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Autofahrer überqueren die Elbe mit der Fähre Tanja. Landrat Nahrstedt zeigte sich jetzt offen für einen neuen Anlauf in Sachen Elbbrücke. Foto: be
Autofahrer überqueren die Elbe mit der Fähre Tanja. Landrat Nahrstedt zeigte sich jetzt offen für einen neuen Anlauf in Sachen Elbbrücke. Foto: be

Neuer Versuch für die Elbbrücke?

Lüneburg. „Der Wunschtraum einer Elbbrücke ist an den harten Realitäten zerbrochen“, konstatierte SPD-Fraktionschef Franz-Josef Kamp noch im Juli vergangenen Jahres als der Kreistag die Brückenpläne mit rot-grüner Mehrheit beerdigt hatte. Doch es muss offenbar nicht dabei bleiben. „Die Karten werden neu gemischt“, sagt Lüneburgs SPD-Landrat Manfred Nahrstedt im LZ-Gespräch.

Die Vergangenheit hat laut Nahrstedt gezeigt, dass der Bau einer Brücke zwischen Darchau und Neu Darchau für den Landkreis mindestens eine Nummer zu groß war. „Wir waren ja mittlerweile bei einer Investitionssumme von über 65 Millionen Euro.“ Nahrstedt zeigt sich aber offen, einen neuen Anlauf zu wagen, solange der Kreis nicht Herr des Verfahrens ist. Nahrstedt: „Bund und Land haben einen Hochwasserfonds aufgelegt. Wir könnten versuchen, an diese Mittel heranzukommen, um den Bau einer hochwassersicheren Elbbrücke zu ermöglichen.“

Überraschende neue Töne

Diese neuen Töne des Landrats überraschen. Dazu sagt er: „Ich habe das im Wahlkampf nicht angesprochen, das hätte man mir falsch ausgelegt.“ Er könne sich vorstellen, gemeinsam mit den Abgeordneten des Kreistags in Berlin für den Brückenbau durch Bund und Land zu werben. „Ob Neu Darchau dann noch der richtige Standort ist, müssen andere entscheiden.“ Er jedenfalls habe für sich die Lehre gezogen: „Ich würde nie mehr eine Brücke anfassen, die auf zwei unterschiedlichen Kreisgebieten endet.“ Und da der Kreis die falsche Ebene sei, so eine Brücke zu planen, „müssen wir die dortige Kreisstraße wieder zu einer Landesstraße hochstufen.“ Nahrstedt hatte bereits früher darüber sinniert, dass es möglicherweise ein Fehler gewesen sei, rund 20 Jahre zuvor die Landesstraße zur Kreisstraße herabzustufen.

Ob und in welcher Form es einen neuen Anlauf zu Planung und Bau einer Elbbrücke geben wird, ist zunächst Sache des neugewählten Kreistags. Die Mehrheit der dort vertretenen Parteien hatte im Wahlkampf weiter für eine Elbbrücke geworben. dth

9 Kommentare

  1. Überraschende neue Töne
    vor einer wahl ist sowas normal. da ist nichts überraschendes dabei. überrascht wird nur der steuerzahler, wenn man für jede milchkanne eine brücke baut.

  2. Das nennt man dann auf Neudeutsch wohl den AfD – Effekt.

    Und, Klaus, dass Sie die Bewohner des Landkreises jenseits der Elbe als „jede Milchkanne“ bezeichnen, lässt tief blicken.

    • Bundeskasper
      der Ausdruck Milchkanne in diesem Zusammenhang kommt nicht von mir, es ist nur ein Zitat, was auf die Tatsache hinweisen soll, die Menschen dort werden immer weniger. Kann man übrigens auch in ganz Meck. Pom. beobachten. Ich gehe davon aus, dass die Brücke nicht gebaut wird,deswegen ist hier ihr ,,tiefer Blick,, völlig überflüssig.

