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Wie die Förderung des Frauenhauses ab 2017 konkret aussieht, weiß Mitarbeiterin Gudrun Strötges (l.) noch nicht.  Das Archivfoto zeigt sie mit Kollegin Mira Lambertz. Foto: t&w
Wie die Förderung des Frauenhauses ab 2017 konkret aussieht, weiß Mitarbeiterin Gudrun Strötges (l.) noch nicht. Das Archivfoto zeigt sie mit Kollegin Mira Lambertz. Foto: t&w

Förderung des Frauenhauses offen

Lüneburg. Das Frauenhaus ist für viele Frauen der erste Schritt, um sich aus der Spirale von häuslicher Gewalt zu lösen. Die Einrichtung, die von dem Verein „Frauen helfen Frauen“ betrieben wird, wird vom Land gefördert. Doch das alleine würde bei weitem nicht ausreichen. Deshalb sind die Mitarbeiterinnen froh, dass Stadt und Landkreis seit Jahren das Lüneburger Frauenhaus mit freiwilligen Zuwendungen unterstützen. Doch deren konkreter Förderbetrag kann erst benannt werden, wenn das Land eine neue Richtlinie zur Förderung erlassen hat. „So lange hängen wir in der Luft“, sagt Gudrun Strötges.

Richtlinie läuft aus

Das Land Niedersachsen fördert die Beratung, Unterbringung und Betreuung der von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen und ihrer Kinder nach der „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen für Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind“. Zuletzt wurde sie Ende Dezember 2011 erlassen und trat wenige Tage später am 1. Januar 2012 in Kraft. Ende dieses Jahres läuft sie aus.

Im laufenden Jahr habe man 76400 Euro vom Land für Unterbringung, Betreuung und Beratung erhalten, sagt Gudrun Strötges, von Stadt und Landkreis flossen jeweils 34000 Euro. Darüber hinaus muss ein Eigenanteil für Gehälter über Spenden und Bußgelder aufgebracht werden. Zweieinhalb Monate vor Auslaufen der Richtlinie steht nicht fest, wie es weitergeht.
Stadt und Kreis wollen nun aber dafür sorgen, dass die Liquidität zum Anfang des Jahres 2017 gesichert ist. Zur kommenden Sitzung des Sozialausschusses der Stadt schlägt die Verwaltung vor, einen einmaligen Zuschuss in einer Höhe von 11000 Euro zu bewilligen. Über die genaue Höhe des Förderbedarfs solle dann entschieden werden, wenn die Richtlinie auf dem Tisch liegt. Auch der Kreis hat inzwischen beschlossen, erstmal eine Rate von bis zu 11000 Euro im ersten Quartal zu gewähren. Insofern habe man ein Stück Planungssicherheit, sagt Gudrun Strötges.

Neue Richtlinie noch in der Abstimmung

Auf Anfrage beim niedersächsischen Sozialministerium erklärte die Pressestelle: Mit dem vorliegenden Richtlinienentwurf solle sowohl qualitativ als auch quantitativ den veränderten Bedarfen aufgrund der Betreuung der Flüchtlingsfrauen sowie einer bedarfsgerechten Anpassung der Förderung Rechnung getragen werden. Die Neukonzeption sei entsprechend ausgerichtet, im Haushaltsanschlag sei eine zusätzliche Million geplant. Die neue Richtlinie befinde sich zurzeit in der Abstimmung mit den anderen Ressorts der Landesregierung.
Die Frauenhäuser seien über das Verfahren informiert, es hätten auch mehrere Beteiligungen im Rahmen der Erstellung der neuen Richtlinie stattgefunden. „Das Verfahren hat sich dieses Jahr lediglich um vier Wochen verschoben vom sonstigen Zeitpunkt der Antragstellung auf Förderung im November auf Dezember. Auch das Frauenhaus Lüneburg wird nach aktuellem Stand von der Aufstockung der Mittel (eine Million Euro für alle Einrichtungen im Jahre 2017 zusätzlich im Rahmen der Haushaltsberatungen) profitieren.“

Von Antje Schäfer

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