Aktuell
Home | Lokales | Arena Lüneburg: Über die Verträge noch verhandelt
So soll die künftige Arena aussehen. Über die Verträge zu Finanzierung und Betrieb wird ungern öffentlich diskutiert. Grafik: nh
So soll die künftige Arena aussehen. Über die Verträge zu Finanzierung und Betrieb wird ungern öffentlich diskutiert. Grafik: nh

Arena Lüneburg: Über die Verträge noch verhandelt

Lüneburg. Dass die Vertragsdetails nicht öffentlich diskutiert wurden, war wenig überraschend, aber dass sogar grundsätzliche Fragen dazu unterbunden wurden, schon. Eigentlich sollte der Finanzausschuss des Lüneburger Kreistags gestern, in öffentlicher Sitzung im Kreishaus den Weg frei machen für die Verträge zu Bau, Betrieb und Finanzierung der „Arena Lüneburger Land“. Doch dazu kam es nicht.

Noch zuviele Frage seien auch aus Sicht der Verwaltung offen. Landrat Manfred Nahrstedt (SPD): „Wir sind immer noch in den Vertragsverhandlungen.“ Und: „Ich glaube auch nicht, dass wir es in den nächsten 14 Tagen schaffen, grünes Licht vom Rechnungsprüfungsamt und Innenministerium dafür zu erhalten.“ Das sollten eigentlich die Voraussetzungen sein, damit noch der Kreistag in alter Besetzung am 31. Oktober die Arena-Diskussion abschließen kann.

Nahrstedt sagte, ihm seien von verschiedenen Seiten Nachfragen auch zum Thema Wirtschaftlichkeit gestellt worden, die zunächst im Arbeitskreis von Stadt und Landkreis geklärt werden sollen nichtöffentlich. Als Peter Bollmann (Grüne) doch während der Ausschusssitzung eine Frage zur Arena stellen wollte, stoppte ihn der Landrat: „Reichen Sie doch bitte ihre Fragen schriftlich ein. Wir nehmen das dann zu Protokoll.“

So muss sich jeder selbst seinen Reim auf die finanzielle Beteiligung durch den Landkreis machen. Dabei hilft die Sitzungsvorlage. Dort heißt es, dass Stadt und Landkreis die „Sallier Bauträger- und Verwaltungsgesellschaft“ mit Bau und Betrieb der Arena an der Lüner Rennbahn 5 beauftragen. Das investive Gesamtvolumen für die Halle für bis zu 3500 Besucher liege bei netto 9,4 Millionen Euro. Die laufende finanzielle Gesamtbelastung des Kreises summiert sich auf 20 Jahre gerechnet auf brutto 9,2 Millionen, zuzüglich Stadtanteil. Darin enthalten ist die Abbezahlung des Zuschusses, für den der Kreis selbst einen Kredit aufnehmen soll, die Hälfte des Schuldendienstes, den der Kreis für Sallier übernehmen soll, ein laufender Betriebskostenzuschuss sowie Grundstückspacht. Im Gegenzug erwirbt der Kreis, wie die Stadt, kein Eigentum an der Halle, sondern Nutzungsrechte.

Von Dennis Thomas

20 Kommentare

  1. Hmm…

    „Die laufende finanzielle Gesamtbelastung des Kreises summiert sich auf 20 Jahre gerechnet auf brutto 9,2 Millionen, zuzüglich Stadtanteil. Darin enthalten ist die Abbezahlung des Zuschusses, für den der Kreis selbst einen Kredit aufnehmen soll, die Hälfte des Schuldendienstes, den der Kreis für Sallier übernehmen soll, ein laufender Betriebskostenzuschuss sowie Grundstückspacht. Im Gegenzug erwirbt der Kreis, wie die Stadt, kein Eigentum an der Halle, sondern Nutzungsrechte.“

    Wenn ich davon ausgehe, das die Zahlen korrekt sind, dann frage ich mich ernsthaft, ob die Damen und Herren, welche einem solchen Konstrukt zustimmen wollen, ihr oder irgendein Handwerk verstehen.
    Man möchte ernsthaft lediglich für die Nutzungsrechte an etwas im Grunde genommen genauso viel bezahlen (Kreis PLUS Stadt), wie man bezahlen würde, baute man es selber und würde somit das EIGENTUM erwerben? Wenn das nicht Wahnsinn ist, was ist es dann?

