Aktuell
Home | Lokales | Ilmenau | Wölfe gesichtet bei Wendisch Evern
Anfang Februar ist dieser Wolf in eine Fotofalle in einem Waldstück nahe Barendorf getappt. Mittlerweile sind die Tiere offenbar im gesamten Kreisgebiet unterwegs. Foto: nh
Anfang Februar ist dieser Wolf in eine Fotofalle in einem Waldstück nahe Barendorf getappt. Mittlerweile sind die Tiere offenbar im gesamten Kreisgebiet unterwegs. Foto: nh

Wölfe gesichtet bei Wendisch Evern

Wendisch Evern. Wölfe auf den Übungsplätzen in der Lausitz und in Munster sind nichts Ungewöhnliches mehr. Doch jetzt, so scheint es, erobern die Predatoren auch den Standortübungsplatz zwischen Wendisch Evern und Deutsch Evern. Zwar fehle der letzte, konsequente Beweis, dass sich die Wölfe immer wieder auf dem militärisch genutzten Gelände aufhalten, „aber es gibt Hinweise“, sagt Jörg-Rüdiger Tilk, Förster beim Bundesforstamt Lüneburger Heide und Wolfsberater.

Uelzens Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge geht sogar von einem Paar aus — einer Fähe und einem Rüden — auch wenn beide bislang meist nur einzeln, selten zusammen gesichtet worden seien. Dafür beklagen Schafshalter im Umkreis verstärkt Risse — höchstwahrscheinlich durch die Wölfe. Endgültig lasse sich das aber erst sagen, „wenn die Ergebnisse der DNA-Analysen vorliegen“, sagen die beiden Lüneburger Wolfsberater Mathias Holsten und Uwe Martens.

Rund um Bienenbüttel, in Hohenbostel, in Horndorf, in Rohstorf und auch im Bilmer Strauch bei Lüneburg wurden die Tiere beobachtet. „Vor etwa 14 Tagen stand ein Tier direkt vor dem Fahrer eines Harvesters, der dort Fällarbeiten durchführte“, berichtet ein Jäger gegenüber der LZ. Passiert sei nichts, das Tier trollte sich.

DNA-Proben nach Riss zur Analyse im Labor

Weniger Glück hatten dagegen Schafe in Rohstorf. Dort fanden Wolfsberater zwei gerissene Schafe vor, ein drittes musste aufgrund seiner schweren Verletzungen eingeschläfert werden. Um endgültige Gewissheit zu bekommen, ob Wölfe oder wildernde Hunde die Schafe gerissen haben, hat Wolfsberater Holsten unter anderem DNA-Proben an den Bisswunden der Kadaver genommen und zur weiteren Prüfung an das Wolfsbüro in Hannover geschickt. „Das Ergebnis liegt noch nicht vor“, hieß es gestern aus der Pressestelle der Behörde.

Einen ähnlichen Fall schildert Uwe Martens, Wolfsberater des Freundeskreises freilebender Wölfe, der zu einer Schafherde bei Horndorf gerufen wurde, die höchstwahrscheinlich ebenfalls von einem Wolf angegriffen wurde. Ein Tier wurde gerissen, ein weiteres musste eingeschläfert werden. „Die Schafe standen ungeschützt auf einer Wiese“, sagt Martens. Ob tatsächlich ein Wolf oder wildernde Hunde die Verursacher waren, wird auch hier endgültig erst die DNA-Probe klären können. Das Ergebnis steht aber auch hier noch aus.

Von einem dritten Fall, der sich vor wenigen Tagen in Reinstorf zugetragen haben soll, wissen allerdings weder Martens, noch Holsten etwas. Laut LZ-Informationen sollen in einem Damwild-Gatter Tiere gerissen worden sein. Der Besitzer aber habe weder die Kadaver gesichert noch die Wolfsberater informiert. Ob auch hier hungrige Wölfe zugange waren, lässt sich im Nachhinein also nicht mehr klären.

Kreisjägermeister befürchtet Rudelbildung

Ob die beiden Wölfe, die laut Heinrich Hellbrügge ihren „Ausgangspunkt“ auf dem Standortübungsplatz zwischen Wendisch Evern und Deutsch Evern haben, bald ein Rudel bilden werden, lasse sich nur schwer vorhersagen. „Das hängt von vielen Faktoren ab“, sagt der Uelzener Kreisjägermeister, „das Umfeld muss passen.“ Sollten die beiden Wölfe aber tatsächlich ein Rudel gründen, „wird es spannend“, glaubt Hellbrügge. Und das meint der Uelzener Kreisjägermeister in diesem Fall nicht im positiven Sinne…

Von Klaus Reschke

4 Kommentare

  1. kann man die jungs nicht nach reppenstedt locken? man sieht so selten hundeähnliche wesen, die keine steuern zahlen müssen. schmunzel .ach ja, pferd müsste man sein. da traut sich kein niedersächsischer politiker und gemeindevertreter ran. wer gut schmiert, der gut fährt.

    • Und was hat das jetzt mit dem Thema „Wolf in Wendisch Evern“ zutun ? Oder wütent auf die Steuerpolitik des Landes, Bruns ?? Und dann krampfhaft ein Ventil gesucht ?? **schmunzel**

  2. „Und das meint der Uelzener Kreisjägermeister in diesem Fall nicht im positiven Sinne…“

    ohhh, hat da jemand Angst das die Natur ihm seinen Job wegnimmt? Irgendwie hab ich so gar kein Mitleid…

    Schön das wieder Wölfe hierherkommen. Das zeigt das trotz Umweltverschmutzern und Umweltverschmutzung noch nicht alles verloren ist

  3. Als Kinder durften wir auf dem Truppenübungsplatz Wendisch Evern nicht spielen, wegen der Munition.
    Vielleicht finden die Wölfe noch was..