      • Klaus – ich habe mich nicht zum Bau der Brücke geäußert, sondern 1. zum Verhalten der Politik nach der Wahl und 2. zu Ihrer Ausdrucksweise.
        Wann waren Sie denn das letzte Mal dort auf der anderen Seite der Elbe?
        Haben Sie auch gesehen, wie viele Neubauten dort mittlerweile stehen?
        Seltsamerweise hat auch der Kollege unten selbiges nicht so ganz gerafft und fühlte sich berufen in altbekannter Manier zu stänkern.
        Na, wenn es denn Spaß macht und bei der Gelegenheit haben Sie ja auch noch das Zitat gefunden.
        Übrigens sind es etwa 70 KM von Lauenburg nach Dömitz, was für die Bewohner im Amt Neuhaus gewaltige Umwege bedingt oder Kosten für die Fähre.
        Da frage ich mich wohl zu Recht, ob die 12 Mio € für die Eventhalle in Lüneburg nicht besser angelegt wären für das Wohlbefinden, die Kostenerleichterung und die Lebensqualität Ihrer Milchkannen.
        Aber zugegeben, die Eventhalle ist das bessere Geschäft.
        Nur für wen?

    • Norbert, alias Bundeskasper
      sie sollten angriffe auf meine person vorher überdenken. nur, weil sie bei mir im spam-ordner landen, sollten sie nicht zu mutig werden. denken sie sich eine strategie aus. ist wie beim schach. aber vorsicht, ich habe auch schon mal den schachmeister der stadt lüneburg bezwungen. und zwar im blitzschach. schmunzel .mtv lüneburg ist ein netter gastgeber.

  3. Mannis undurchdachtes Brückendesaster

    Die Einwohnerzahl ist kleiner geworden im ostelbischen Lüneburger Landkreis unter anderem genau deshalb, weil die Brücke nie gebaut worden ist.
    Abgehangen, frag doch mal die Schulkinder, die Auszubildenden ohne Auto, die Rettungsdienste, die Polizei oder die Transportunternehmen.
    Wer wird denn persönlich eine Standortwahl für seinen Lebensmittelpunkt zugunsten einer wunderschönen, aber verkehrstechnisch komplett abgehängten Region treffen? Eigentlich fast nur Rentner wie Sie. Nicht gut.
    Dementsprechend verhält sich das Angebot an Läden und wirtschaftlicher Prosperität.
    Klaus, von wem genau ist das „Milchkannen“ Zitat? Bitte ausnahmsweise hier eine exakte Antwort liefern.

  4. Es gibt die 209 bei Lauenburg und die 191 bei Dömitz, alle dreißig Kilometer eine Brücke, die bekanntlich den mit ihr gesegneten Orten respektive deren Bewohnern rechts und links der Elbe tiefstempfundene Zugehörigkeitsgefühle, höchste Lebensqualität und großes wirtschaftliches Glück beschert haben. Deswegen kann man sich natürlich trotzdem fragen, ob nicht vielleicht doch alle dreißig Meter eine Brücke stehen sollte, von deren rechter Seite Herr Althusmann und sein Freund Norbert Kasper und von deren linker Herr Nahrstedt und sein Freund Gunter Runkel den derart beschenkten Autofahrern künftig zwölf bis fünfzehn Monate vor jeder Landtagswahl von morgens bis abends fidel und fähnchenschwenkend in die Seitenfenster grimassieren können.

    Und übrigens: „Der Fernverkehr muss mehr als 150 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit fahren. Er darf nicht mehr ‚bei jeder Milchkanne‘ anhalten. Aber das tun wir heute. (…)“ – Hartmut Mehdorn (*1942), deutscher Industriemanager und Maschinenbauingenieur in: Eisenbahn Revue International, Heft 3/2002, S. 131, ISSN 1421-2811 (https://de.wikiquote.org/wiki/Hartmut_Mehdorn)