    Es wäre ja auch alles in Ordnung, wäre es das persönliche Geld der Entscheider – ist es aber nicht…

    • Das sehe ich genauso.
      Und SPD und CDU haben im Lüneburger Stadtrat diesem Konstrukt bereits im August zugestimmt.

  2. Kennen sie das? Wenn das Bauchgefühl ihnen, beim lesen dieses Artikels, sagt das etwas nicht stimmen kann?
    Es wird mir immer deutlicher, das es nur einen klaren Profiteur gibt – und das sind nicht Stadt und Landkreis Lüneburg!

  3. das es nicht öffentlich stattfindet ,ist meiner meinung nach ,schlichtweg eine sauerei. leuphana lässt grüßen. klüngelverdacht wird mal wieder tür und tor geöffnet. dieses ist für die glaubwürdigkeit der politik garantiert nicht hilfreich.

    • Herr Bruns,

      ich gehe davon aus, dass es gute Gründe gibt, nicht öffentlich zu diskutieren. Die genannten Zahlen zeigen eigentlich schon, dass die Wahrheit höchstwahrscheinlich noch unschöner ist, als es die bisher kolportierten Summen vermuten lassen.
      Ich denke, es soll auf Biegen und Brechen eine Halle her, egal, was es langfristig kosten mag. Da es m.W. nach bisher auch kein schlüssiges und vor allem finanziell sinnvolles Nutzungskonzept gibt, welches eine solche Auslage unter den bekannten Rahmenbedingungen (nur Nutzung, kein Besitz)sinnvoll erscheinen ließe, sind vielleicht einfach nur schon Versprechen abgegeben worden, die jetzt eingehalten werden müssen. Wie anderes wäre es zu erklären, dass man bereit ist, so mit dem Geld der Steuerzahler umzugehen? Oder geht es nur um die Befriedigung eines oder mehrerer Egos?

      Sie haben recht Herr Bruns, allen Spekulationen und jeglichem Verdacht könnte durch transparente, öffentliche Verhandlung inklusive schlüssiger Zahlen und Konzepte sofort der Wind aus den Segeln genommen werden. Glauben Sie daran?

      • Glauben Sie daran? nein. was momentan hier geleistet wird, riecht stark nach klüngel kölner art. intransparenz ist nur dann sinnvoll, wenn es um einseitige geschäfte geht. als bürger sollte man sich grundsätzlich dagegen wehren. die herrschaften haben einfach vergessen, dass sie diener sein sollen und nicht herrscher. es wird längst zeit, es ihnen wieder beizubringen. da reicht meckern aber nicht. hingehen, auf der matte steht, wenn nötig laut werden usw. anrufen und nerven. übrigens, beamte haben eine auskunftpflicht, vergisst der bürger leider regelmäßig. man sollte die beamten vermehrt fragen.

  4. Das kommt mir vor wie ein Hallali zum weiteren Füllen des Schuldensackes von Stadt und Landkreis Lüneburg.
    Für mich nicht nachvollziehbar ist dabei der Ausgang der letzten Kommunalwahl. Da hatten die Wähler nach Jahren entlich die Möglichkeit dem finanziellen Wahnsinn und dem Klüngel Einhalt zu gebieten und haben sie nicht genutzt. Traurig.

  5. Cordula Schloppke-Schleusenfahrt

    Wirtschaftlichkeit hin oder her: wenn die „nh“-Grafik über dem LZ-Artikel hält, was sie verspricht, dann zeichnet sich hier zumindest architektonisch gesehen ein ganz großer Wurf ab. Das Logo eines verantwortungsvoll handelnden Finanzdienstleisters unserer Region im modern gestalteten Frontbereich der multifunktionalen Halle verweist farblich auf den traditionellen Backstein; wie jeder weiß: ein in Lüneburg seit Jahrhunderten geschätztes Baumaterial, während die praktische, in edlem beton-grau gehaltene Fläche der Piazza eher auf Le-Corbusier, Libeskind und andere Vertreter der Moderne referenziert. Schon ist die Vorfreude groß, hier vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft Diavorträge über den dann ausgestorbenen Waldkauz oder das längst verschollene Habitat des Ortolans verfolgen zu können – wenn in der Halle nicht gerade ein Jennifer-Rush- oder Udo-Jürgens-Double im Auftrag der Lüneburg Marketing GmbH für Stimmung sorgt! Besonders gut: aufgrund des erfahrenen Bauträgers können wir mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Gesamtplanung durch ein ständiges Monitoring und nachhaltiges Qualitätsmanagement begleitet wird, das Gebäude wird also bestimmt auch in allen Belangen den anspruchsvollen Bestimmungen der Energieeinsparverordnung entsprechen. Ein ganz wichtiger Schritt,um unsere ehrgeizigen Klimaziele erreichen zu können! Kurzum: ein Lüneburger „Leuchtturmprojekt“ der besonderen Art, und damit eigentlich alternativlos …

