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Auf dem Luftbild vom Hanseviertel ist die Fläche, die für das Regenrückhaltebecken vorgesehen ist, oben rechts zu sehen. Foto: sp
Auf dem Luftbild vom Hanseviertel ist die Fläche, die für das Regenrückhaltebecken vorgesehen ist, oben rechts zu sehen. Foto: sp

Das Problem der Entwässerung

Lüneburg. Noch gehören die östlichen Flächen der ehemaligen Schlieffenkaserne dem Bund, doch die Stadt möchte dort das Hanseviertel in einem weiteren Bauabschnitt entwickeln. Entstehen soll dort Wohnraum, unter anderem 210 Wohneinheiten im sozialen Wohnungsbau, sowie Gewerbe. Das Problem: Auf einem Großteil der Fläche gibt es keinen versickerungsfähigen Boden. „Wird dafür keine Lösung gefunden, kann das Hanseviertel-Ost nicht entwickelt werden“, macht Stadtbaurätin Heike Gundermann deutlich. Die Verwaltung schlägt nun vor, im nördlichen Teil des Hanseviertels im Bereich der Grünflächen ein Regenrückhaltebecken zur Entwässerung einzurichten. Der dort geltende Bebauungsplan muss dazu geändert werden. Das ist Thema im Bauausschuss, der am Montag, 17. Oktober, von 15 Uhr an im Museum an der Willy-Brandt-Straße tagt.

Fläche an der Peripherie im Visier

2010 wurde mit der Bebauung des Hanseviertels begonnen. „Der dafür geltende Bebauungsplan 129 wurde bereits einmal geändert, um die Verdichtung an der Tartuer Straße zu ermöglichen,“ erläutert die Stadtbaurätin. An der Peripherie dieses Areals hin zum Meisterweg befindet sich eine Grünfläche, die noch im Besitz des Landes ist. Dort könnte das Regenrückhaltebecken entstehen. Im Vorfeld seien aber auch Alternativen zur Entwässerung geprüft worden, sagt Tobias Neumann vom Bereich Stadtplanung. Doch sowohl eine unterirdische Versickerungsanlage als auch ein Regenrückhaltebecken östlich der geplanten A39 seien bis zu 4,5 Millionen Euro teurer als das ins Visier genommene Becken auf den Grünflächen, das schätzungsweise 800000 Euro kostet.

Angesiedelt werden soll es am tiefsten Punkt der Fläche. Dort wurde allerdings im Rahmen der ersten Änderung des Bebauungsplanes eine artenschutzrechtliche Ausgleichsfläche für Rentierflechte angelegt, die vom Stadtplatz dorthin verlagert wurde. Mit anderen Worten: Für die Rentierflechte müsste erneut eine Ausgleichsfläche gefunden werden. „Dazu brauchen wir von der Unteren Naturschutzbehörde, die beim Landkreis angesiedelt ist, eine Ausnahmegenehmigung“, macht Neumann deutlich. Ein externes Büro solle dafür ein Fachgutachten erstellen.
Für die Umsiedlung der Rentierflechte gebe es Möglichkeiten auf städtischen Flächen, die Bestandteil des sogenannten Ausgleichsflächen-Pools seien, der an der Westgrenze der Stadt geplant ist. Mit der zweiten Änderung des Bebauungsplanes soll aber nicht nur der Bau des Regenrückhaltebeckens abgesichert werden.

Grundstück gehört noch dem Land

Stadtbaurätin Gundermann: „Im bestehenden Bebauungsplan sind der Erhalt von Bäumen und Heckenstrukturen festgesetzt sowie Grünflächen, auf denen Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen sind.“ Letztere hätte man jedoch bisher nicht vollständig umsetzen können, da die Stadt die Grünfläche noch nicht vom Land erwerben konnte. Die festgesetzten Ausgleichsmaßnahmen sollen deshalb aus dem Bebauungsplan herausgenommen werden und auf anderen städtischen Flächen entstehen. „Wie und wo das dann umgesetzt wird, wird durch Gutachter begleitet und im Ausgleichflächen-Kataster festgehalten“, sagt Neumann.
Geprüft werden soll auch, ob zwei im Bereich der Grünfläche geplante Spielpätze in der Nähe des Stadtplatzes gebaut werden könnten. Bei der Klärung dieser Frage sollen die Bewohner des Hanseviertels eingebunden werden.