH findet. Eine Komplettbelegung des 2500 Quadratmeter umfassenden Zentrums strebt Enkelmann, der auch Chef der Wirtschaftsförderung Lüneburg ist, ohnehin nicht an. „Wir brauchen immer Luft für Neuzugänge.“

Die Idee ging im Jahr 2000 von der in Lüneburg ansässigen Fachhochschule Nordostniedersachsen aus, die 2005 mit der Leuphana Universität fusionierte. Ideengeber war Prof. Dr. Hermann Weihe, bereits im Herbst 2001 konnten die Räume bezogen werden. Ermöglicht wurde das Projekt durch Beteiligung der Rainer-Adank-Stiftung. Als Hauptgesellschafterin investierte sie mehr als 550000 Euro, konnte zugleich auch 600000 Euro Fördermittel des Landes freisetzen.

Junge Unternehmen aus dem IT-Bereich

Ziel war es, innovativen Ideen aus dem Hochschulbereich den Weg zu unternehmerischen Erfolgen zu bahnen. Enkelmann: „Es gibt viele, die überlegen, aus ihrer Doktorarbeit eine Firma zu machen.“ Aber auch mittelständische Unternehmen der Region fänden offene Ohren, „vor allem, wenn schnell Lösungen gebraucht werden“. In der Regel sind es junge Unternehmen aus dem IT- und Neue-Medien-Bereich oder mit Ausrichtung auf ingenieurtechnische Dienstleistungen, die den Weg ins e.novum suchen. Aufgenommen wird, wer ein schlüssiges Konzept vorlegen kann und sich noch in der Anfangsphase befindet. „Viele fangen zu Hause an, merken aber schnell, dass das häusliche Umfeld nicht der richtige Rahmen ist“, berichtet Enkelmann. Wer mit seinem Unternehmen bereits am Markt ist, den Firmensitz aber trotzdem ins Lüneburger Gründerzentrum verlegen will, muss auf kritische Fragen und eventuell auch auf eine Absage vorbereitet sein.

Je nach Bedarf und Unternehmenslage können Einzel-, Teambüros oder ganze Einheiten gemietet oder innerhalb kurzer Fristen wieder abgegeben werden. Konferenzräume sind stundenweise zubuchbar, auch Infrastruktur wie Telefon- und Internetanschluss, Empfangsraum, Poststelle und Sanitäranlagen stehen zur Verfügung.

Einige Betriebe jetzt international erfolgreich

140 junge Unternehmen haben die Möglichkeit zum Durchstarten genutzt, nicht wenige davon konnten sich erfolgreich am Markt behaupten, darunter die web-netz GmbH im Bereich Online-Marketing, die international tätige formwaende GmbH oder die comparado GmbH, die mit ihrem Internetportal preis.de inzwischen vom Axel-Springer-Verlag übernommen wurde.

Jetzt soll das e.novum für die kommenden Jahre fit gemacht werden. 250000 Euro sollen in die Modernisierung fließen, darunter eine leistungsfähigere Breitbandversorgung, moderne Konferenz- und Bürotechnik und zeitgemäßes Mobiliar. Ein entsprechender Förderantrag wurde gerade positiv von der NBank beschieden. Zuvor aber wird gefeiert. Am Donnerstag, 13. Oktober, feiert das e.novum sein 15-jähriges Bestehen.