  6. Wenn ich mal ein wenig Salz in die Suppe streuen darf: Ich kann nur meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, dass genau diese Halle möglichst bald fertiggestellt wird; ich halte sie für einen Gewinn an Lebensqualität für Lüneburg – vielleicht nicht unbedingt für in die Tasten nörgelnde LZ-Kommentarspaltenfüller, aber für Sportinteressierte und von jenen wohl als Eventpublikum bezeichnete Menschen in der Region.
    Damit die Halle möglichst schnell und kostengünstig erstellt werden kann, erscheinen mir sowohl Entwurf als auch Konstrukt als vielleicht nicht einzig denkbare, so doch praktikable Lösung. Die Vechta(ran)er scheinen ihren Rasta Dome, der ja als Vorbild für die Lüneburger Arena dient, sehr gut angenommen zu haben. Warum sollte das bei uns nicht gelingen?

    • @ Egon Kurt

      Wieso nimmt die Stadt eigentlich die SVG nicht finanziell mit in die Pflicht, wenn („perspektivisch“) alles so toll läuft, wie Sie schreiben? Seit wann ist eine Kommune für die Errichtung „bundesligatauglicher Anlagen“ zuständig? Haben Vereine nicht grundsätzlich selbst für die Bedingungen ihrer Möglichkeiten (auch der wirtschaftlichen) zu sorgen? Und was die Auslastung der Halle anbelangt, habe ich so meine Zweifel? Wie Sie zu Ihrem „(erstrebenswerten) Zuschauerschnitt von 2000“ kommen wollen, erschließt sich mir nicht. 500 ist mittelfristig doch wohl die wahrscheinlichere Durchschnittszahl. Faktum ist, dass Herr Mädge und Herr Nahrstedt ab 2017 – sofern es nicht wieder zu blamablen „Weiterungen“ kommt – zwei riesige Veranstaltungssäle (das Libeskind-Audimax und die Sparkassen-Arena) an der Backe haben, die sie mit jeweils sieben Millionen Euro mitbezahlen, ohne dass klar ist, welche Nutzungsmöglichkeiten sie haben, und wobei am Bockelsberg immer noch neue kostspielige „Überraschungen“ denkbar sind (https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/370978-fuer-ein-paar-millionen-euro-mehr) und am Schlachthof über zwanzig Jahre ohnehin mindestens sechseinhalb Millionen Euro hinzukommen. Ihre „Vorfreude“ in Ehren, aber wo und worin Sie den „Gewinn für Stadt und Landkreis“ sehen, müssen Sie mir mal erklären.

      • Werter Herr Fuchs,
        auf welchen Kommentar beziehen Sie sich? Haben Sie da evtl. einen früheren Kommentar kopiert und noch einmal abgeschickt?
        Ihre Skepsis in allen Ehren, es bleibt Ihnen natürlich unbenommen, den Hallenbau in Frage zu stellen; über die mögliche / wahrscheinliche Auslastung (übrigens nicht ausschließlich und auch nicht hauptsächlich für Spiele der SVG) mögen unterschiedliche Auffassungen herrschen. Einen Einwand hätte ich allerdings: Nennen Sie mir doch bitte ein Beispiel dafür, dass hierzulande ein Erstligaverein seine Spielstätte selbst erstellt / finanziert hat. Außer Hoffenheim fällt mir spontan keins ein. Bayern München zählt nicht – die konnten jahrzehntelang im Olympiastadion Geld scheffeln. Sicherlich haben Sie recht, dass die Bereitstellung einer bundesligatauglichen Spielstätte für einen Sportverein nicht zu den Pflichtaufgaben einer Kommune gehört – genauso wenig wie eine Eventhalle. Wenn aber Wunsch, Wille und Möglichkeit zur Realisierung zusammen kommen, kann ich das nur begrüßen. Ob hier hinter den Kulissen gekungelt wurde / wird, vermag ich nicht zu beurteilen. Die Offenlegung von Vertragsdetails halte auch ich für wünschenswert, um entsprechenden Vorwürfen entgegenzuwirken. Mein – möglicherweise naives – Vertrauen in die Verantwortlichen, dass sie hier praxisorientiert und verantwortungsvoll vorgehen, bleibt vorerst bestehen.

