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Auch Kinder nehmen regelmäßig an Aktionen des Naturparks teil. Darauf hofft Vorsitzender Olaf Muus auch beim kommenden Naturpark-Tag. Foto: nh
Auch Kinder nehmen regelmäßig an Aktionen des Naturparks teil. Darauf hofft Vorsitzender Olaf Muus auch beim kommenden Naturpark-Tag. Foto: nh

Gemeinsam für den Naturpark

Winsen/Soderstorf. „Was kann ich vor meiner eigenen Haustür machen, um meine Heimat so zu erhalten, wie ich mir das wünsche?“, fragt Hilke Feddersen und liefert die Antwort für die Region des Naturparks Lüneburger Heide gleich mit. „Der Naturpark-Tag bietet jedem die Möglichkeit, sich in der Gemeinschaft für den Erhalt der Kulturlandschaft einzusetzen“, sagt die Naturpark-Geschäftsführerin. In den vergangenen Jahren ergriffen stets mehrere Hundert Helfer die Gelegenheit, um Heideflächen zu entkusseln oder Wanderwege zu pflegen. Jetzt wirft der nunmehr 6. Naturpark-Tag am Sonnabend, 12. November, seine Schatten voraus. 15 Aktionen zwischen Neuenkirchen, Schneverdingen und Soderstorf sind bisher von verschiedenen Initiatoren geplant. Noch bis Freitag können weitere Mitmachaktionen angemeldet werden.

Viel Arbeit und Engagement nötig

Der „Naturschutzpark Lüneburger Heide“ (dunkelgrün) ist der älteste in Deutschland. Seit 2007 gibt es den erweiterten „Naturpark Lüneburger Heide“ (hellgrün). Foto: naturpark/nh
Der „Naturschutzpark Lüneburger Heide“ (dunkelgrün) ist der älteste in Deutschland. Seit 2007 gibt es den erweiterten „Naturpark Lüneburger Heide“ (hellgrün). Foto: naturpark/nh

„Unser Naturpark Lüneburger Heide zeichnet sich durch eine wunderschöne Kulturlandschaft aus. Es braucht aber sehr viel Arbeit und Engagement, um sie zu erhalten“, sagt Feddersen. „Dabei können wir jede helfende Hand gebrauchen.“ Damit aus der Lüneburger Heide nicht irgendwann der Lüneburger Wald wird, kümmern sich regelmäßig Vereine, Institutionen und Ehrenamtliche um das Entkusseln von Heideflächen. Unter Kusseln versteht man vor allem junge Kiefern, aber auch Birken. Beim Entkusseln werden die jungen Bäume, am besten samt Wurzeln, herausgerissen, um die Heideflächen, eine von Menschenhand geschaffene Kulturlandschaft, langfristig zu erhalten.
Während die Heideflächen im zentralen Naturschutzgebiet Lüneburger Heide professionell vom Verein Naturschutzpark (VNP) durch Beweidung, Mähen, Plaggen oder Schoppern in Schuss gehalten werden, ist die Landschaftspflege zwischen Calluna und Wacholder andernorts vor allem ehrenamtlich organisiert. Beispielsweise rund um Amelinghausen, wo der Verein Regionale Kulturlandschaft die Landschaftspflege über ehrenamtliche Patenschaften regelt.

Mitmachaktionen geplant

Feddersen sagt: „In der gesamten Naturparkregion engagieren sich bereits so viele Gruppen, von den Landfrauen, über Schulen und Seniorengruppen, Feuerwehren und Vereine, die sich kontinuierlich für die Kulturlandschaft einsetzen. Im Rahmen des Naturpark-Tags können wir sie unterstützen, neue Mitstreiter zu finden.“ Im Landkreis Lüneburg sind bislang zwei Mitmachaktionen für den 12. November gemeldet: So will die Jugendfeuerwehr Soderstorf Nistkästen bauen und aufhängen und die Reservistenkameradschaft Salzhausen plant, das Dolmengrab Rolfsen von der Grasnarbe zu befreien und wiederherzustellen. Bei den weiteren Aktionen steht tatsächlich das Entkusseln im Mittelpunkt, sei es mit der Interessengemeinschaft Hanstedt in der Töpsheide, mit dem Zupforchester „Saitenwind“ in der Osterheide bei Schneverdingen bis hin zum Lions Club Schneverdingen im Möhrer Moor.

Bis Freitag, 14. Oktober, nimmt die Geschäftsstelle des Naturparks Anmeldungen weiterer Mitmachaktionen an. Einen Anmeldebogen finden Sie hier. Dort sind auch alle Aktionen aufgelistet, bei denen freiwillige Helfer willkommen sind. Weitere Infos auch bei der Naturpark-Geschäftsstelle unter Tel.: 04171/693139.

Von Dennis Thomas

Der Größte Niedersachsens

Die Gesamtfläche des Naturparks beträgt 107 769 Hektar, davon sind mehr als 45 Prozent Schutzgebiete unterschiedlichen Typs. Dazu zählt auch das gesamte Naturschutzgebiet Lüneburger Heide mit rund 23 000 Hektar, darunter die größten zusammenhängenden Heideflächen Mitteleuropas. Mit der Erweiterung 2007 war der älteste und zugleich kleinste Naturpark Deutschlands zu den flächenmäßig 20 größten in der Bundesrepublik aufgestiegen – und zum größten in Niedersachsen.

Die Naturparkregion erstreckt sich seit ihrer Erweiterung von Soltau im Süden bis Jesteburg im Norden und von Neuenkirchen im Westen bis Südergellersen und Melbeck im Osten vor den Toren der Stadt Lüneburg. Mitglied sind unter anderem 35 Gemeinden mit mehr als 90 000 Einwohnern.