      • Geschätzter Herr Kurt,

        Fragen sind ja nicht schon dadurch erledigt, dass der Vorbringende sich nicht die Mühe gemacht hat, sie auch noch einmal ganz neu zu formulieren. Bei Sportarenen handelt es sich um Spezialimmobilien mit einer Risikostruktur, die beinahe ausschließlich von nur indirekt beeinflussbaren Faktoren wie dem sportlichen Erfolg des begünstigten Vereins bestimmt wird. Deshalb gilt es gerade bei multifunktionalen Arenen, neben dem Sport auch andere Märkte wie die für sonstige Großveranstaltungen zu berücksichtigen. Nachdem „Spielstätten“ (meist Stadien), wie Sie ganz richtig schreiben, in der Vergangenheit fast ausschließlich durch die öffentliche Hand finanziert wurden, zeigt sich zumindest in Deutschland (und vor allem dann, wenn es nicht um Fußball geht, den nach wie vor einzigen echten Zuschauermagneten) ein Trend, der eine höhere Beteiligung des Privatsektors und der Vereine beinhaltet, wenngleich aus Vereinssicht eine subventionierte Verpachtung durch die Kommune selbstverständlich auch in Zukunft am vorteilhaftesten bleibt — und meist nicht auf die Hilfe der öffentlichen Hand in unterschiedlichsten Ausgestaltungen verzichtet werden kann.

        Für GROßE Stadionprojekte (Hoffenheim ist in der Tat ein Sonderfall) bietet sich die Finanzierung durch individuell zu gestaltende, auf die Risikostruktur und regionale Wirtschaftslage zugeschnittene PPPs an, die es ermöglichen, die speziellen Probleme bei Arenenbauvorhaben zu bewältigen. Dabei sollte die Finanzierung einer Sportarena nicht als Gesamtrisiko, sondern als ein Geflecht aus unterschiedlichen Einzelrisiken betrachtet werden, die es individuell einzuhegen und zu bewältigen gilt. Während private Unternehmen finanzielle Mittel, ihr Know-how und ihre Effizienz in Bereichen der Finanzplanung und speziell Sportmarketingagenturen ihre Erfahrung in Vermarktungsfragen einbringen und vom Zugang zu neuen Märkten bei gleichzeitiger Risikoteilung profitieren, kann sich der öffentliche Sektor auf den Erhalt von Entscheidungskompetenzen in Fragen der Regionalwirtschaft und auf die Gewährung von Bürgschaften konzentrieren. Dadurch werden Zinskosten bei der Finanzierung durch eine solide Besicherung gesenkt, das Risk-Return Verhältnis für private Investoren verbessert und die öffentliche bilanziell Hand entlastet.

        Aber auch die Vereine der Fußballbundesliga sind heute in der Pflicht, sich nachhaltig an der Finanzierung zu beteiligen, da sie nicht zuletzt maßgebliche Profiteure eines neuen Stadions sind. Dadurch wird auch das aus sportlichem Misserfolg resultierende wirtschaftliche Risiko „internalisiert“, was ebenfalls die Attraktivität für private Investoren erhöht. Die Zuschauerentwicklung und die sonstigen Ertragsmöglichkeiten der meisten Fußball- und allenfalls noch Handball-Erstligavereine weist auf ein durchaus vorhandenes Potential zur ausreichenden Refinanzierung von Fremdkapital hin, das durch die Rechtsform einer Kapitalgesellschaft auf eine diversifiziertere Basis als ausschließlich auf Bankkredite gestellt werden kann. Eine breitere Eigenkapitalbasis zur direkten Beteiligung an den Betriebs- und Besitzgesellschaften wäre hilfreich, aber aufgrund weniger ertragreicher Alternativen zu einem Börsengang und der im Vergleich zu anderen Sportarten oder unteren Ligen besseren Eigenkapitalbasis nicht zwingend erforderlich, da stabile Umsätze, die unabdingbar sind, auch größere Fremdkapitalanteile refinanzieren können.

        Bei der Finanzierung von KLEINEREN Arenen wie in Lüneburg und insbesondere für Randsportarten wie Volleyball, sollte dagegen unbedingt auf eine Einbeziehung der Vereine und dann natürlich auch auf eine stärkere Beteiligung mit Eigenkapital gesetzt werden, weil die Refinanzierungspotentiale von Fremdkapital als deutlich geringer einzuschätzen sind. Sehr viele gescheiterte Modelle zeigen zudem, dass es kaum möglich ist, Risiken zu begrenzen, die aus einer zu geringen Auslastung und damit der Abhängigkeit vom sportlichen Erfolg resultieren. Zentrale Voraussetzungen für ein nachhaltiges Konzept bleiben schlicht und einfach die Beachtung der Größe des Objekts, dessen Markt- und Wettbewerbsbedingungen und ein schlüssiges Geschäftsmodell, das auf dem Potential und der spezifischen Situation aller Beteiligten aufbaut. Dies gilt insbesondere dann, wenn, wie so häufig in kleineren Städten, Abmachungen im Voraus „auf kurzem Dienstwege“ getroffen werden, z.B. zwischen den Vereinsverantwortlichen und dem Bürgermeister bzw. Landrat. Diese sind häufig weder sorgfältig inhaltlich geprüft, noch mit den übrigen Beteiligten abgesprochen. Ich fürchte, so verhält es sich auch bei uns in diesem Fall. Betrachtet man nur den Standort und das Nutzungskonzept, scheint mir, dass Herr Mädge und Herr Nahrstedt die Organe von Stadt und Kreis gedrängt haben, ihre Zustimmung für die Bezahlung eines Projekts zu geben, das der Kommune weder unter volks- noch unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten einen ROI „einspielen“ wird — aber auch unter „sozialpolitischen“ nicht. M. E. könnte man das Geld genausogut in die Ilmenau werfen oder an Besucher auf dem Weihnachtsmarkt verschenken.

        • Werner Fuchs
          sehr schönerbeitrag und so wahr. schmunzel. es soll ja in lüneburg nun alles anders werden , teilte mir herr webersinn mit. ich bin gespannt. mir gefallen wechselnde mehrheiten. die afd hat dazu tatsächlich was positives beigebracht , schmunzel. da die spd sich nicht mal an die linke ran wagt, wird es bei der afd erst recht nicht sein. somit sind wechselnde mehrheit vorprogrammiert und für die bürger ist diese tatsache nur gut. die gewohnheitswähler der spd werden es zuerst merken. schmunzel

    • Lieber Herr Kurt,

      es sei Ihnen unbenommen, die Hoffnung zu hegen, der Bau werde schleunigst fertiggestellt. Auch Ihre ersehnten Sport- und Unterhaltungsevents seien Ihnen gegönnt.

      Aber kritische Stimmen, die sich nicht mit dem emotionalen Nutzen, sondern mit massiven politischen und ökonomischen Unzulänglichkeiten auseinandersetzen, als „nörgelnde LZ-Kommentarspaltenfüller“ herabzusetzen, zeugt nicht gerade von ausgeprägter Diskussionskultur oder einer gewissen Höflichkeit. Bringen Sie Argumente, warum Verpflichtungen von Kreis und Stadt zur Zahlung von zweistelligen Millionenbeträgen ohne Eigentumserwerb, die hauptsächlich Privatleuten zum Vorteil gereichen. Das wäre ein sinnvoller Diskussionsbeitrag.

      Es geht darum, dass manche hier Anstoß am „Wie“ und „Wie Viel Wofür“ nehmen. Nach den vorliegenden Informationen wird – zumindest scheinbar – mit starkem Gekungel zu viel Geld für eine Halle ausgegeben, deren ökonomischer Nutzen sehr fraglich ist und die jemandem anderen gehören wird.
      Da auch noch der Prozess der Entscheidung bewusst hinter verschlossenen Türen abläuft, keine stichhaltige Argumente für das Projekt jenseits der Qualität von „es wird sich für Lüneburg gut anfühlen“ geliefert werden, kommt bei einigen, die es bezahlen werden (wir Steuerzahler) Unmut ob der Summe und des Prozesses auf. Dies zu äußern ist definitiv keine Nörgelei.

    • Guten Tag Herr Kurt,

      da ich bereits einen Kommentar zu diesem Thema geschrieben habe verfolge ich natürlich die weitere „Debatte“ hier. Zwangsläufig musste ich dabei auch auf ihren Beitrag (und weitere Erwiderungen) stoßen.
      Was mir bei ihrem Erstbeitrag sofort ins Auge stach war „…aber für Sportinteressierte und von jenen wohl als Eventpublikum bezeichnete Menschen in der Region.“ Spontan fielen mir dazu Stichworte wie Libeskindbau, Theater und Museum ein. Warum? Zum einen weil alle Objekte mit Millionen von Stadt und (teils) Landkreis Lüneburg unterstützt wurden, bzw. werden. (Es handelt sich immer um Steuergelder aller die zum Steueraufkommen von Stadt und Landkreis beitragen.) Und zum anderen sind es alles Objekte, die bestimmten Interessengruppen dienen. Überwiegend sogar relativ kleinen Interessengruppen gemessen an der Einwohnerzahl nur der Stadt Lüneburg (Stand Dezember 2015 knapp über 74.000). Das ist in vielen Städten, auf Länder- und Bundesebene sicher nicht viel anders. Nur je größer der Rahmen desto weniger fällt es markant auf. Denn die Förderung kann durchaus auch in Form von Vergünstigungen von Steuern und sonstigen Abgaben bestehen. Nennen wir es doch einfach Subventionen. Das sind auch Steuergelder. Und überall, auch in Lüneburg, ist es das Ergebnis von Lobbyarbeit.
      Doch bleiben wir in Lüneburg und Landkreis. Beide sind weiterhin hoch verschuldet, schmeißen aber dennoch mit Millionen für überschaubare Interessengruppen um sich während wir zugleich genügend marode Straßen, Schulen und Kindergärten haben. Die Liste ließe sich durchaus verlängern. Das sind Aufgaben für die Allgemeinheit und nicht nur für Interessengruppen. Und für mich hat die Allgemeinheit Vorrang vor den Interessengruppen.
      Und dann noch etwas. Wir haben weit (!) über zwanzig Jahre einen sozialdemokratischen Bürgermeister. Von wirklich sozialer Politik spüre ich in Lüneburg leider jedoch wenig. Warum gibt es z.B. ein großes Manko an bezahlbarem Wohnraum in Lüneburg aber ein reiches Angebot an hochwertigem Wohnraum? Ich will es dabei belassen und hoffe dass sie erkennen: Es gibt nicht nur Interessengruppen, sondern auch eine überwiegende Allgemeinheit, die auch einen Anspruch auf Einsetzung von Steuergeldern für ihre Bedürfnisse hat. Denn die meisten von ihnen zahlen Steuern. Aber leider haben sie meist keine Lobby. Das ist die Krux der Allgemeinheit.

    • Lieber Herr Kurt, was die „Sparkassen-Arena“ anbelangt, muss ich Herrn Fuchs recht geben. Und auch auf die Gefahr hin, von Ihnen ausgeschimpft zu werden, wiederhole ich mich hier. Dieses gesamte „Projekt“ ist eine Art Symbol für empörendste „politische“ Dreistigkeit: von der Kreation des Märchens über den bemitleidenswerten leuphanatisch misshandelten Vamos-Hoppe über die Umstände der „streng geheimen“ Grundstücksbeschaffung durch einen „pfiffigen“ Investor bis hin zur Erfindung eines die Geschäftsinteressen kaschierenden Bedarfs im Schulsport und der frechen Behauptung, die durch keine einzige Tatsache belegbare bauliche „Notwendigkeit“ würde eine „Bereicherung“ für Stadt und Land darstellen.

      Meine Frage:Warum machen es Sallier, Hoppe und Bahlburg nicht exklusiv zusammen mit der Sparkasse und tragen das volle Risiko ihrer Profiterwartungen alleine? Was haben Stadt und Kreis in so einem Venture-Capital-Business verloren? Falls tatsächlich mal eine größere Feier (bei der Pensionierung des Landrats etwa) ansteht und das Foyer im hippen Libeskind-Enterprise nicht ausreichen sollte, kann Gabriele Lukoschek ja bei Herrn Hoppe anrufen und für die Sause über einen Abend und eine Nacht reservieren.

      • »Das „Sparkassen-Arena-Projekt“ ist eine Art Symbol für empörendste „politische“ Dreistigkeit«

        Wie wahr, Gesine Lange, wie leider wahr!

        Werden im Rat solche Fragen wie die Ihren gestellt, versucht einer wie Eugen Srugis (SPD) bestimmt, das Ruder ­herumzureißen, indem er verkündet: „Wir haben immer gesagt, dass es wichtig ist, dabei zu sein.“

        Denn, was man immer gesagt (oder gemacht) hat, kann ja heute nicht plötzlich falsch sein, oder?

        Vgl: http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/371724-wie-viel-werbung-braucht-lueneburg

  7. Sehr geehter Herr Behrens,
    Ihre Antwort auf die Schönredner der Politik von OB Mädge und in seinem Gefolge Landrat Nahrstedt ist so treffend und präzise, dass ich nur Folgendes ergänze:

    Das Umgehen von öffentlichen Ausschreibungen und das bisherige Verschweigen, WELCHE NUTZUNGSRECHTE denn nun für 10 Mio. Euro plus künftige Folgekosten überhaupt öffentlichen Nutzern eingeräumt werden, grenzt an Rechtsbeugung bis vorsätzlicher Täuschung.

    Man stelle sich vor: in den Beschlussvorlagen sollen Kreistag und Stadtrat einer Investition zustimmen, die außerhalb der haushaltsrechtlichen Limits liegt (daher ja Ausnahmegenehmigung der Kommunalaufsicht bedarf), ohne dass der Gegenwert angegeben wird – im Gegenteil: die das fixierenden Verträge sollten ohne weitere Beschlussfassung noch geändert werden können.

    Wo leben wir denn?
    Wer hat uns gesagt, man wolle transparenter agieren, um die Bürger einzubinden und zu informieren?

    Die SVG lässt nun internationale Profi-Sportler spielen. Nice to have – aber das hat nichts mit öffentlicher Daseinsgrundvorsorge zu tun, für die seit Jahren nicht investiert wird.

    Oder warum gibt es soooooo dringenden Bedarf an Sporthallenfläche – der nuuuuuuur durch 10 Mio. Kredit jetzt sofort in einem intransparenten Vertragskonstrukt an allen rechtlichen Vorgaben vorbei für die nächsten 20 Jahre (!!!) an einem ungeeigneten Standort gedeckt werden kann?

    Man stelle sich vor: 20 Jahre Busverkehr für Schulsport ins Gewerbegebiet. Kosten für Lüneburger Bürger: 10 Mio. Euro plus.

    Sanierung der Grundschule Heiligengeist – denkmalgeschütztes Gebäude – Sprachförderschule (deren Mittel aufgrund der Inklusion gekürzt sind): die Rektorin bettelt seit Jahren um eine Sanierung, doch erneut wurde ihre Bitte um ein, zwei Jahre verschoben – mangels Geld in der Kasse.

    Ja, der Herr Kurt mag eben Events. Ich auch. Aber nicht zu diesem Preis.

    Wer stopt diesen Irrsinn noch?
    Die neuen Rats- und Kreistagsmitglieder hoffentlich, die neu dort hineingewählt wurden, hoffe ich!

    Sie sollten frei von Altlasten und persönlichen Kabalen und Liebeleien für Lüneburg nachhaltig entscheiden!
    Sie können es in diesem Fall tun.

    Die SVG wird auch weiterhin Volleyball spielen!

  8. Jens-Peter Koplin

    Wird die Arena gekippt, wenn Mädge zurücktritt, Pauly Oberbürgermeister, Blanck Landrat und Webersinn Bundestagsabgeordneter wird?

    • Dazu sagt Klaus Bruns nicht eine Silbe im Wahlprogramm für seine Kandidatur als erster fraktionsloser Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland bei der Bundestagswahl im Herbst kommenden Jahres.